Baku calling: PRINZ-Blog bezieht sein Hauptquartier

Wir sind da! Das sagenumwobene Land am Kaspischen Meer hat uns am Montag gleich mit Traumwetter empfangen, und drei Tage nach unserer Ankunft wollen wir Euch ein paar der vielen neuen (und teilweise recht kuriosen) Eindrücke schildern.

Baku ist schon heute im Eurovisionsfieber – an allen Ecken und Enden prangt das Logo des ESC 2012: auf Bannern über den Hauptstraßen, in den Schaufenstern jedes zweiten Geschäftes, oder auf T-Shirts, die die Einheimischen auf den Flaniermeilen der Stadt tragen. Immer wieder wird man angesprochen, ob man hier arbeite oder für die Eurovision hier sei, denn Westeuropäer sind aktuell noch sehr wenige zu sehen. An der Crystal Hall und den Zufahrtswegen wird rund um die Uhr noch fieberhaft gearbeitet und auch an der gigantischen Promenade – dem Bulvar – wird noch letzte Hand angelegt. Zehn Tage Zeit bleiben noch.

Wir haben unterdessen unser Hauptquartier, eine schöne, geräumige Wohnung direkt am zentralen Fountain Square bezogen. Die Kinderkrankheiten sind beseitigt, sprich: das Warmwasser im Bad funktioniert nun einwandfrei (am Montag gab’s erstmal einen kaputten Boiler, und das im Land des Feuers…) und wir haben uns bereits mit der näheren und weiteren Umgebung vertraut gemacht.

Drei Tage Baku also, und wir können folgendes feststellen:

> Baku ist eine pulsierende Großstadt, in der nach inoffiziellen Schätzungen bis zu drei Millionen Einwohner leben, obwohl sie gar nicht so groß erscheint. Wir konnten das heute am eigenen Leib erleben, als wir uns eher zufällig inmitten des sogenannten Blumenfestes am Heydar-Alijev-Platz wiederfanden, einer Art Miniatur-Landesgartenschau zu Ehren des verstorbenen Herrschers, der durch einen wundersamen Zufall der Vater des jetzigen Präsidenten war. Dort drängten sich heute Zehntausende Menschen in einer fast unwirklichen Prozession um den mit unfassbar kitschigen Blumendekorationen in allen erdenklichen Formen geschmückten Platz herum und gedachten gleichzeitig dem heutigen Geburtstag Heydar Alijevs.

> Aserbaidschan ist eine Männergesellschaft. Wir haben nach 18 Uhr kaum noch Frauen auf der Straße gesehen (auch tagsüber muss man sie manchmal mit der Lupe suchen). Die verbleibenden Männer nehmen sich dann eben gegenseitig in den Arm oder gehen Hand in Hand den Fountain Square auf und ab. Wir wissen jetzt wirklich nicht mehr, wo das Problem liegt….

> Jeder Arbeitsplatz ist mit mindestens drei Personen besetzt. Vier Kellner brauchte es, um uns am ersten Abend zu bedienen, weitere drei, um uns die Rechnung zu bringen. Im Handy-Laden beschäftigten sich ganze fünf Mitarbeiter eine Dreiviertelstunde lang damit, uns einen USB-Stick zu verkaufen. Kundenfreundlicher war es deshalb nicht unbedingt.

> Aserbaidschan ist die Nummer Eins weltweit in Sachen Schlammvulkanen. Was das ist, wußten wir bis gestern selbst nicht. Es sind Erdlöcher, in denen eine graue, schleimige Suppe blubbert, und die auch mal was unkontrolliert in die Höhe schießen können.

> Auch dass hier im Land einige der ältesten Felsmalereien der Welt entdeckt wurden, war uns bisher nicht bewusst. Nur eine Autostunde von Baku entfernt kann man Hunderte von Büffeln, Pferden, Schiffen und vollbusigen Damen mit gebärfreudigen Hüften als Steinzeit-Graffiti bewundern. Dass einen in der Gegend dabei auch quicklebendige Pferde gelegentlich fast über den Haufen rennen, bevor sie dann ihre Reiter in hohem Bogen neben einem abwerfen, sollte man vielleicht auch erwähnen. Qobustan scheint sowas wie der wilde Westen des Kaukasus zu sein.

Dass wir in so kurzer Zeit soviel erlebt haben, haben wir vor allem den Mitarbeiter des Reisebüros GeoPlay hier in Baku zu verdanken. Das Team um den Amerikaner Gerald Stone hat sich in den letzten Jahren zu einer der besten Adressen in Sachen Reise-Organisation im Kaukasus entwickelt und verfügt über weitere Büros in Georgien und den USA. Wer also eine Reise in den Kaukasus und speziell nach Aserbaidschan plant, sollte sich in jedem Fall die Angebote von GeoPlay näher ansehen.

Zwei Tage bleiben uns noch fürs Sightseeing, und dann geht es los mit der Live-Berichterstattung aus der Crystal Hall. Stay tuned!