1. Probe Rumänien: Auf dem Balkan ist man ganz selbstbewusst

Elena von Mandinga im halblangen knallroten Strandkleidchen und mit Ballerinas an den Füßen – das bleibt sicher nicht so, am nächsten Dienstag wird es wohl eher eng, knackig und hochhackig werden!

Vielleicht geben ihr die richtigen Klamotten dann ja auch das richtige Feeling für den Song – und vor allem Dynamik! Denn die erste Probe war für meinen Geschmack ein bisschen zu fade. Aber das sehe ich nicht als Problem an. Für´s Gas geben bleibt ja nun wirklich noch reichlich Zeit!

Die von einem angeblich weltbekannten slowenischen Choreographen erdachte Tanzabfolge, die es auch schon zu einem Flashmob in der Innenstadt von Bukarest gebracht hat,  machte der Band ebenfalls keine Probleme – das ist alles ziemlich gut aufeinander abgestimmt und wird auch von der Kamera bereits jetzt sehr ordentlich eingefangen. Und auch von Seiten der Produktion her hat man sich Mühe gegeben. Das Lichtdesign sieht klasse und effektiv aus. Trommeln im richtigen Takt, Herzen in rot, schwarz und weiß und Flammenwerfer zur richtigen Zeit. Optisch und akustisch also ein wirklicher Genuss – wenn es denn am Ende auch mit der Energie und der Dynamik klappt! Aber wie gesagt – es würde mich schon sehr wundern, wenn die sechs da am Ende nicht mehr herausholen. Die Rumänen sind auch erst seit einer Handvoll Stunden in Baku (man spart ja, wo man kann!), da fehlt natürlich der letzte Elan.

In den Fanabstimmungen quer durch Europa liegen Mandinga ja zumeist im erweiterten Favoritenfeld. Dessen sind sie sich auch bewusst und wollen das genau so haben. Der Delegationschef und der Manager der Truppe stellen ganz klar fest, dass sie hier gewinnen wollen – zumindest aber wollen sie für DEN Hit des Festivals sorgen. Ziemlich selbstbewusst also, aber weshalb sollte man nicht auch in einen Wettbewerb gehen, um ihn zu gewinnen. Der olympische Gedanke ist zwar ganz nett, aber auf Dauer kommen eben nur die Harten in den Garten. Und wer bereits mit dem Buena Vista Social Club und der Havanna Lounge eng zusammengearbeitet hat, braucht wirklich keine kleinen Brötchen mehr zu backen.

Dass Elena aber eine der besten Sängerinnen weltweit sei, ist dann vielleicht doch ein wenig zu dick aufgetragen. Und die Schlussfolgerung, dass viele junge Männer sie auf dem Flug aus Istanbul kommend sie anfassen wollten, weil sie eine der bestaussehendsten Frauen im Universum sei, dürfte in völliger Unkenntnis der auf Flügen zum ESC herrschenden Rahmenbedingungen entstanden sein…..

Ein Mitglied der eigentlich sieben Mitglieder zählenden Gruppe muss sich die Show übrigens von Anfang an aus dem Green Room heraus ansehen. Die Begründung, weshalb es einen der drei Kubaner von Mandinga betraf, war jedoch etwas befremdlich. Man vertrete ja schließlich Rumänien. Da wären drei Kubaner nun wirklich ein bisschen zu viel für das rumänische Publikum. Der betroffene Tony (im Bild ganz links) trug diese Äußerung mit Fassung, er versprach, seine Freunde und Kollegen so gut zu unterstützen, wie er eben könne.

„Zaleilah“, der Song, den ich in diesem Artikel ja noch gar nicht erwähnt habe, ist aber auch ein Selbstgänger für eine gute Platzierung. Fröhlich, tanzbar und absolut sympathisch rübergebracht. Ich glaube, Rumänien kann in diesem Jahr seine positive Bilanz der letzten Jahre weiter aufpolieren. Ob es am Ende dann wirklich zum angepeilten Sieg und Bukarest 2013 reicht, wird sich zeigen.