2. Probe Irland: Same Procedure As Every Year

Jedward sind Medienprofits – das war auch bei ihrem heutigen Auftritt wieder jederzeit spürbar. Faszinierend ist es zu beobachten, wie professionell und schlagfertig die gerade 20-Jähringen die Medienklaviatur spielen. Aber das ist bisweilen auch anstrengend für Nicht-Jedwardianer, und – wie heute spürbar war – auch für die Jungs selbst.

Die zweite Probleme verlief dramaturgisch beinahe identisch wie die erste – Springbrunnenintermezzo und Synchronpurzelbäume inklusive. (Nicht nur Donny Montell hat für den ESC Bodenturnen trainiert.) Einziger Unterschied ist, daß John und Edward sich heute weisse Glitzerjackets mit den Fahnen der teilnehmenden ESC-Länder angezogen hatten.

Die blauen Jackets der ersten Probe sehen deutlich besser aus und es bleibt offen, welches Outfit die Jungs am Halbfinale tragen werden. Zur Pressekonferenz erschienen Sie diesmal als Kaugummiautomaten, anknüpfend an den Popcorntütenlook vor wenigen Tagen. Weggelassen haben sie bei der zweiten Pressekonferenz Linda Martin.

Bei der Probe wirkten sie zeitweilig etwas müde und genervt. Sie kennen die ESC-Routine, da kommt schnell Langeweile auf und da ist der eine oder andere demotivierte Blick Part of the deal.

In der PK waren sie dann wieder auf Zack. Die Jungs simulierten freestyle ohne Delegationsleiter oder Pressechef eine Pressekonferenz, indem sie sich gegenseitig Fragen stellten. Die waren nicht doll, aber immer noch um Klassen besser als das, was hier sonst in den meisten Fällen von „Journalisten“ als in Frageform gekleidete Huldigungen platziert wird.  Stefan Niggemeier nannte die „Conference Hall“ gestern auf dem Bakublog sehr zutreffend den „Ort, wo kritische Fragen zum Sterben hingehen.“ Lukas ergänzte lakonisch: „Dead on arrival.“

Auf der Pressekonferenz durften wir dann erfahren, dass Jedward im gleichen Hotel wie die zukünftige Gewinnerin des ESC 2012 wohnen und dass Oprah Winfrey sie als „the most influencental twins in the world“ bezeichnet hat. Wir erinnern uns an Oprahs Menschenkenntnis, sie hat Oscar Loya 2009 als den besten seines (ESC) Jahrgangs bezeichnet.

Wie Sinplus nutzen Jedward den ESC in Baku als Promotionplattform füer ihr neues Album und kündigen an, auf dem neuen CD-Cover flache Haare tragen zu wollen. Sie verteilten dann ihre Kravatten an die Anwesenden (Foto), das kam gut an, denn Promo-Material ist hier der absolute Fetish. Auf Einladung von Ell und Nikki werden Jedward auch auf der offiziellen Openingparty in Baku singen.

Nach dem Performancepart der PK (wo Jedward wild über die Stühle ins Publikum sprangen) gab es dann tatsächlich Raum für echte Fragen. Auf die Frage, welche die wichtigste Frage sei, die sie je selbst gestellt haetten, meinte Edward schlagfertig: „Ask God for a copy of me.“ Klasse! Und dann wurden Jedward gefragt, ob sie schwul sind. Darauf erklärten sie sich für „straight“ auf der Suche nach einem Girlfriend mit dem Zusatz „Sorry to all the guys, not this time.“

„Not this time“ dürfte auch für Jedwards Erfolgsaussichten beim diesjaehrigen ESC gelten. Aber sie teilen zumindest das Hotel mit der zukünftigen Siegerin.

Hier geht es zum Bericht über die erste Probe von Jedward für Irland.