Airplay-Check: „You Let Me Walk Alone“ schlägt sich wacker

Ein erster vielversprechender Erfolg für Michael Schulte und seinen Song „You Let Me Walk Alone“: drei Wochen nach dem Vorentscheid ist das Lied im deutschen Radio der erfolgreichste ESC-Beitrag seit Elaiza (ohne Jamie-Lees „Ghost“) – allerdings auf überschaubaren Niveau. Die genauen Zahlen und die Frage, ob sich voXXclub womöglich besser bei den Radiosendern schlagen, gibt es hier.

In den deutschen Single-Charts war für „You Let Me Walk Alone“ nach Platz 27 und einer Woche schon wieder Schluss. Im Radio hingegen entwickelt sich das Lied von Michael Schulte zum Dauerläufer und hat drei Wochen nach dem Vorentscheid auch mehr Radiopräsenz als Levina im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Konkret: In der Woche des deutschen Vorentscheids war der Song von Michael Schulte 31 Mal im Radio zu hören. Das ist ein Mittelwert im Vergleich zu den Vorjahren, wobei die Zahlen für Levina fehlen und Jamie-Lees „Ghost“ aufgrund der früheren Titel-Veröffentlichung nicht vergleichbar ist. In den beiden Folgewochen outperformte der Buxtehuder Ann Sophies „Black Smoke“, blieb aber knapp hinter Levina. Drei Wochen nach dem Vorentscheid dreht sich aber das Blatt: „You Let Me Walk Alone“ steigert sich noch einmal auf 295 Einsätze, während Levina im Vergleichszeitraum ein Drittel verlor. Im Vergleich zu Elaizas „Is It Right“ von 2014 ist das allerdings ein sehr verhaltener Erfolg.

Die Sender der RTL-Gruppe profilieren sich (wieder einmal) als stärkste Supporter des deutschen ESC-Beitrags. 74 Mal war „You Let Me Walk Alone“ seit dem Vorentscheid allein auf dem Sender 89.0 RTL aus Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen zu hören. Auch die 53 Einsätze beim Berliner 104.6 RTL sind nicht zu unterschätzen. Darüberhinaus setzten die Lokalsender der Gong-Gruppe stark auf den Titel: Bei Radio Gong 106,9 in Würzburg wurde er z. B. bereits 62 Mal gespielt.

Auch viele öffentlich-rechtlichen Sender lassen sich nicht lumpen. Vorne weg wieder einmal der NDR: 46 Einsätze auf der Jugendwelle N-Joy, 44 bei NDR 2 und 32 beim älteren Programm NDR 1 Niedersachsen. Auch MDR Jump und Bremen 4 sind mit 40 Airplays sehr engagiert.

Die Mühe von Michael Schulte beim WDR 4 (Aufmacherfoto) hat sich bisher nicht wirklich gelohnt: Ganze 8 Einsätze gibt es von dort zu vermelden. Auf WDR 2 waren es zumindest 15. Auf der „Jugend“welle Eins Live gab es mickrige 2. Nicht viel besser sieht es im Süden aus: 18 Mal bei SWR 3, bei Bayern 3 nur 3 Mal. Bayern 1 setzte den Song bisher zumindest 17 Mal ein. Lag’s daran, dass voXXclub nicht zum deutschen Vertreter gewählt wurden?

Michael Schulte bei Matthias Petermann von ESC Radio. Der Sender wird nicht für die Airplay-Charts ausgewertet. 

Eher nicht: voXXclub war im direkten Vergleich mit Michael Schulte zwar in der Vorentscheid-Woche mit einem Vorsprung gestartet (65 vs. 31), musste sich danach aber schnell geschlagen geben. Dazu kommt, dass vor allem Schlagersender „I mog di so“ spielen – und das kaum auf UKW.

Die meisten Einsätze hatten voXXclub bisher auf Radio Schlagerparadies (58 Airplays), einem Sender, der nur über DAB+ oder im Netz zu hören ist. Auf den Plätzen folgen das Internet-Radio VHR (55) und Radio Paloma (53), Deutschlands größter Schlagersender aus demselben Haus wie ESC Radio. Die Bayern unterstützen die voXXclub-Jungs kaum: nur der öffentlich-rechtliche Ableger Bayern Plus, der nur über DAB+ und das Internet zu hören ist, setzt es bisher ein. Lediglich der SWR setzt das Lied im UKW in großem Stil ein – auf der Schlagerwelle SWR 4 mit bisher 30 Einsätzen.