1. Probe Schweiz: Sündige Rockbrüder mit Pluspunkt

Rockig geht es weiter in Baku. Die beiden Brüder Gabriel und Ivan Broggini aus dem Tessin rocken mit „Unbreakable“ die Bühne, als hätten sie nie in ihrem Leben etwas anderes getan.

Den Probenverlaufkann man eigentlich kurz und knapp zusammenfassen: Echte und „normale“ Musik von zwei Vollblutmusikern. Gut gesungen, die Bühne gut ausgenutzt – was will man mehr bei einer allerersten Probe? Dass die beiden dabei auch noch verdammt gut aussehen (der eine übrigens mit Irokesenschnitt, der andere mit lässig zur Seite geföhnten Haaren), ist ein weiteres Pfund, mit dem hier gewuchert werden kann und wird mit Sicherheit auch das Abstimmungsverhalten des Publikums am nächsten Dienstag positiv beeinflussen.

Die Bühne sieht bei dem Song ebenfalls ziemlich effektiv aus. Der Hintergrund besteht im Grunde nnur aus Streifen und Rastern und hebt den Song gut hervor, anstatt ihn zu überlagern, wie wir das in anderen Fällen ja auch schon beobachten konnten.

Der Name Sinplus soll übrigens zum Ausdruck bringen, dass Rockmusik, die ja oftmals als „sündig“ betrachtet wird, auch positive Gefühle hervorrufen kann – schöne Idee! Die Teilnahme beim ESC hatten sich die Zwei übrigens in ihren „wildest dreams“ nicht vorstellen können. Und jetzt geht alles so schnell. Erst der Sieg in Kreuzlingen bei der nationalen Vorentscheidung, dann der Record-Deal mit Warner Deutschland und nun der ESC. Natürlich hoffen sie, eine gute Platzierung zu erreichen, um die Hoffnungen, die die Plattenfirma in sie setzt, nicht gleich zu Anfang zu enttäuschen.

Die lange Wartezeit zwischen dem Schweizer Finale und heute (mehr als 5 Monate!) haben sie übrigens genossen. Das Beste an der Vorbereitung auf Aserbaidschan war die Tatasache, dass sie bei verschiedenen anderen Vorentscheidungen auftreten konnten. In Weißrussland hat es den Brüdern danach am Besten gefallen -die Stimmung in der Halle dort sei einfach grandios gewesen!

Lys Assia habe ihnen ebenfalls ganz feste die Daumen gedrückt und ihnen eine tolle Zeit in Baku gewünscht. Ist eben doch eineLiebe, die Lys.

Nach der heutigen Performance würde ich sagen, dass es die Schweizer zum zweiten Mal nacheinander ins Finale schaffen könnten. Vielleicht haben sie nach endlosen Anläufen ja jetzt endlich den Bogen raus. Buona Fortuna, Svizzera!