1. Probe Griechenland: Das Einmaleins des hellenischen Billig-Pop

Waehrend zuhause in Athen das Tauziehen um die Regierungsbildung in die naechste Runde geht und die auslaendischen Medien schon wild ueber den Austritt aus dem Euro (Neuro?) spekulieren, hat sich ein tapferes Grueppchen von mit vier Taenzern, einer Backing Vocalist und weiteren Delegationsmitgliedern um die zierliche Eleftheria Eleftheriou auf den beschwerlichen Weg ueber Istanbul nach Baku gemacht. Fuer zwei Stunden Schlaf heute morgen lieferten sie heute eine ganz ordentliche Leistung ab.

Mehr war naemlich offenbar nach der Ankunft in Baku an Schlaf nicht dringewesen, erzaehlte mir Giorgos, einer der beiden Taenzer. Er war bereits 2009 in Moskau mit von der Partie gewesen. Sein Compagnon Evgeneios hat noch mehr ESC-Erfahrung mitgebracht – Armenien 2011 und auch Griechenland 2010 hatte er taenzerisch untestuetzt. Die Maedels sind dagegen Neulinge in diesem Geschaeft.

Die vier Durchgaenge waren von Anfang an recht kraftvoll, wenn auch nicht bis ins Letzte ausgetanzt. Synchronitaet und Eleftherias Stimme lassen allerdings noch Einiges an Spielraum offen. Die LED-Wand blinkt recht unuebersichtlich in allen bunten Farben des Regenbogens und erinnert irgendwie an den Farben-Overkill von Portugal 2009 in Fast Forward.

Ueber den Song ist ja schon viel geschrieben worden, viele finden ihn derart billig, dass sie bereits Grieechenlands Rekord der staendigen Top-10-Platzierung baden gehen sehen  (heute meinte einer, das wird die armenische Emmy 2012). Ich habe mir das schoengehoert und sehe darin eher eine huebsche, fast schon parodistische Zusammenfassung der griechischen Beitraege der letzten 10 Jahre, also quasi das Einmaleins des hellenischen Bouzouki-Pop in drei Minuten. Und der hat sich seinen festen Platz beim ESC mit einigen guten Ergebnissen erabeitet. Und wenn ich mir die Begeisterung des Teams ansehe, und die das im Semi transportieren, so meine ich, haben sie auch mit „Aphrodisiac“ wieder gute Chancen weiterzukommen.

Ueber den Inhalt des Songs kann man denn auch geflissentlich hinwegsehen, viel Substanz ist da nicht bis auf einen netten Reim, so dass auch die Pressenkonferenz recht kurz und unspektakulaer war und die Fragen der Presse sich auf das absolut Uebliche beschraenkten: Was erwartest Du von dem Contest? Wie fuehlt Ihr euch nach dem Auftritt?

Nach der PK machte sich die Delegation auch direkt ueber die Knabbersachen in der Catering-Ecke des Pressezentrums her und verschwand recht bald wieder.