2. Probe Österreich: Wo ist das Popoposing?

Lukas und Manu haben nun doch noch einen Weg gefunden, die Lichteffekte aus der österreichischen Vorentscheidung auf die Bühne in Baku zu zaubern. Leider weniger beeindruckend als in Wien, auch der erotische Faktor ihrer Show scheint seltsam abgedämpft. Muss Lukas am Ende doch noch sein Hemd aufreißen, um die Finalteilnahme zu retten?

Sind wir ehrlich, bei einem rap-orientierten Titel wie „Woki mit deim Popo“ geht es nicht darum, die Töne perfekt zu treffen, sondern eine Show auf die Bühne zu hauen, dass es nur so kracht. Trackshittaz haben mich in ihrer zweiten Probe nicht wirklich überzeugt.

Zunächst einmal ist der Hintergrund weiterhin abstrakt mit gelben, weißen und später rosafarben-grünen Rhomben gespickt, was nicht weiter stört. Weiterhin bemühen sich die drei Tänzerinnen an den Pool-Dance-Stangen, an denen auch die Jungs ein wenig herumturnen, um eine ansprechende Sexyness.

Vergeblich, der erotische Faktor, mit dem „Woki mit Deim Popo“ ja augenzwinkernd spielen möchte, kommt kaum noch heraus. Sind die Mädels etwa zu bieder (aufgemacht)? Könnte sein, aber Sexyness rettet auch nicht immer einen Song: Gjoko Tanevski aus Mazedonien hatte mit einer Rocknummer in Oslo mit deutlich unbekleidetern tanzenden Dominas auch keinen Erfolg.

Der neu eingefügte Mittelteil, in dem die Bühne nun doch verdunkelt wird und Leuchtstreifen an den Hosen und Schultern der Jungs und den Popos der Mädels aufleuchten, kommt optisch am Schirm ein wenig blass herüber. Bis das Hirn erfasst hat, dass lächelnde Popos gezeigt werden sollen, ist die Sequenz schon wieder vorbei. Und anders als die Österreicher in ihrer ersten Pressekonferenz angekündigt haben, wackeln sie eben nicht mehr mit dem Popo – zumindest wird das kaum von den Kameras eingefangen.

Hat die EBU etwa eingegriffen und das Popowackling auf das tragbare Ausmaß einer Familienshow reduziert? In der Pressekonferenz antwortete Lukas auf meine Frage, dass das nicht der Fall sei, wenn die Show nicht erotisch genug rüberkomme, müssten sie eben noch mehr Sex reinpacken. In der Tat. Sein Hemd will Lukas aber nicht wie im österreichischen Finale aufreißen: „Ich habe in Baku noch keine Zeit gehabt, meine Abs zu trainieren.“

Hier ein kleiner Exkurs – das wäre der von Lukas auf Twitter selbst gepostete Idealzustand:

Zurück zur Show: Die Österreicher waren zufriedener als nach dem ersten Mal, insbesondere mit dem Funktionieren der LED-Applikationen auf Hosen und Jacketts. Es sei aber immer noch ein Weg zurückzulegen, bis zu der Präsentation, die sie eigentlich geplant hatten.

Sie freuen sich beide schon auf die Auftritte vor Publikum (die Generalproben werden ja bereits mit gefülltem Auditorium durchgeführt), denn dann könnten sie noch besondere Energie aus der vollbesetzten Crystal Hall für ihren Auftritt ziehen.

Wir fragten auch nach der „Nudelsuppengang“: Manus Vater hat ein Restaurant, in dem es offensichtlich hervorragende Nudelsuppe gibt – ein Leibgericht der beiden Twens. Beim Herumalbern beim Essen sei ihnen der Einfall mit der Nudelsuppengang gekommen. Wir hatten da einen etwas raunchy’geren Hintergrund vermutet…

 

Auf ihren „Comedy-Act“ angesprochen, meinte Lukas, sie seien in einem ganz anderen Segment als etwa Alf Poier (ESC 2003) angesiedelt, bei ihnen gehe es nicht so sehr um den Text, sondern darum, Spß zu haben, den Körper zu bewegen und eben mit dem Arsch zu wackeln. Daher sei es auch völlig ok, auch beim ESC in Mundart zu singen, denn die Party-Energie und die Botschaft des Songs würde ja klar werden auch ohne den Text zu verstehen.

Dann wollen wir mal hoffen, das Europa nicht nur die Botschaft begreift und die Kehrseiten in rhytmische Schwingungen versetzt, sondern auch zum Hörer greift. In der Jurywertung dürften die Trackshittaz einen schweren Stand haben.

> Bericht zur ersten Probe

Videoclip der zweiten Probe: