Barbara Dex Award: Bei wem kommt die Modepolizei?

Die wichtigste Trophäe des Jahres ist vergeben: Das ESC Glasmikrofon steht nun bei Salvador Sobral hoffentlich in einer hübschen Vitrine. Auch die Marcel Bezençon Awards sind ausgehändigt. Fehlt nur noch der Barbara Dex Award: der Fanpreis für das scheußlichste Outfit. Geht die Auszeichnung das zweite Jahr in Folge nach Kroatien? (Foto: Jacques Houdek im Lederwams)

Schräge Songs machen den Eurovision Song Contest erst zu dem herrlich bunten Event, den wir so lieben – und ebenso die skurrilen Outfits mancher Acts. Doch bisweilen sind die Klamotten so bizarr, dass einem der Mund offen stehen bleibt – wie voriges Jahr bei Nina Kraljić aus Kroatien, die in ihrem Vogelkostüm auch noch selbst Strom erzeugte mit eingearbeiteten Solarpaneelen… (hier unser Bericht) Das war dann zu recht Barbara Dex Award-würdig, benannt nach der ziemlich schlecht gekleideten belgischen ESC-Teilnehmerin von 1993.

Nina Kraljić

 

Wer hat dieses Jahr das Zeug zur Auszeichnung für den größten Kleider-Fauxpas? