Live-Blog: Kümmert lehnt das ESC-Ticket ab – Ann Sophie fährt nach Wien

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Heute Abend war es soweit: Deutschland wählte seinen Beitrag für den ESC in Wien. Der haushohe Favorit der PRINZ Blog Leser, Fahrenhaidt, schied schon in der ersten Runde aus; die Clubkonzert-Siegerin Ann Sophie kam, wie Elaiza im Vorjahr, ins Finale. Da unterlag sie bei den Anrufen Andreas Kümmert – der dann die Show mit einer überraschenden Ansage sprengte. Hier ist unser Liveblog zum Nachlesen.

Unsere Berichterstattung von den Proben in der TUI Arena:

Roll-Blog vom ersten Probentag mit Laing, Faun, Mrs Greenbird und Noize Generation
Roll-Blog vom zweite Probentag mit Alexa Feser, Fahrenhaidt und Ann Sophie
Live-Blog von der Pressekonferenz mit Barbara Schöneberger und (fast) allen USFÖ-Acts

Interview mit Noize Generation
Interview mit Mrs Greenbird
Interview mit Laing
Interview mit Fahrenhaidt
Wildcard-Fragebogen mit Ann Sophie

Dies ist die geplante Startreihenfolge für Runde 1 – vorbehaltlich von Last Minute Änderungen nach der Generalprobe.

1. Mrs. Greenbird: SHINE SHINE SHINE
2. Alexa Feser: GLÜCK
3. Faun: HÖRST DU DIE TROMMELN
4. Noize Generation: SONG FOR YOU
5. Ann Sophie: JUMP THE GUN
6. Fahrenhaidt: FROZEN SILENCE
7. Laing: ZEIG DEINE MUSKELN
8. Andreas Kümmert: HOME IS IN MY HANDS

12:00 Uhr Neue Infos von Iris Bents von der NDR Presse:

1. Die Halle (ca. 4.500 Plätze) ist ausverkauft!

2. Andreas Kümmert ist in Hannover eingetroffen und absolviert jetzt eine extra für ihn angesetzte Einzelprobe (nicht öffentlich, Photo via Eurovision.de), er wird also in der Liveshow definitiv dabei sen.

Andreas Kümmert USFÖ Probe

 

20:00 Uhr. Guten Abend aus Berlin. Einige PRINZ Blogger sind live vor Ort in der TUI Arena, und ich begleite euch hier mit dem Live-Blog durch den Abend. Noch läuft die Tagesschau, danach begrüßen uns Babsi Schöneberger und Janin Reinhardt (Greenroom) aus Hannover. Außerdem dürfen wir uns auf die TV-Premiere der neuen Conchita-Single „You are unstoppable“ freuen, Stephanie Heinzmann präsentiert ebenfalls einen neuen Song.

Wahnsinn, schon mehr als 100 Kommentare hier unten, noch ehe überhaupt die Show begonnen hat. Werden wir den bisherigen Rekord brechen (560 Kommentare zum Malta-Halbfinale im vergangenen November)?

Die Wettervorhersage kündigt Spühregen und dichte Wolken an. Was sagt die Musikvorhersage? Wird’s Fahrenhaidt? Hat Ann Sophie einen Elaiza-Moment? Wir sind gespannt.

Und damit geht’s los. „Good evening, Europe“ ist der erste Satz – gesprochen 2011 von Anke in Düsseldorf. Es gibt Bilder aus Kopenhagen, vom ESC 2014. Klar, gleich kommt ja Conchita Wurst, die mit „Rise like a phoenix“ den Abend eröffnet. Die Eurovisions-Hymne. Und dann begrüßt uns Peter Urban nochmal und sagt Conchi an. Sie sieht in ihrem weißen Kleid weniger elegant aus als in Kopenhagen, aber besser als in diesem merkwürdigen hellblauen Hemdchen, das sie kürzlich in Sanremo getragen hat.

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Man merkt, dass Conchita live singt. An manchen Stellen akzentuiert sie etwas anders als in der Studioaufnahme. Großer Applaus, sie bedankt sich brav.

Barbara Schöneberger kommt auf die Bühne, Conchi singt ein Geburtstagsständchen. Ach, Frau Sch. hat Geburtstag! Na, dann gratuliere ich auch mal artig.

