1. Probe Niederlande: Featherlands to the Final

Joan Franka hat es tatsächlich in der Hand, den ewigen niederländischen Fluch (Hängenbleiben im Semi) aufzuheben und mit wehenden Fahnen (oder Federn) ins Finale zu segeln. „You and me“ hat alles, was ein ESC-Song braucht – eine catchy Hook, ein fantastisches Alleinstellungsmerkmal auf Joans schönem Haupt, und die richtige Portion Understatement.

Vier recht problemlose Durchgänge absolvierten die Niederländer heute. Die Hupfdohlen aus dem Vorentscheid sind weg und ersetzt worden durch eine vierköpfige männliche Musikertruppe (Cembalo, Geige, Akkordeon und Gitarre), die auf dem rechten Catwalk sitzen und kurz vor Ende leicht gelangweilt zu Joan und ihrer einen Backingsängerin schlendern für das Schlußbild. Der Background ist gehalten in gelb, blau, orange, irgendwie eine wirre Mischung aus Bändern und geometrischen Formen, und dem ein oder anderen indianisch anmutenden Symbol.

Bei letzten Durchlauf stellte man brennende Schalen rund um die Bühne auf, die wohl etwas zu dicht um Joan platziert waren. In der PK gestand man jedenfalls, dass sie sich bei Probe 2 etwas nach hinten stellen sollte. Ein Glück ist der Federschmuck nicht in Flammen aufgegangen…

Ansonsten zeigte man sich aber sehr zufrieden mit den Proben und will nur minimale Anpassungen vornehmen. Joan berichtete noch von ihrer kurzen Promotour nach Istanbul (ihrer zweiten Heimat, obwohl sie kaum Türkisch, die Sprache ihres Vaters, spricht).

Die große im Raum stehende Frage jedoch wurde mit einem klaren JA beantwortet: Die Federn bleiben. Den Song hat sie nämlich über ihre Sandkastenliebe Frank geschrieben, mit dem sie im zarten Alter von 5 Jahren Cowboy und Indianer gespielt hat. Der wisse nun auch Bescheid, dass das Lied über ihn sei, viel Kontakt habe man aktuell aber nicht. Wie auch immer: Benelux bleibt seinem Kopfschmuck treu, und ähnlich wie bei Iris aus Belgien heißt es hier nun also: „Nicht ohne meinen Federschmuck“.

Ich würde mir noch wünschen, die vier Jungs würden etwas motivierter bei der Sache sein. Selbst beim letzten Durchlauf spielten sich nicht wirklich an ihren Instrumenten und schlurften auch etwas yiellos und ohne Körperspannung auf der Bühne herum. Ein griesgrämiger Blick in die Kamera könnte auch durhaus etwas abschreckend wirken und den Zuschauer eher vergraulen. Vielleicht haben sie wenig geschlafen – die Delegation kam erst gestern an. Wir hoffen auf Freitag!