Australien lässt das Publikum ran

Überraschung am Samstagabend: Australien führt für seine fünfte ESC-Teilnahme ein nationales Finale ein. Im Februar soll das Debüt über die Bühne gehen.

Erst waren es nur Medienberichte aus Down Under, doch dann bestätigte der zuständige Sender SBS mit einem kurzen Clip: Ja, wir organisieren 2019 einen Vorentscheid.

 

Unter dem Slogan „Australia Decides“ soll an der Gold Coast, also dem beliebten Urlaubsziel südlich von Brisbane im äußersten Süden des Bundesstaates Queensland, ein nationales Finale den australischen Beitrag für den ESC 2019 finden. Eingeladen sind australische (!) Songwriter, bis 4. November ein bisher nicht öffentlich aufgeführtes, originales Lied einzureichen (zwischen 2 und 3 Minuten lang). Also kein Platz hier für die Thomas G:sons und Fredrik Kempes dieser Welt…

Am 8. und 9. Februar soll dann die Show in zwei Teilen über die Bühne gehen. Die bei uns unbekannten Myf Warhurst (Radiomoderatorin) und Joel Creasey (Comedian) werden moderieren. Das TV-Publikum und eine Jury sollen die Entscheidung fällen, wer im Mai nach Tel Aviv reist. Dazu, wie das genau ablaufen wird, hat der Sender noch keine Infos veröffentlicht. SBS machte auch keine Angaben dazu, wie viele Songs im Vorentscheid antreten werden.

UPDATE: In der Mitteilung wird nur für das Finale am 9. Februar die Liveübertragung im TV angekündigt. Der Grund: SBS orientiert sich am Ablauf des ESC und organisiert am 8. Februar eine Art Juryfinale, das nicht übertragen wird. Das bedeutet dann wohl, dass Jury und TV-Publikum wie beim ESC unterschiedliche Performances bewerten werden.

Womöglich lag die Entscheidung, die Entscheidung nun auch in die Hände des Publikums zu legen, am schlechten Abschneiden von Jessica Mauboy in Lissabon. Das erste Mal seit der Teilnahme Australiens am Eurovision Song Contest landete man nicht unter den ersten Zehn im Finale. Nach einem 5. Platz für Guy Sebastian (2015), einem 2. Platz für Dami Im (2016) und immerhin noch einem 9. Platz für Isaiah (2017) schaffte es Jessy mit ihrer vor allem ans Homopublikum gerichteten Hymne „We Got Love“ nur auf Platz 20.

Das soll im nächsten Jahr wieder besser werden – diese Losung spricht aus der Entscheidung, nach vier intern gewählten Interpreten und Liedern nun die Suche öffentlich zu machen. Der SBS-Verantwortliche James Taylor nennt (natürlich) einen anderen Grund: In Australien wachse die Begeisterung für den ESC und der Sender werde überschwemmt mit Wünschen der Fans, bei der Auswahl ein Wörtchen mitreden zu dürfen. Hoffen wir, dass Jury und TV-Publikum im Februar dann ein gutes Händchen haben.