Hui, Frau Schöneberger zeigt Bein und trägt einen deutlich besseren Fummel als kürzlich dieses Streifenstrick beim Clubkonzert. Die Totale zeigt eine volle Halle, NDR-Pressefrau Iris Bents hatte ja gesagt, dass der Vorentscheid ausverkauft ist. Prima, sieht besser aus als vergangenes Jahr. Da wirkte das kleiner und sah weniger nach Arena aus.

Babsi verkündet, dass Australien beim ESC dabei ist. „Der Ralph Siegel versucht’s überall.“ Und dann erklärt sie, dass Australien halt doch zur EBU gehört, wenn auch nicht zu Europa.

babsi

Und schon leitet sie über zum 1. Künstler des Wettbewerbs. Los geht’s mit Mrs. Greenbird. Die beiden X-Faktor-Gewinner von Ende 2012 haben „Shine Shine Shine“ als ersten Beitrag gewählt, die ruhigere Nummer kommt vielleicht später. Wenn überhaupt, sollte ihr erstes Lied ins USFÖ-Finale einziehen. Aber ob es soweit überhaupt kommt? Seit ihrem Erfolg Anfang 2013 nach dem Castingsieg ist doch einige Zeit vergangen. Im Einspieler lernt man Steffen und Sarah näher kennen.

1. Mrs. Greenbird – Shine Shine Shine

Huch, Sarah im pinken Oberteil und buntem Kleid, das irgendwie farblich nicht ganz zum Backdrop passt. Die Halle geht von Anfang an gut mit, man hört die Menge mitklatschen. Guter Auftakt. Sarah und Steffen stehen anfangs Rücken an Rücken. Die auf dem Blog mehrfach diskutierten Glühbirnen sorgen für angenehme Stimmung auf der Bühne.

Ich kann die Assoziation zu den Common Linnets schon ein wenig nachvollziehen. Klar, Shine Shine Shine ist flotter als Calm after the storm, aber die Niederländer haben ja auch flottere Sachen auf ihrem Album, die dann eher so klingen wie das hier. Aber ob das auf einer großen ESC-Bühne wirken würde? Sarah hört man mehr als Steffen, aber ihre Engelsstimme sticht ja auch hervor. Hat mir gut gefallen, der Halle offenbar auch. „Da stehen schon die ersten“, sagt Babsi und ist meiner Meinung: ein schöner Anfang. 7/10

Ohne großes Geplänkel sagt Barbara die nächste an. Alexa Feser hat sich bei mir zu einem echten „Grower“ entwickelt. Anfangs fand ich es eher langweilig, aber inzwischen finde ich ihre Songs richtig groß. Mal sehen, ob die Zuschauer zuhause sich auch einfangen lassen von „Glück“. Im Einspieler nuschelt Udo Lindenberg irgendwas darüber, dass Alexa tolle schöne Texte schreibt.

2. Alexa Feser – Glück

Schade, dass es nicht für einen großen Flügel gereicht hat. Alexa sitzt nur an einem kurzen Klavier auf der Bühne, vor den Lampen. Mein Eindruck: Die Beats sind heftiger, stärker als auf der CD. Oder täusche ich mich da? Zumindest hier am TV scheint mir das so.

Nach dem 1. Refrain animiert Alexa die Zuschauer, „immer dann immer dann“ mitzusingen, sie steht auf und singt dann stehend am vorderen Bühnenrand weiter. Sie wirkt gelöst, man merkt, sie hat Spaß hier zu performen. Sie lächelt, strahlt. Kommt gut rüber. Der Background-Chor singt auch gut, das alles wirkt rund. Die Version scheint kürzer als auf CD; ist das schon eine Drei-Minuten-Fassung? Leute im Publikum stehen, guter Applaus. Die Menge in der TUI Arena hat offensichtlich prima Laune. I like! 9/10

Babsi kündigt Faun an. Zurück ins Mittelalter – Pagan Folk ist an der Reihe. „Damals gab’s Pest und Cholera, heute haben wir nur Gitti und Erika“, kalauert Barbara. Ich bin ja durchaus empfänglich für ungewöhnliche Instrumente auf der Bühne: Drehleier, Sackpfeifen und derlei mehr. Insofern antworte ich gern mit Ja auf die nun gestellte Frage „Hörst du die Trommeln“. Im Einspieler erzählen Faun, warum sie diese Art von Musik machen und dass sie in vielen Ländern schon auf Konzerten gespielt haben. Vermutlich vor allem auf Mittelalter-Festivals, würde ich mal vermuten.

