30 Minuten zwischen Hoffen und Scheitern – Kartenkauf für den ESC

ORF ESC 2015 Karten öticket

Heute morgen um 9:00 Uhr begann der offizielle Ticketverkauf für den Eurovision Song Contest 2015 in Wien. Um die 100.000 Karten für die TV-Shows, Jury-Finale und Familienshows sollen unter die Leute gebracht werden. Auch die Blogger OLiver, Jan, Matthias und Douze Points haben sich vor ihren Rechner in Stellung gebracht, um (Sitzplatz-)Karten zu ergattern. Sie durchleben 30 Minuten mit Höhen und Tiefen. Jetzt mit Umfrage ergänzt.

Der trübe Dezembermorgen mit grauen Wolken, Nieselregen und feuchter Kälte draußen vor dem Fenster ist fast vergessen. Denn der Blick geht nach vorn: zur Maiwärme in Wien und zum Eurovision Song Contest. Jetzt fehlen nur noch Sitzplatzkarten. Denn viele Fanclub-Mitglieder konnten sich am Wochenende zwar schon freuen, dass sie überhaupt ein Kartenpaket für den ESC erhalten haben. Für die meisten von ihnen sind es aber nur Stehplätze geworden.

Insofern gibt es heute Morgen Hoffnung: Der offizielle Vorverkauf startet auf öticket.com. Vielleicht hat man ja doch Glück und kann für das Finale oder eines der Semis einen Sitzplatz bekommen? Die Preise sind zwar gepfeffert, aber wozu ist man als Fan nicht alles bereit?!

Doch es sind nicht nur die 290 Euro für ein A-Kategorie-Ticket für das Finale. Geradezu unverschämt sind die Versandpreise: 7 Euro sind es für Österreich. Wohnt man in Deutschland, darf man 20 Euro berappen. Und die australischen Fans? Die sind dann wohl mit 50 Euro dabei. Irre ich mich oder lief das in Schweden und Dänemark einfach per E-Mail-Ticket?

Foto C1 (3)Anders als letztes Jahr beim Kartenverkauf für Kopenhagen ist in jeden Fall, dass es keine Warteschlange gibt. Damals konnte man sich entspannt vor 9 Uhr in die virtuelle Reihe stellen. Danach lag es am Zufallsgenerator, ob man auserwählt wurde oder nicht. Der Zeitpunkt, zu man sich in die Schlange gestellt hatte, spielte dabei keine Rolle.

Nicht so in Wien. Um 9 Uhr wurde die Seite freigeschaltet. Erst ab dann konnte man auf den Button klicken, der einem zum Kartenglück bringen würde – oder eben auch nicht. Denn wer um 9 Uhr klickte, der musste erst einmal viel Geduld mitbringen. Bei mir tat sich zunächst nichts, dann landete ich auf dieser grafisch aufwendig gestalteten Seite:

Foto A1 (1)Per WhatsApp waren wir Blogger im unmittelbaren Austausch. Während OLiver sofort eine Fehlermeldung bekam, konnte Matthias berichten, dass es ihn in eine Waiting Lounge verschlagen habe.

Foto A1 (2)Nach einigem Warten wurde ich von meiner weißen Seite auf eine andere weitergeleitet. Dort konnte ich mich für den Newsletter anmelden, um informiert zu werden, wenn der ESC-Ticketverkauf beginnt. Ohne mich über diese Absurdität zu echauffieren, prüfte ich den Fortschritt, den ich im anderen Browser gemacht hatte. Und siehe da: Wie bei OLiver bekam ich eine Fehlermeldung.

Bei seinem nächsten Versuch hatte OLiver mehr Glück. Diesmal gab’s keine Fehlermeldung, sondern den Seitenhintergrund in voller Schönheit. Wir fragten uns, warum eigentlich Nordafrika im Zentrum der gewählten Karte steht.

Foto A1 (4)Während Matthias weiter in der Waiting Lounge hing und OLiver mit einem erneuten Error konfrontiert wurde, tat sich bei mir etwas. Ich war drin! Plötzlich konnte ich die gewünschte Show auswählen und Karten kaufen. Gut, nicht alle Shows, denn auf die Seite 2 mit dem Finale kam ich nicht.

Foto A1 (5)Dann also Semi 2. Die Unterseite ging fast sofort auf. Die Enttäuschung, dass keine A-Kategorie mehr verfügbar war, hielt sich in Grenzen. Dann also B-Karten, was soll’s?!

Foto B1Nachdem ich die Reservierung abgeschickt hatte, dauerte es eine ganze Weile, bis sich wieder etwas tat. Und das war nicht besonders erfreulich: Die nächste Webseite wurde nämlich nicht geladen. Meine Reservierung für die B-Karten im Semi 2 war damit hinfällig.

Foto B2Also: Neuer Versuch. Diesen meldete auch OLiver, der reichlich genervt überlegte, ob er sich nicht ein neues Hobby suchen sollte. Jan hatte es zur selben Zeit in die Waiting Lounge verschlagen. Endstation Sehnsucht.

Foto B3Kurze Hoffnung hingegen bei Matthias in Berlin: „Bei mir klappt es“ meldete er um 9:11 Uhr. Nur um noch in der gleichen Minute hinterher zu schieben: „Oh nee, zu früh gefreut. File not found… Was für ein Schrott!“ Die Stimmung kippte, aus Hoffnung wurde langsam bei allen Genervtheit.

Doch um 9:14 wieder ein Funken Hoffnung. „Mir reserviert er Tickets für Semi 2…. Glaube ich.“ Doch auch das war zu früh gefreut: Ein „Error“ begrub auch diese Hoffnung.

