1. Probe San Marino: „Honey, I have to write a song about facebook“

Valentina Monetta musste als zweite ran am zweiten Probentag in Aserbaidschan, aber unsere erste Begegnung mit San Marino begann bereits auf dem Hinflug von Frankfurt nach Baku…

Denn kaum hatten wir das Flugzeug verlassen, winken uns vor der Passkontrolle herzlich sechs uebermotivierte Volunteers zu. Wir winkten erfreut und ueberrascht zurueck, um Sekunden spaeter festzustellen, dass wir gar nicht gemeint waren, denn als wir uns der Volunteers Clique naeherten, fragten diese uns „San Marino?“

Wir waren schon in Frankfurt enttaeuscht, in der einzigen Maschine an diesem Tag nach Baku kein ESC Personal entdeckt zu haben, auch nicht Valentina, die wir in Amsterdam schon ins Herz geschlossen hatten. Dennoch schauten wir uns auf Bitte der Volunteers noch einmal um und erblickten … Krimhild (mit Oversize Louis Vuitton Handtasche). Und kurz danach Gatte Ralph Siegel einen Schalter weiter an der Passkontrolle. (Im Flugzeug selbst waren wir logischerweise den First Class Passagieren nicht begegnet.)

Wir wiesen daraufhin unsere vollstandig in rot gekleideten neuen Freunde aus Aserbaidschan auf Ralph und Krimhild hin und der ganze – im Light Your Fire Look uniformierte – Schwarm stuerzte sich auf die beiden, um sie von da an vollumfaenglich zu betreuen. Nur ein Maedel blieb bei uns stehen und fragte uns, ob wir aus Oesterreich kommen?

Herr Siegel berichtete uns dann, das Valentina bereits in Baku angekommen ist und so war sie dann heute morgen auch puenktlich zu ersten Probe anwesend, wo sie heftig mit „frequency problems“ zu kaempfen hatte. Das Camera-Rehearsal nach dreissig endlosen Minuten technischen Rumprobieren anschliessend verlief aber ordentlich. Stimmlich war Valentina glaenzend, sehr kraftvoll und harmonisch. Und der Song – naja, der ist halt so trashy wie er ist. Er kommt aber gut an hier, DJ Ohrmeister (DJO) erzaehlte, dass er am Vorabend die „Originalversion“ (also die mit facebook) aufgelegt hat und ueberdurchschnittlich viel und eifrig dazu getanzt wurde.

Die Performance und Choreo wirkte noch etwas unentschieden, die LED-Animation ist – wie Luc aus Belgien es hoeflich formulierte – „farbenfroh“, eine Art Pixelinferno, in dem immer wieder mal Comic-Sprechblasen mit Wortfetzen wie „oh“, „uh“ oder „googling“ und „giggling“ auftauchen. Kann man machen, muss man aber nicht.

Auf der Pressekonferenz anschliessend wurde klar: THE SOCIAL NETWORK SONG ist eine 100% Ralph-Siegel-Show. Nach einfuehrenden Platitueden von Valentina zur grossen ESC-Aufgabe (was man halt so sagt) ergriff Herr Siegel emotional ergriffen das Wort und bezeichnete das ESC-Get-Together in Baku, wo bereits viele alte Bekannte wiedergetroffen habe (das ist uns nach 17h Aufenthalt bereits genauso ergangen), als „one of the most beautiful moments of my life“. Es wurde in einem mehrminuetigen Monolog sehr emotional und persoenlich.

Anschliessend kam die Sprache zwangslaeufig auf facebook und Herr Siegel berichtete, er habe heute „more friends than ever“ und als er seinen facebook-Account eroeffnet haette, waere er so mit Freundesanfragen ueberhaupt worden, dass diese seinen E-Mail-Account lahmgelegt haetten. Die Konsequenz dieser Erfahrungen war zwangslaeufig, dass er sich an Krimhild mit den Worten wandte: „Honey, I have to write a song about facebook!“

Es ging dann noch eine Weile um Ralph Siegels Facebook Abenteuer („it affected my life a lot“), seinen Wunsch Mark Zuckerberg kennenzulernen und die Gemeinheit der EBU, dass alles noch mal neu produziert werden musste („not easy“), aber das Ergebnis sei jetzt „funny and ironic“.

Witzig und ironisch? Hoeren wir mal rein:

Do you wanna be more than just a friend|
Do you wanna play cyber sex again
If you wanna come to my house|
Then click me with your mouse
Oh Oh – Beep beep

Diese anspruchsvollen Zeilen kommen allerdings nicht von Ralph Siegel, sondern von Timothy Touchton (rechts im Bild), der ebenfalls von seinen facebook Erfahrungen berichtete, die allerdings ganz andere sind. Er hat facebook nach 24h wieder abgestellt, weil er merkte, „otherwise it will take over my life“. Nun, bei seinen Lyrics besteht nicht die Gefahr der Nachhaltigkeit.

Pers. P.S.: Damit schliesse ich meine erste Reportage aus Baku. Wir ergaenzen ab heute das PRINZ Team (DJO, Jan, OLiver) und liefern ab heute auch nonstop und ausschliesslich exklusives Bildmaterial, dass Ihr nirgendwo anders findet. Unser sehr landestypisches Balkan-Barock Hauptquartier (naeheres zum Camp Camp Wohnung demnaechst hier, eine sneak preview gibt es bereits auf DJOs facebook Seite) wird aber Mitte der Woche ferner durch 12P verstaerkt und auch Co-Blogger Marc trifft in drei Tagen ein. Ich melde mich heute nachmittag wieder von der ersten Probe von Lucky Lukas und Manu (incl. Lukas Shirtless). Versprochen habe ich im ersten Eintrag noch ein herzliches Dankeschoen an die Hafenapotheke in Hamburg, die (potenziell) schmerzhafte Luecken in unserer Reiseapotheke kurzfristig und kompetent verhindert hat sowie an Dr. Norbert P. aus dem Sauerland fuer die medizinische Hotline.