3. Faun – Hörst du die Trommeln

„Direkt aus dem 11. Jahrhundert angereist“, sagt Barbara Schöneberger. Es geht gleich mit Trommelei los, und prompt sind auch Drehleier und Sackpfeife groß im Bild. Gefällt mir. Der Typ mit dem Haarteil, das OLiver und Peter im Probe-Rollblog beschrieben hatten, ist auch im Bild zu sehen. Viel Feuer auf der Bühne. Man versucht schon die Stimmung vom Mittelalter-Markt einzufangen. Ich mag nur die Art, wie der Sänger einzelne Wörter betont und zieht, nicht so – wirklich unnatürlich. „In deinen Träumen niiiicht“! Aber sonst stimmlich gut gesungen. Akzeptabel. Aber für den ESC vielleicht etwas zu lasch. 6/10

Auch da gibt’s guten Applaus. Gehört euch alles gleich gut, da in Hannover? Irgendwie fand ich das eben auch ganz nett.

Aufs Abschneiden von Noize Generation bin ich jetzt echt gespannt. Zum einen wäre das Uptempo-Musik, die vielen von uns ESC-Fans ja in Wien noch so sehr fehlt; zum anderen aber hat Deutschland ja 2013 mit Cascada keinen Erfolg mit einer Dancenummer gehabt. Traut man sich da noch mal? „Song for you“ jetzt. Jewgeni alias Jeff ist in der Ukraine geboren – von dort haben wir ja jetzt schon einen ESC-Teilnehmer, der für Moldawien singt. Kommt da heute Abend ein zweiter Ukrainer dazu (wo die Ukraine selbst gar nicht beim ESC dabei ist)? Jeff erzählt im Einspielfilm, wie er seinen Sänger Patrik Jean kennengelernt hat.

4. Noize Generation – A song for you

Die beide Daft-Punk-Tänzer sind toll eingefangen, mal leuchten sie in Grün, mal in Weiß, mal in Blau. Toller Gimmick. Ein Hauch von Mello beim deutschen Vorentscheid. 😉

Patrik Jean singt bisweilen etwas manieriert… spielt etwas zu sehr mit seiner Stimme, finde ich. Die heftigen Beats laden zum Tanzen ein, meine Füße wippen mit. In derr Halle gehen manche im Publikum auch ab, wie man sehen kann. Bei den hohen Tönen quält sich Patrik aber ganz schön. Da wird’s live dann weniger schön. Jeff steht, wie es sich für einen DJ gehört, hinten hinter seinem Pult, springt auf und ab, hat Spaß. Am Schluss lächelt Patrik. Die beiden hatten auch Spaß. Wäre für den Euroclub eine gute Nummer. Beim ESC auch? Der Beat ist vielleicht etwas zu remix-haft, das hat bei Slowenien 2013 auch nicht recht funktioniert. Das macht mich etwas skeptisch. Aber gute, moderne Nummer. 7/10

Barbara kündigt eine Dame an, die wir kürzlich in der Großen Freiheit kennengelernt haben. Back from the club: Beim Clubkonzert stach Ann Sophie kürzlich auf der Hamburger Reeperbahn 9 Konkurrenten aus – heute wären es sogar zwei weniger. Der Probe nach zu urteilen, sehen wir gleich den gleichen Auftritt wie in der Großen Freiheit: roter Hosenanzug, Rücken zum Publikum. Los geht’s, „Jump the Gun“. Ann Sophie erzählt im Clubkonzert, wie sie den Sieg beim Wildcard-Konzert erlebt hat, man sieht Bilder von ihrer Studioaufnahme nach dem Sieg. Sie würde sich riesig freuen, nach Wien zu fahren, sagt sie. Klar, das würden heute wohl alle gern.

5. Ann Sophie – Jump the Gun

Auftritt wie beim Clubkonzert. Ann Sophie in ihrem roten Hosenanzug mit dem Rücken zum Publikum, beginnt den Song, dreht sich dann um. Hinter ihr auf der Leinwand ein altertümlicher „Ann Sophie“ Schriftzug mit Schrifttype der Roaring Twenties, aber die Nummer ist doch kein Charleston oder so?!? Ann Sophie hat ihre Moves vom Clubkonzert verfeinert, läuft über die Bühne, winkt, fühlt sich auch sehr sicher in ihrem Song. Der Background-Chor auch gut. Das wird eine harte Entscheidung heute Abend. Bisher eigentlich keine Ausfälle (ganz anders als gestern abend in Athen, wo man kaum gute Sänger hatte). Viel Applaus, auch das war ein stimmiger Auftritt. Schön! 7/10

Barbara Schöneberger kündigt ruck-zuck die nächsten an. Im Einspieler lernen wir das Produzenten-Duo Erik und Andreas alias Fahrenhaidt kennen. Den Gesang dazu liefert Amanda Petersen aus Dänemark. Ich gehöre ja laut unserer Umfragen hier auf dem Blog zur Minderheit derer, die damit irgendwie nicht viel anfangen können. Der „Nature Pop“ – ich würde es „Enya 2015“ nennen – lässt mich bisher kalt, vielleicht ändert sich das ja jetzt. Hier kommt „Frozen Silence“.

Jetzt Fahrenhaidt mit der Stimme von Amanda Petersen. Ich gehöre ja laut unserer Umfragen hier auf dem Blog zur Minderheit derer, die damit irgendwie nicht viel anfangen können. Der „Nature Pop“ – ich würde es Enya 2015 nennen – lässt mich bisher kalt, vielleicht ändert sich das ja jetzt. Hier kommt „Frozen Silence“.

6. Fahrenhaidt – Frozen Silence

Ich persönlich werde mit Amandas metallisch klingender Stimme nicht so warm, aber das geht ganz vielen ja anders. Was mich hier aber noch mehr irritiert, ist die Aufmachung auf der Bühne: Die Quallen sind irritierend, die Balletttänzerinnen in ihren weißen Leucht-Tütüs finde ich auch etwas merkwürdig. Überzeugt das die Zuschauer zuhause? Gibt’s eigentlich eine Instrumentalversion von dem Lied? Der Klavier-Part des Stücks gefällt mir nämlich ganz gut. Aber alles in allem überzeugt mich der Auftritt nicht. Für jemand, der dafür bisher nicht angerufen hätte (ich), haben sie mich jetzt auch nicht „gekriegt“. 4/10

Barbara kündigt schon die Vorletzten des Abends an: Jetzt lassen Laing ihre musikalischen Muskeln spielen. Ungewöhnlich genug, um aufzufallen, ist das ganze ja: Deutscher Text, humorvoll, zu Elektrobeats, dazu eine im besten Wortsinne merk-würdige Choreo auf den Indoor-Spinning-Bikes – das könnte doch durchaus überzeugen. Oder finden die durchschnittlichen ARD-Zuschauer das zu albern? Mal sehen. Im Einspieler sagen Laing, dass sie mit jedem Lied eine eigene kleine Welt erschaffen wollen. Das gelingt auch bei „Zeig deine Muskeln“ ganz gut, finde ich. Nicola erzählt, wie ihr in einem Fitnessstudio in Wien (!) die Idee zum Song kam.

7. Laing – Zeig deine Muskeln

Was für ein cooler Auftritt. Da wird nicht einfach nur irgendwie gesungen – die Idee mit den Bikes ist eigentlich grandios und ergänzt den Text wunderbar. Die Mädels scheinen ja fast ein bisschen zu schwitzen beim Training. Bei der zweiten Strophe beugen sie sich runter auf die Lenker. Ganz relaxt. In der Bridge kommt die Tänzerin im knappen Sportbikini und zeigt nochmal ihren Bizeps, Trizeps… Die drei kommen ein wenig außer Atem, aber sie singen das Lied gut bis zum Ende durch. Nur am Ende kommt das „danke“ zum großen Applaus ein bisschen atemlos (durch die Nacht). Ich fand’s spitze. 9/10

So, der letzte ist an der Reihe. Wir dürfen gespannt sein auf Andreas Kümmert. Am Probetag gestern fiel der Voice-of-Germany-Sieger von 2013 ja krankheitsbedingt aus, heute Nachmittag hatte er erst Einzelprobe und war dann bei der Generalprobe ganz gut bei Stimme, wie unser Fotoblogger-Kollege Frank aus der Halle übermittelte. Er sieht ihn auch in Runde 2 kommen. Dazu muss er aber erst mal mit „Home is in my hands“ weitergewählt werden. War der Casting-Erfolg nur ein punktueller, oder überzeugt er das Publikum auch heute abend, für ihn zum Telefon zu greifen?

8. Andreas Kümmert – Home is in my hands

Andreas traut sich, erst die Ballade zu singen und später eventuell die schnellere Nummer (bei Fahrenhaidt sind ja beide ähnlich ruhig vom Tempo). Die Wahl ist aber gar nicht schlecht, denn das Lied erlaubt ihm, zu zeigen, was er stimmlich so drauf hat – und das ist bekanntlich eine Menge. Es gibt schon mitten im Lied spontanen Applaus in der Halle. Wirklich gut gesungen. Er kämpft ein wenig mit den In-ears – Probleme? Oder will er die einfach nicht haben? Er schreit zwischendrin, er hat den Soul, den Blues. Zur Optik sage ich jetzt mal nichts.

Zwischendurch hat er die Augen zu, ein bisschen Max Mutzke. Bei dem Song und der Art des Vortrags aber ist auch das erlaubt und nicht so schlimm. Aber ein wenig erschöpft wirkt er gegen Ende schon. Dürfte die Krankheit sein, die noch in ihm steckt, würde ich mal tippen. Aber dafür eine sehr gute Leistung abgeliefert. Als Song ist das nicht gerade super-innovativ oder auch nur überraschend. Ob es für die nächste Runde reicht, bin ich mir nicht sicher. Aber ich fand’s ganz gut. 6/10

Barbara Schöneberger liest nun alle 8 Telefonnummern vor, denn jetzt kann schon abgestimmt werden. Von den acht Acts kommen schließlich nur vier in Runde 2. Zu gewinnen gibt’s einen Trip zum ESC nach Wien. Inklusive Tickets. Letzteres dürfte für viele Fans sehr, sehr, sehr viel wichtiger sein als die kostenlose Unterkunft, die beim Preis dabei ist – an Karten zu kommen, war bekanntlich dieses Jahr recht mühsam.

Schnelldurchlauf – und da würde ich jetzt spontan von Frau Feser, Laing und Ann Sophie anrufen. Bei Laing vielleicht mehr für die Show auf den Bikes als für den Song… Noize Generation hat mir aber auch gefallen, weil der Uptempo-Beat eine Farbe wäre, die uns beim ESC noch fehlt.

Jetzt kündigt Babsi Mark Forster an, der beim Clubkonzert auch schon dabei war. Er präsentiert den neuen Song „Flash mich“. Währenddessen kann weiter fleißig angerufen werden.

Mein Tipp, wer weiterkommt: Laing, Andreas Kümmert, Alexa Feser und Ann Sophie. Obwohl: Fahrenhaidt raus? Kann ich auch kaum glauben. Aber vielleicht haben die Quallen und Tütüs die Zuschauer auch so irritiert wie mich.

Mark Forster ist durch, aber man kann noch anrufen, sagt Barbara und liest nochmal alle Nummern vor. Ich greife auch mal eben zum Telefon. Die letzten 60 Sekunden laufen. Babsi macht sich lustig darüber, dass sie jetzt hier eine Minute überbrücken muss. Thomas Hermanns habe heute auch Geburtstag, sagt sie.

Die Leitungen sind geschlossen! Gleich gibt’s das erste Ergebnis. Ich bin gespannt, denn ich finde, das meiste war ganz gut und es keine Ausfälle. Schalte in den Greenroom, der extrem schlicht ausssieht. Da hat die ARD ein wenig gespart, scheint so. Es stehen zwar ein paar weiße Sofas rum und Faun stehen an Tischen. Mit denen quatscht jetzt Janin Reinhardt, ehe sie zu Ann Sophie geht. Aber beim Greenroom hätte man etwas mehr rausholen können. Da war der Greenroom beim Clubkonzert ja etwas eleganter!

Zurück zur Geburtstags-Babsi.

Und der erste Act in Runde 2: Alexa Feser. Auch Ann Sophie ist weiter, ebenso Laing mit ihren Trizeps. Und Nummer vier in Runde 2 ist Andreas Kümmert. Fahrenhaidt ist tatsächlich raus!! Der haushohe Favorit der PRINZ Blog Leser ist ausgeschieden. Unglaublich! Auch Noize Generation, Mrs. Greenbird und die Mittelalter-Musiker von Faun haben ihren zweiten Song umsonst geprobt.

Ehe es in Runde 2 geht, schaut Babsi nochmal nach Australien. Im Einspieler sehen wir, wen der Sender SBS heute Nacht nominiert hat: Guy Sebastian wird die Farben von Down Under in Wien vertreten. Das Erste also ganz aktuell, wir wissen ja erst seit 21 Stunden, wer von Australia nach Austria fahren wird. Und er grüßt uns schon und sagt, dass er sich auf den deutschen Act freut, der in Wien dabei sein wird.

