2. Probe Kroatien: Verheddert im Leintuch… und im Semi!

Nina Badrić und ihr Team in ausweglosem Kampf gegen ein weißes Riesentuch und das Ausscheiden im Semi. Mit dem Song „Nebo“, der man innerhalb von maximal 20 Sekunden wieder vergessen hat und einer Choreographie, die ebenso ohne Ecken und Kanten daherkommt, wird das wohl nix am Donnerstag.

Auch die Kroaten trugen gerade ihr mutmaßliches Bühnenoutfit für das Semifinale. Nina und die Tänzer in schwarz (die Jungs in Netzhemden), die drei Backings in strahlendem Weiß. Soweit, so gut. Doch die Bühenenarbeit der sechs ist lediglich bemüht, da ist keine Motivation, kein Engagement, keine Leidenschaft zu spüren. Und der Song ist halt nun mal wie er ist – mit einer Menge „Instantly forgettable appeal“ gesegnet. Kroatische Fans sagten mir zwar, dass der Text durchaus Qualität habe, und der eine oder andere mag ihn auch. Insgesamt herrscht aber große Enttäuschung bei den wenigen angereisten Landsleuten.

Und so kommt es eben, wie es in solchen unglücklichen Lagen immer kommt: Es läuft einfach alles schief. Beim zweiten Durchlauf, als die drei Backings kurzzeitig von einem weißen wehenden Tuch von hinten eingefangen werden sollen, wird zu hoch angesetzt und die mittlere Dame verheddert sich mal eben komplett und muss sich wieder freischaufeln. Nina wirkt derweil angespannt und hilflos.

In der PK wirkte das Team völlig genervt. Man sei sehr unzufrieden nach diesem „dynamischen und kreativen Prozess“, wie der Head of Press die verhunzte Probe nannte. Gefragt nach mehr Details meinte er weiter, am Anfang würde er mehr von der Choreographie sehen wollen, mehr unterschiedliche Kamerapositionen, um dann im zweiten Teil das Dramatische des Songs, das sich langsam aufbaut, herauszukehren, bis es dann am Ende wieder ruhiger wird.

Nina mittlerweile schien so hilflos, dass sie jedesmal, wenn ein Journalist sich meldete, diesen wie ein aufgedrehtes Duracell-Häschen mehrfach begrüßte und dessen Landesnamen in den Raum rief, wobei sie dabei immer gequält lachte. Die anderen sagten gleich mal gar nichts. Zu aller Erleichterung sang sie aber auf Aufforderung zwei Songs („Hold me now“ und „Rock me“) und verkürzte das Fiasko damit ganz schnell. Puh.

Hinterher wurden Nina und die Head of Delegation vor dem Pressezentrum vom Kollegen Jan gesichtet, wie sie sich anzickten. Da liegen die Nerven wohl blank.

Hier gibt es den Bericht zur ersten Probe Kroatiens.