1. Probe Moldawien: Pasha und seine Trompete nehmen Kurs aufs Finale

Bis zur völligen Verausgabung arbeitete sich vorhin Pasha Parfeny an seinem Song „Lautar“ ab. Schwitzend und keuchend beendete er seine erste Probe, so dass man befürchten muss, dass die Maskenbildner in der kommenden Woche alle Hände voll zu tun haben werden, um sein Gesicht für die Dauer von drei Minuten trocken zu legen.

Vor einem fürchterlich bunten Hintergrund mit den dominanten Farben rot und weiß wurde getanzt, geritten und gewunken, als gäbe es kein Morgen mehr. Im Wesentlichen entsprach die Choreographie dem, was wir bereits bei der legendären moldawischen Vorentscheidung zu sehen bekommen haben. Allerdings ist das Setting in Baku natürlich wesentlich größer als das „Bühnenklo von Chisinau“, so dass sich das ganze Gehampel zumindest optisch einigermaßen entzerrt.

„Lautar“ ist ein Trashsong, wie er einfach zu jedem Eurovision Song Contest gehört. Wegen solcher Musik schauen sich viele Leute das Spektakel an, vor allem, wenn ein Song derart die Klischees über ein osteuropäisches Land bedient wie dieser hier. Trompetenmusik im Ostrhythmus, teilweise fragwürdiges Englisch und bizarre Choreographien. Aber: Der Song ist lustig und macht einfach Spaß – zumal im Eurovisionszusammenhang! Pasha ist auch optisch ein Hingucker, das dürfte sicher auch hilfreich sein. Wenn er sich jetzt noch dazu entscheiden könnte, auf seine – sagen wir mal – sehr individuelle Hosenauswahl, die zumeist aus Shorts mit seitlichen Aussackungen wie bei orientalischen Pluderhosen besteht, zu verzichten.

Auf Nachfrage erklärte Pasha, der eigentlich studierter Jazzmusiker ist dass die berüchtigte Shorts bis zum Tage der Vorentscheidung eine ganz normale lange Hose gewesen sei, und er sich erst 10 Minuten vor seinem Auftritt entschlossen habe, sie abzuschneiden.

„Lautar“ bedeutet übrigens in etwa sowas wie „Hochzeitsmusiker“. Bei uns stellen wir uns da ja eher mittelalte, stark übergewichtige Herren an der Hammond-Orgel vor. In Moldawien aber spielen diese Herrschaften Trompete und schleppen offenbar mit dem Versprechen „This trumpet makes you mine girl“ (Interpretationen sind ausdrücklich erwünscht!) reihenweise Frauen ab….

Die Pressekonferenz verlief leider etwas zäh, die wenigen anwesenden Journalisten hatten kaum Fragen. Vielleicht hätte Pasha seine Oma mitbringen soll, sowas zieht ja unheimlich, wie wir heute gelernt haben.

Ich halte den Song für einen sicheren Finalisten. Es macht einfach Spaß zuzuschauen, und die Zuschauer sind vielleicht nach dem Song aus Österreich schon in so guter Laune, dass sie Moldawien gleich mit durchwinken. Es wird ja viel orakelt über die letzten drei Songs des ersten Halbfinales. Werden es alle schaffen, zwei, einer, gar keiner? Schwierig zu beantworten. Die Songs sind doch ziemlich unterschiedlich. Alle Up-Tempo, aber das war´s dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Schauen wir uns gleich mal die irren Zwillinge aus Irland an – vielleicht sind wir dann schlauer…..

Aber hier nochmal ein Mitschnitt von Pasha Parfenys erster Probe: