Bakudiary: Am Ende eines langen ersten Probentages…

…muss erst mal aufgeräumt werden, das Hirn gewissermaßen durchgewischt werden. Als Blogger ist man doch etwas überfahren von den Eindrücken, die mit ungeheurer Wucht auf einen einprasseln. Hinzu kommen logistische, lukullische und technische Probleme, die das heute noch dreiköpfige Prinz-Team nebenbei lösen musste. Ein paar nächtliche Reflektionen mit vielen Bildern von OLiver.

 

Heute morgen standen wir vor gesperrten Straßen, kein Taxi weit und breit. Grund: ein Radrennen. Immerhin hatten die Absperrungen ESC-Charakter.

Also liefen wir zu Fuß einen Großteil der geschätzten 4 Kilometer bei 30 Grad zur Halle und bemerkten dabei, dass überall noch gewerkelt wird. So ist die Promenade etwa noch nicht durchgehend für Spaziergänger freigegeben und überall fahren Baustellenfahrzeuge herum…

Ein Trupp junger Besenreißer macht klar Schiff, wir wären beinahe ausgerutscht…

Blick auf die Crystal Hall, im Hintergrund die weltzweitgrößte Fahne, die ungefähr die Fläche San Marinos abdecken müsste.

Tip Top ausgestattet: das Pressezentrum, jeder Arbeitsplatz hat einen Laptop und eine Internetverbindung, ein Drucker steht an jedem Tisch bereit. Um die Ecke der Counter mit den Fächern für Pressemappen etc. Die Proben werden über einen großen Screen übertragen und gleich nebenan…

…befindet sich der Ort, wo die Pressekonferenzen stattfinden und der nach einigen gestalterischen Verschönerungen wie…

…einem Wandbild von Baku nebst Plakaten nicht mehr den Charme einer Leichenhalle aufweist.

Ein verlassenes Gebäude? Gefängnis? Turnhalle? Nein, das ist der Weg durch die Eingeweide der Crystal Hall zu den Proben. Es riecht nach frisch verarbeitenen Materialien und ist noch reichlich staubig. Man möchte ständig mal eben durchmoppen…

…und manche tun glücklicherweise genau dies.

So sieht es dann an allen Ecken in der Halle aus: Es bleibt noch einiges zu tun.

Vorsicht Stolperfalle, drei Kabelbrücken mitten im Weg, hier müsste eigentlich ein Hinweisschild „Unbeschränkter Übergang“ stehen, Blogger Jan wäre beinahe böse auf die Nase gefallen…

Der Weg in die Halle ist weiter als man denkt…

…aber recht freundlich beleuchtet, der Weg in den Presse-Zuseher-Bereich führt vorbei..

…an schwerem Gerät. Es hätte mich nicht gewundert, hier auch noch einen Betonmischer zu entdecken.

Das ist der Greenroom (heute eher Yellowroom), vollständig möbliert vom deutschen Premiumanbieter Vitra (und am vergangenen Mittwoch abgenommen von den PRINZ Bloggern), der ähnlich wie beim Melodifestivalen in der Halle ganz offen integriert ist. Der Platz für die Innenraum-Bestuhlung fällt im Vergleich zu Düsseldorf augenscheinlich knapp aus, wir dürfen gespannt sein, wie das mit den Fantickets rund um die Bühne klappt.

Die Bühne steht beinahe mittig in der Arena und weist an das Flammen-Logo angelehnt vier gezackte Ausläufer auf (die allerdings heute von keinem der neun Interpreten genutzt wurden).

Einige Mitrbeiter des deutsch(sprachig)en sehr professionell wirkenden Produktionsteams von Brainpool vor der ersten Probe, die beinahe 90 Minuten zu spät begann, weil nicht nur wir Blogger von der Straßensperrung überrascht wurden. Der Rückstand konnte zwar etwas veringert, über den ganzen Tag aber nicht aufgeholt werden – also in etwa genauso wie bei der Deutschen Bahn 😉

Zurück im Pressezentrum: Aserbaidschanische Limonaden gibt es netterweise neben Wasser kostenfrei für alle Akkreditierten. Gülüstan erfreut den Gaumen in den Geschmacksrichtungen Tarxun, Portagal (der Hausdrink von Filipa?), Düses und Feixoa. Nachdem ich schon nach einem Schluck Tarxun (schöne Farbe für einen Badezusatz) einem Zuckerkoma nahe war und mich Düses eher an etwas erinnerte, das man in sein Auto einfüllt, machte ich mich auf die Suche nach richtiger Brause. Doch leider gibt es kein Cola-Light, da nur die Sponsor-Getränke in der Halle ausgegeben dürfen, eine mitfühlende Volunteerin besorgte mir (nachdem sich abends akute Entzugserscheinungen zeigten) aus der Kantine eine Flasche Pepsi.

Lukullisch gab es heute noch kein warmes Essen, aber einen Stand mit Nervennahrung, die von einer freundlichen Zangenkraft zusammengestellt wurde. Eine tolle Idee: Obst, Nüsse und getrocknete Früchte – ideal für Geistesblitze und um die vom Rennen zwischen Halle und Pressezentrum leeren Energiespeicher wieder aufzufüllen. Überall lagen zudem geschmackvolle Broschüren, die die landschaftlichen und geschmacklichen Schönheiten Aserbaidschans anpriesen.

Für die Süßen unter uns wurde ständig Baklava-artiges Gebäck nachgefüllt und einen Tee-Counter von „Azercay“ gab es ebenfalls. Zudem wurde Joghurt (Ayram) verteilt.

Das Bild täuscht: Zeit, um nebenbei im neuesten von der Präsidententochter Leyla Aliyeva (nicht die gleiche Person wie die ESC-Moderatorin dieses Jahres) herausgegebenen Baku Magazine zu blättern, blieb nicht. Dafür war der Probenplan zu eng gestrickt, zumal wir auch noch ein paar technische Probleme mit den Laptops hatten.

Bei all dem Stress besonders wichtig: Immer dynamisch und gut gelaunt bleiben, so wie es die geschätzte NDR-Kollegin Sandra in Loreen-Pose vorführt (Bild von gestern).

Mein persönlicher Höhepunkt heute: Die mit Abstand beste Stimme, Rona Nishliu aus Albanien.

Morgen, Montag, bekommt der Prinz Blog dann Verstärkung: Peter und Fotograf Volli stoßen zu uns. Für heute wünschen Jan, OLiver und DJ Ohrmeister Gecəniz xeyrə qalsın (Gute Nacht) und bedanken uns bei allen Lesern für Eure Treue und die Kommentare und Anregungen zum ersten Probentag in Baku.