2. Probe Türkei: Zappelphilipp auf der Titanic?

Can Bonomo fasziniert und polarisiert durch seinen eigenwilligen Tanzstil. Die Textzeile „Hop on to my Ship Baby“ wurde in Probe 2 toll und effektvoll durch die Outfits und Schleppen der Background-Tänzer umgesezt. Trotz jüngster Schiffsunglücke dürfte Can Bonomos Kahn wohl sicher in den Finalhafen einlaufen.

Was man in Probe 1 schon erahnen konnte, wurde nun deutlich: Zentrales Thema der Show von Can ist das Thema Schiff. Die Semifinaloutfits der Tänzer bestehen aus langen grauen Umhängen, die 2x effektvoll ein Schiff bilden. Passend gibt es Wellen und Leuchttürme auf LED.

Diskussionspunkt unter den türkischen Fans war das „Gehampel“ (O-Ton von Fans) von Can im Kontrast zu den perfekten Moves der sehr professionellen Background-Tänzer. Deshalb bekam Can wohl den Rat, seinen eigenwilligen Tanzstil etwas zurückzunehmen, damit es nicht zu asynchron wirkt. Dies ist schlussendlich ein guter Kompromiss, und insgesamt wirkt es nun stimmiger. „Is he stoned or drunk?“ fragten sich böse Zungen noch nach Cans ersten Tanzversuchen. Das Geläster ist nun aber verstummt.

Can kommt bei der Pressekonferenz sehr sympathisch rüber. Er ist ein wahres Multitalent: bereits mit 8 Jahren spielte er Gitarre mit dem Nachbarsbub und studierte später an der Filmakademie und produzierte anschließend bereits Shows auf MTV. 2011 folgte dann sein erstes Album „Mekzup“.

Passend zum ESC-Beitrag berichtete er stolz von seinem Segelschein und Segelabenteuern in der Türkei. Sein großer Traum ist eine Ozeanüberquerung nach Amerika. Außerdem ist er eine große Leseratte.

Can war auch bereit, auf meine sehr persönliche Frage nach der Bedeutung seiner Tattoos zu antworten: Auf dem Oberarm trägt er ein Bild seiner verstorbenen Mutter mit sich, damit sie immer bei ihm ist. Auf seinen Fingern hat er ein Symbol, was auch sein großes Vorbild Chris Martin (Coldplay) trägt. Danach endete mit viel Applaus die Pressekonferenz.