Runde 2 beginnt. Im Einspieler sagt Alexa Feser, dass „Das Gold von morgen“ ihr ganz persönliches Durchhaltelied ist, ein Lied, noch persönlicher als „Glück“.

1. Alexa Feser – Das Gold von morgen

Alexa sitzt wie vorhin am Klavier, in einem silbernen Kleid. Hatte sie das vorhin auch schon an? Hab ich gar nicht drauf geachtet, vor lauter schönem Gesang. „Das Gold von morgen“ zeigt eine ruhigere Facette, „Glück“ war ja etwas poppiger. Ganz schlicht, mit Streichern hinter Alexa. Natürlich bleibt sie das ganze Lied über am Piano sitzen. Schöner Sternen-Backdrop in weichem Licht. Die Bühne erzeugt eine schöne, warme Stimmung, die grandios zum Lied passt. Viel Applaus, völlig zu Recht. Das ist ganz, ganz großartig. Ich weiß, wir haben schon allerlei ruhige Songs beim ESC, aber das wäre eine tolle Nummer für Wien. Da hat alles gepasst! 10/10

Auch Ann Sophie hat es eine Runde weiter geschafft (Elaiza!?!?!) Im Einspieler sagt sie, dass sie „Black Smoke“ ganz toll findet, dass es richtig viel Spaß mache, ihn zu performen.

2. Ann Sophie – Black Smoke

Den Hosenanzug gegen ein schwarz-weißes Outfit getauscht, Ann Sophie zeigt bestrumpftes Bein über schwarz glänzenden Stöckelschuhen. Sie liebt es offenbar, von links nach rechts über die Bühne zu laufen – macht sie wie vorhin bei „Jump the Gun“ wieder. Der schwarze Rauch des Liedtitels ist auf der Rauten hinter Ann Sophie zu sehen. Sie zuckt zwischendurch eindrucksvoll, man merkt wirklich, dass es ihr große Freude bereitet, den Song zu singen. Am Ende wird’s ein bisschen Impro-Gesang. Aber das erlaubt der Song durchaus, und der Background-Chor stützt sie sehr gut dabei. Großer Applaus in der Halle. Starker Auftritt, das Lied noch besser als „Jump the Gun“. 8/10

Als dritte sind Laing dran. Im Einspieler wieder in der Fitness-Studio-Garderobe spielen die Mädels schon mal auf den Titel an, es kommen jede Menge Lampen. „Wechselt die Beleuchtung“ erinnert Babsi an ihre Erlebnisse in der Umkleidekabine beim Mode-Shopping. Haha..

3. Laing – Wechselt die Beleuchtung

Ein krasser Gegensatz zu „Zeig deine Muskeln“. Diese Schreibtischlampe, die die Mädels an den Mikrofonständer geschraubt haben, ist ja ein bisschen ihr Erkennungsmerkmal, damit treten sie oft auf. Passt aber ja auch zum Namen des Liedes. In der Mitte des Liedes ziehen die Mädels ihre schwarz-weißen Dresses aus und stehen in knallroten kurzen Kleidern da. Gut, haben wir beim ESC auch schon 1000 mal gesehen. BennyBenny schrieb hier auf dem Blog neulich, bei „WdB“ sei der Zugang schwieriger. Wohl wahr. Ein Lied ohne Instant Appeal. Für den ESC wäre der Muskel-Song der geeignetere. Man muss sich halt auf „WdB“ einlassen, und das ist für den Wettbewerb im Mai eher nicht so geeignet. 5/10

Im Einspieler bedankt sich auch Andreas Kümmert – wie die ersten drei auch jeweils – dass er es ins Halbfinale der Show geschafft hat. Er singt jetzt das flottere „Heart of stone“.

4. Andreas Kümmert – Heart of stone

Ein Song, den auch Joe Cocker hätte singen können. Solche Songs hatte Joe Cocker in den letzten Jahren ja auch im Repertoire. Kümmert hat eine interessante Stimmvarianz, er kann es ganz sanft, aber stößt auch Schreie raus, wenn es sein muss. Sehr authentisch, da ist einer, der sich nicht verbiegt. Aber das Lied selbst ist auch nur so mittelmäßig, finde ich. Eine gute Radio-Nummer, die sicher gut im Autoradio laufen kann. Aber für den ESC zu schwach, meiner Meinung nach. 4/10

Barbara liest die Telefonnummern vor und ist auch nicht ganz unparteiisch – Laing fand sie offenbar am besten. „Das wird schwer, beide Songs sehr gut!“ Es gibt einen Schnelldurchlauf mit allen 8 Songs der vier Halbfinalisten. Hmmmm…. wer kommt da jetzt ins Finale? Frau Feser gegen Laing? Oder schafft es unser Clubkonzert-Talent doch bis in die Endrunde?

