Absage aus Moskau an die EBU Satelliten-„Lösung“ für Yuliya Samoylova

Der EBU-Vorschlag, den russischen Beitrag beim ESC 2017 per Satellit zuzuschalten, währte nur wenige Stunden. Channel One in Russland lehnt den Vorschlag kühl und bestimmt ab.

Es sollte der Durchbruch sein. Die EBU wollte den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland über das Einreiseverbot für Yuliya Samoylova dergestalt lösen, dass ihr Auftritt aus Russland übertragen wird und per Liveschalte in das Semifinale und gebenenfalls auch Finale in Kiew integriert wird.

Doch der Vorschlag fand beim verantwortlichen russischen Sender Channel One kein Gehör. Wenige Stunden nach der EBU Veröffentlichung publizierte Channel One eine ruppige Absage.

Das EBU Angebot wird als „merkwürdig“ („strange“) bezeichnet und strikt abgelehnt, weil es weder den Regeln noch dem Zweck und Grundgedanken der eurovisionären Liveshow entspreche. „Wir sind der Meinung, das die European Broadcasting Union das Regelwerk des ESC nicht speziell für die russische Delegation neu erfinden sollte, sondern vielmehr in der Lage sein sollte, den Wettbewerb mit den gültigen gleichen Spielregeln für alle auszurichten.“

Eurovoix hat die vollständigen Channel One Verlautbarung aus dem Russischen ins Englische übertragen und es fehlt in der Absagebegründung auch nicht der Seitenhieb auf die ukranischen Veranstalter, die dafür verantwortlich seien, ALLEN Künstlern eine Teilnahme an der Show zu ermöglichen.

Es mag an dieser Stelle die Frage erlaubt sein, ob die EBU vor Öffentlichungmachung der Satellitenschalte-Idee die nach eigenen Worten „hart erarbeitete Lösung“ nicht vorher bei Channel One aber auch beim ukrainischen Sender UA:PBS ausprobiert hat?

Wenn das geschehen sein sollte, dann jedenfalls nicht an den richtigen Stellen, denn die Antwort aus Moskau kam erstens in Lichtgeschwindigkeit und zweitens im Tonfall unversöhnlich.

Immerhin entbindet die schnelle russische Absage die Verantwortlichen in der Ukraine, sich mit dem Vorschlag weiter auseinanderzusetzen. Dort gab es zwar ablehnende Signale aus der Politik, die kamen jedoch weder auf offiziellen Kommunikationskanälen noch von den tatsächlichen Entscheidungsträgern.