Auf nach Lissabon! (8): Laing

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute oft so nah liegt? Oder übertragen auf unsere Serie „Auf nach Lissabon“: Wieso nicht einen Künstler nominieren, der durch die Teilnahme an einem Vorentscheid bereits Interesse am ESC bekundet hat? In diesem Sinne habe ich mich mit den vergangenen Vorentscheidungen beschäftigt und bin über diese Band gestolpert, von der ich immer noch überzeugt bin, dass sie sich ganz hervorragend beim ESC machen würde: Laing.

 

Die Fakten

Bereits 2013 habe ich – damals noch als Gastblogger – Laing nach ihrem Überraschungserfolg beim Bundesvision Song Contest in unserer Serie „Unser Star für Kopenhagen“ vorgestellt. Und tatsächlich: Eineinhalb Jahre und ein Album später nahmen die Mädels wirklich an „Unser Song für Österreich“ teil und kamen dort mit „Zeig deine Muskeln“ in die Runde der letzten Vier.

Laing – Zeig deine Muskeln (Live bei „Unser Song für Österreich“)

Auch dort lieferten sie zu „Wechselt die Beleuchtung“ eine Laing-typisch beeindruckende Performance ab, schieden aber gegen Andreas Kümmert und Ann Sophie aus. Der Song gewann anschließend aber immerhin unseren PRINZ ESC Second Chance Contest 2015.

Laing – Wechselt die Beleuchtung (Live bei „Unser Song für Österreich“)

Im Moment haben sich Laing von der Bildfläche zurückgezogen – vielleicht arbeiten sie ja an ihrem ESC-Comeback?

 

Die Emotionen

Laing haben einen modernen elektronischen und eingängigen Sound. Das ist beim manchmal balladen- und schlagerlastigen ESC immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Die Songs gehen ins Ohr und können zusammen mit der oft ausgefallenen Choreographie auch das internationale Publikum überraschen.

Dass das klappen kann, haben die Mädels bereits beim Bundesvision Song Contest und bei „Unser Song für Österreich“ gezeigt. Sie haben den berühmten Instant Appeal, was der bis dato unbekannten Gruppe beim BuViSoCo einen überraschenden zweiten Platz bescherte. Auch ich war damals restlos begeistert und schrieb kurz darauf hier auf dem Blog:

„Die ausgefallenen, perfekt arrangierten Gesangsharmonien bilden einen spannenden Kontrast zur minimalistischen elektronischen Musik. Dieser Hörgenuss wird ergänzt durch ausgefallene Choreographien, die von lautmalerischen Geräuschen unterstrichen werden und Gimmicks wie Trickkleidern oder die bereits vom Bundesvision Song Contest bekannten Lampen an den Mikrofonen. Von dieser Mischung waren neben den Zuschauern auch etliche Prinz-Blogger spontan angetan.“

Laing – Morgens immer müde (ZDF Bauhaus Version)

Wieso sollte das nicht auch international funktionieren? Außerdem mehren sich auch Stimmen, die gerne wieder einen deutschen Song zum ESC schicken würden – Laing wären dafür die richtige Besetzung.

Dazu kommt, dass Laing gestandene Persönlichkeiten sind. Sie würden sich sicherlich auch im ESC-Zirkus bestens präsentieren: Pressekonferenzen, Interviews, Umgang mit Fans – das alles dürfte für die Band kein Problem sein. Gleichzeitig sind die Songs tanzbar, so dass auch die Fans im Euroclub auf ihre Kosten kommen.

 

Das Argument

Alles in allem bestechen Laing vor allem durch ihre Choreographie, die die oft lautmalerischen Texte gut unterstreicht – und damit die deutschen Texte auch für die internationalen Zuschauer verständlich machen würde. Dazu kommt die moderne elektronische Musik, die schon bei Blanche, Loic Nottet und Aminata funktioniert hat. Laing wären die perfekten deutschen ESC-Vertreter.

Laing sind auf Facebook und YouTube zu finden.

 

Bisher in der Serie „Auf nach Lissabon!“ erschienen:

(1) Feuerherz (Matthias)
(2) Alvaro Soler (Marc)
(3) Wincent Weiss (Douze Points)
(4) Sarah Connor (OLiver)
(5) Franziska Wiese (DJ Ohrmeister)
(6) Claire (manuel d.)
(7) Maria Voskania (Ansgar)