Während OLiver wieder in der Waiting Lounge gelandet war, kam ich nach einem Neustart wieder in die Kartenauswahl fürs Semi 2. Allerdings: Die eben noch reservierbaren Karten in der Kategorie B waren weg. Es gab nur noch Stehplätze.

Generell schien der Druck auf die Server nachzulassen. Denn auch Matthias kam nun einfacher in die Ticketauswahl. Allerdings konnte auch er nicht auf die Finaltickets zugreifen.

Während es mich mal wieder in die Waiting Lounge verschlagen hatte, meldete OLiver um 9:16, dass das Finale weg sei und er es jetzt für das erste Semi versuchen würde. Dort hatte ich es aber kurz zuvor versucht und konnte berichten, dass es auch dort nur noch Stehplätze gab.

Foto B5OLivers nächste Meldung um 9:16 ließ erahnen, dass er Plätze reservieren konnte – für welches Semi und welche Kategorie auch immer. Allerdings bekam er die Info „Zu wenig zusammenhängende Plätze“. Sein pragmatischer Lösungsvorschlag: „Muss reduzieren.“

Als einziger von uns vieren hatte Matthias um 9:17 ein Ticket im Warenkorb. Sein Fehler: Er versuchte, noch ein anderes hinzuzufügen. Denn nun fing alles wieder von vorn an – und er landete in der Waiting Lounge. Währenddessen verstrichen die 20 Minuten, die er Zeit hatte, um das reservierte Ticket zu kaufen.

Foto C1 (1)Ärger machte sich breit. „Ein Dreck, das Ganze. File not found.“ Jan versuchte es lösungsorientierter: „Weiter versuchen, so geht es allen … oder anrufen?“, schlug er um 9:18 Uhr vor.

Matthias versuchte um 9:21 immer noch sein eines reserviertes Ticket zu retten. Allerdings konnte er auf der Startseite seinen Warenkorb gar nicht sehen. Hatte er das Ticket überhaupt noch?

OLiver resumierte bereits um 9:22: „Das war mein größter Erfolg… Waiting Lounge“.

Foto C1 (4)Zum gleichen Zeitpunkt schaltete sich Peter ins Geschehen ein und wünschte einen „Guten Morgen“, wofür er umgehend von OLiver korrigiert wurde: „Das ist kein guter Morgen“.

Plötzlich, um 9:23 Uhr gab es wieder Hoffnung bei mir. Ich hatte es tatsächlich auf die Finalseite geschafft!

Foto C1 (5)Voller Erwartung klickte ich auf den „Tickets“-Button. Erst geschah nichts, dann teilte mir der Server mit, dass derzeit alle Server ausgelastet sein.

Foto D5 (2) Da ich nichts zu verlieren hatte, wartete ich – nur um letztlich die Info zu bekommen, die Oliver schon knappe 10 Minuten vorher vermeldet hatte: Alle Finalplätze waren weg.

Foto D5 (3)Auch Peter hat es zu diesem Zeitpunkt in die Waiting Lounge verschlagen. Die dortige Meldung“ Just lean back and relax“ empfand er als „ZYNISCH“.

OLiver war zwischenzeitlich über die Waiting Lounge hinausgekommen und wählte für das Jury-Finale vom Semi 2 zwei Karten. Zu viel, wie der Server ihm um 9:24 Uhr mitteilte.

Matthias vermeldete eine Minute später, dass auch das Jury-Finale ausverkauft sei. Jan dokumentierte zur selben Zeit den Verfügbarkeitstatus für das zweite Semi: Alle Karten weg.

Foto D5 (5)Ich hingegen hätte für das erste Semi noch sichtbehinderte Plätze bekommen können. Wobei sich dabei auch die Frage stellt, was gewesen wäre, wenn ich diese hätte resevieren wollen.

Foto D5 (4) Matthias berichtete unterdessen, dass er für das Jury-Finale vom Semi 2 ein (in Ziffern: 1) Ticket ausgewählt habe. Das System habe ihm daraufhin mitgeteilt, dass zu wenige zusammenhängende Plätze in dieser Preiskategorie verfügbar seien. Für ein Ticket?

Foto E1 (2)Jan kommentierte dieses Resultat genauso messerscharf wie diplomatisch: „Das ist halt ein technischer Fehler.“ Das half Matthias jedoch nicht wirklich etwas, denn zwischenzeitlich war ihm auch die Karte abhanden gekommen, die er ursprünglich mal in den Warenkorb gelegt hatte.

Foto D5 (1)Nachdem ich für mich bereits um 9:26:29 Uhr die Hoffnung auf einen Erfolg begraben hatte, zog OLiver um 9:27 Uhr nach: „Ich geh jetzt duschen.“ Um 9:33 Uhr meldete Matthias: „Ich gebe auf, mit null Tickets, nachdem ich zwischendurch mal eine Stehplatzkarte im Semi 1 hatte.“ Jan gab sich wieder einmal versöhnlich und machte Hoffnung: „Es gibt ja noch weitere Runden, die haben sicher noch nicht mehr als 50% verkauft.“

Das Fazit: Blogger sind auch nur Menschen. Und Scheitern ist menschlich. Insofern ist die Tatsache, dass keiner der viereinhalb Blogger auch nur eine Karte erwerben konnte, hinnehmbar. Dass das Kartenverkaufssystem von Öticket, einer Tochter von Eventim, technisch fehlerhaft ist und der Server bei dem Ansturm in die Knie geht, ist jedoch ärgerlich. Wie gesagt: Da war man beim Kartenverkauf für Kopenhagen technisch schon mal einen Schritt weiter.

Habt Ihr heute auch versucht, Karten für den ESC in Wien zu kaufen? Wart Ihr erfolgreich? Habt Ihr andere Erfahrungen gemacht? Teilt sie uns gern in den Kommentaren mit!

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