Barbara Schöneberger kündigt Stephanie Heinzmann an. „In the end“, ihr neuer Song, fetzt auch ganz gut. Warum schickt die Schweiz eigentlich nicht sie mal zum ESC? Oder will Frau H. sich dem Wettbewerb nicht stellen? Das hier wäre besser als „Time to shine“, sage ich jetzt mal…

Ich kann echt nicht sagen, wer hier jetzt ins Finale kommen soll oder wird. „Das Gold von morgen“? „Zeig deine Muskeln“? „Heart of stone“? Ich hab keine Ahnung. Laing gegen Feser, könnte ich mir vorstellen.

Nochmal ein Schnelldurchlauf, dann wird die Votingzeit gleich wieder vorbei sein.

Zwischendurch ein Lob an den NDR: Die Show ist wirklich unterhaltsam und gut geworden. Die Stimmung in der Halle ist offenbar prima. Jetzt sagt Janin Reinhardt im Greenroom, dass Andreas Kümmert eigentlich krank ist, Fieber hat und trotzdem hier aufgetreten ist. Alle Achtung! Die letzten Sekunden laufen. So, das war’s. Janin stellt noch ein paar eher dämliche Fragen: „Habt ihr euch erträumt, im Halbfinale zu stehen?“ Soll man da sagen: nee, wir wollten eigentlich sofort ausscheiden… ?!???

So, das Ergebnis: Im Finale von „Unser Song für Österreich“ sind

Ann Sophie mit „Black Smoke“

und

Andreas Kümmert mit „Heart of stone“

Überraschend. Ich hätte gedacht, dass wenigstens Laing oder Alexa Feser weiter sind. Aber die hatten eben jeweils zwei gute Songs, und da haben sich die Anrufe wohl gesplittet. Dieses Problem des Votingsystems hatten wir ja schon ein paar Mal angesprochen. Schade um zwei großartige Acts! Nun hat man einen mittelmäßigen Radiosong (Kümmert) und eine etwas stärkere, aber auch nicht gerade innovative Nummer (Ann Sophie). Deutschland traut sich mal wieder nichts.

Im Einspieler werden einige Beiträge für Wien vorgestellt: Albanien, Serbien, Estland, Italien, Slowenien mit „Luftgeige“, und auch die Finnen mit Lernschwäche werden gezeigt. Die eigentümlichste Komposition stamme aus Weißrussland, sagt Peter Urban. Was ist daran eigentümlich, frage ich mich.

So, jetzt anrufen. Schafft Ann Sophie tatsächlich, was Elaiza im Vorjahr gelungen war – der Durchmarsch vom Clubkonzert bis zum ESC?

– Ann Sophie, Black Smoke

Die 24-Jährige geht noch mal aus sich raus, gibt alles in den 3 Minuten. Mir scheint, das könnte der Sieger des Abends werden. Großer Applaus in der Halle. Babsi ist bei den Fans im Publikum, die gern Laing im Finale gehabt hätten. Eine Reihe weiter vorn ist einer, der enttäuscht ist, dass Fahrenhaidt raus ist. Babsi scherzt, aus Hannover kämen ja die Scorpions, Lena und Georg Friedrich Händel – „das ist nicht der Erfinder des halben Hendls“. Und heute reise wieder ein neuer Star aus Hannover ab.

Auf der Bühne macht sich der Voice-of-Germany-Sieger bereit.

– Andreas Kümmert, Heart of stone

Kümmert mit Band erneut auf der Bühne. Hier hätte ich jetzt gern nochmal Laing gesehen. Ich bin ähnlich enttäuscht wie viele von euch, die unten in den Kommentaren ihren Unmut äußern. Das TV-Publikum hat sich falsch entschieden. Klar, stimmlich ist durchaus interessant, was Andreas Kümmert da macht. Aber als Lied finde ich „Heart of stone“ eigentlich nicht so riesig. Sollte das unser Lied für Wien werden, zweifle ich, dass das weit nach vorn kommt.

