Auf nach Lissabon! (16): Madeline Juno

Genau wie Laing hatten wir Madeline Juno bereits in unserer 2013er-Serie „Unser Star für Kopenhagen“ vorgestellt, bevor sie später tatsächlich am ESC-Vorentscheid teilgenommen hat. Und auch Madeline kann man nach wie vor auf dem Zettel haben, wenn es darum geht, gute deutsche Künstler für eine künftige Vorentscheidung zu finden. Hier erfahrt ihr, welche Gründe für die Baden-Württembergerin sprechen.

 

Die Fakten

Madeline Juno erschien 2013 auf der Bildfläche der deutschen Musikindustrie. Ihr erster und bis dato auch größter Erfolg gelang ihr mit der Ballade „Error“, die auch Teil des „Fack Ju Göthe“-Soundtracks war. Ebenfalls im Herbst 2013 stellten wir Madeline auch in unserer Serie „Unser Star für Kopenhagen“ vor – und erzielten damit einen Treffer.

Madeline Juno – Error

Madeline bewarb sich nämlich tatsächlich um das Ticket nach Kopenhagen und nahm 2014 an „Unser Song für Dänemark“ teil. Für viele Fans bis heute unverständlich schickte sie in der ersten Runde aber nicht „Error“, sondern ihre zweite Single „Like Lovers Do“ ins Rennen. Das sorgte dafür, dass Madeline leider nicht in die zweite Runde einzog und somit „Error“ gar nicht mehr zur Aufführung kam.

Madeline Juno – Like Lovers Do (Probe „Unser Song für Dänemark“ – den tatsächlichen Auftritt gibt es hier zu sehen)

Madeline hat allerdings noch andere schlechte Erfahrungen mit dem ESC gemacht. Schließlich durfte sie nämlich doch noch als Jurymitglied mit der deutschen Delegation nach Kopenhagen reisen. Und weil die Jury die spätere Siegerin Conchita Wurst bei der Abstimmung nur auf Platz 11 setzte, gab es einen regelrechten Shitstorm, der Madeline zu dem Satz „Nie wieder mache ich mit“ veranlasste.

 

Die Emotionen

Warum also sollte Madeline sich doch nochmal auf das Abenteuer ESC einlassen? Der erste Grund ist ein sehr persönlicher: Seit dreieinhalb Jahren frage ich mich nun, was passiert wäre, wenn Madeline sich in der ersten Runde für „Error“ entschieden hätte. Wie weit wäre sie gekommen? Wie hätte sie gegebenenfalls beim ESC abgeschnitten?

Klar, diese Fragen werden natürlich nicht mehr beantwortet werden, aber dennoch würde ich mich freuen, wenn Madeline einen zweiten Versuch wagen würde und damit auch eine zweite Chance bekäme, sich im besten Licht zu präsentieren.

Außerdem hoffe ich darauf, dass Madeline den ESC am Ende doch wieder positiver sehen kann. Als Jury-Mitglied kann man es nie allen Recht machen und dass es am Ende eigentlich immer Kritik gibt, haben wir schon öfter gesehen. Trotzdem macht ja gerade das nicht den ESC aus, sondern dass Musiker und Fans aus ganz Europa zusammenkommen und Europa und die Musik feiern. Deshalb fände ich es gut, wenn Madeline auch dem ESC eine zweite Chance geben würde.

Aber neben diesen sehr persönlichen Gedanken ist der allerwichtigste Grund natürlich die Musik. Madeline hat sich über die vergangenen Jahre enorm weiterentwickelt. Insgesamt stehen nun nicht mehr das Klavier und die Gitarre im Vordergrund, sondern ihre Musik bedient sich elektronischer Elemente und der Fokus liegt oft auf dem Rhythmus. Außerdem singt sie auf ihrem neuen Album „DNA“ nun nicht mehr auf Englisch, sondern auf Deutsch.

Madeline Juno – Gift

Madeline Juno steht für mich für junge, moderne – und nun eben auch deutsche – Musik, die ins Ohr geht, ohne zu gefällig zu sein, und die sich textlich von den immer gleichen radio-friendly Popsongs unterscheidet. Außerdem finde ich die Musik sehr echt: Man nimmt Madeline ab, was sie singt, und ihre persönliche Entwicklung spiegelt sich in ihren Songs wieder.

Wäre der Song nicht schon vor dem 1. September veröffentlicht worden, könnte ich mir die Single „Still“ sehr gut international vorstellen. Das Lied hat einen dramaturgisch spannenden Aufbau, weil es immer wieder zwischen treibenden und zurückgenommenen Passagen wechselt, dabei aber absolutes Ohrwurmpotenzial und zwischendurch sogar schlagerhafte Anleihen hat. Das könnte auch international funktionieren.

Madeline Juno – Still

Neben den musikalischen Argumenten glaube ich übrigens auch, dass Madeline persönlich unglaublich gut beim ESC ankommen würde. Sie kommt sehr sympathisch rüber und auch wenn dieser Vergleich langsam etwas durch ist, erinnert sie doch oft an lovely Lena. Einen Eindruck davon bekommt man in diesem handgemachten Video, das einen meiner absoluten Lieblingssongs von Madeline zeigt.

Madeline Juno – Herzchen

 

Das Argument

Alles in allem kann ich mir Madeline Juno sehr gut für Deutschland beim ESC vorstellen. Sie hat tolle Songs, die ins Ohr gehen und die sie sicherlich auch gut auf der Bühne rüberbringen kann. Außerdem singt sie aktuell auf deutsch, so dass das auch ein Alleinstellungsmerkmal beim ESC wäre. Und außerdem kommt sie äußerst sympathisch rüber und würde sich vor Ort sicherlich gut schlagen. Also Madeline, gibt dir einen Ruck und dem ESC eine zweite Chance!

Madeline Juno ist sehr präsent in den sozialen Medien. Beispielhaft seien hier YouTube und Facebook genannt.

 

Bisher in der Serie „Auf nach Lissabon!“ erschienen:

(1) Feuerherz (Matthias)
(2) Alvaro Soler (Marc)
(3) Wincent Weiss (Douze Points)
(4) Sarah Connor (OLiver)
(5) Franziska Wiese (DJ Ohrmeister)
(6) Claire (manuel d.)
(7) Maria Voskania (Ansgar)
(8) Laing (BennyBenny)
(9) Alle Farben (Marc)
(10) Toksï (Jorge)
(11) Michelle (Salman)
(12) DSDS-Talente (Tjabe)
(13) Maite Kelly (Douze Points)
(14) Ryk (bb)
(15) Rilli Willow (Dominik)