Darum sollte jetzt lieber Ann Sophie gewinnen, finde ich. Obwohl beides nicht erste Wahl ist, zumindest für mich.

Conchita zum zweiten. Jetzt die neue Single „You are unstoppable“ – das nimmt ihren Satz „We are unstoppable“ auf, den sie nach ihrem Sieg in Kopenhagen auf der Bühne sagte, als sie den Preis überreicht bekam. Frau Wurst nochmal im gleichen Kleid wie vornhin, mit tiefem Ausschnitt, aber elegant. Das Lied selbst ist eine ganz gute Popnummer, aber kommt nicht an „Rise like a phoenix“ oder „Heroes“ heran. Ob sie damit auch den ESC gewonnen hätte?

Die letzte Minute der Abstimmung läuft. Wen schickt Deutschland zum ESC nach Wien? Ein Mann oder eine Frau? Janin Reinhardt läuft mit den beiden Finalisten aus dem Greenroom in die Halle. Ann Sophie sagt, sie hätte Lust, mit dem tollen Publikum in der Arena ihren Song nochmal zu singen.

Jetzt ist es soweit. Das Ergebnis…

Für Deutschland singt am 23. Mai in Wien beim 60. Eurovision Song Contest:

Andreas Kümmert

Boah, nun bin ich doch etwas enttäuscht. Den hatte ich nicht auf dem Zettel. Ich hatte ja oben gar nicht getippt, dass er überhaupt unter die ersten Vier kommt. Und jetzt fährt er für Deutschland nach Österreich.

Huch… Andreas Kümmert sagt, dass er nicht nach Wien fahren will. Er sehe sich nicht „in der Verfassung, die Wahl anzunehmen“. Kleines Chaos auf der Bühne. Buh-Rufe im Publikum. Andreas Kümmert sagt, er findet, Ann Sophie sei die wesentlich bessere Wahl, „ich bin nur ein kleiner Sänger“. Die Buh-Rufe im Saal werden lauter. Das dürfte gleich auf der Pressekonferenz, von der wir bloggen werden, noch zu allerlei Fragen führen.

Barbara ist auch perplex, spricht von „Koitus interruptus der schlimmsten Sorte“. Sie fragt nach, ob er sich sicher sei. „Ja, tut mir leid.“ Ann Sophie fragt unsicher: „Fahre ich jetzt nach Wien?“ Babsi sagt: Ja. Ann Sophie fragt ins Publikum: Wollt ihr das überhaupt? Frau Schöneberger bricht das schnell ab, sagt „ja klar, die wollen das“. Leicht chaotisches Ende!

Es sind viele Fragen: Wurde Andreas Kümmert gegen seinen Willen zum Vorentscheid gedrängt? Ging’s nur um PR für das jüngst erschienene neue Album? Hat er einem geeigneteren Act (Laing, Alexa Feser) den Platz im Finale gegen Ann Sophie geraubt? Wäre es sonst Laing gegen Ann Sophie gewesen? Das sind alles Fragen, die vielleicht gleich auf der PK zur Sprache kommen. Ob sie heute Abend eine Antwort finden… Mal sehen!

Ann Sophie wird zur Siegerin erklärt, singt nochmal „Black Smoke“. Also am Ende doch ein Elaiza-Ende. Aber ein unbefriedigendes, das noch aufgearbeitet werden muss! Barbara sagt selbst, sie sei sehr gespannt auf die Besprechung der Show morgen in der Presse. Wir auch.

Ist das gleichzeitig das Karriere-Aus für Kümmert? Seine Fans, die fleißig angerufen haben, müssten jetzt stocksauer sein. Oder loben sie seine Entscheidung, die Tatsache, dass er sich treu bleibe? Wir bleiben dran!

Ich stehe noch etwas unter Schock, was da gerade geschehen ist. Damit schließt der Liveblog einer leicht chaotisch endenden Show. Der Clubkonzert-Winner ist erneut der deutsche Teilnehmer für den ESC. Wir werden Ann Sophie in Wien wiedersehen.

USFÖ Ernste Mienen Ann Sophie Thomas Schreiber Iris Bents direkt nach der Liveshow

Peter meldet sich aus der Halle, sagt, dass ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, NDR-Pressefrau Iris Bents, eine Frau von Brainpool immer noch mit Ann Sophie auf der Bühne stehen und reden, reden, reden. Kümmerts Ansage traf alle völlig unvorbereitet.

Mehr zur PK demnächst hier auf dem Blog.

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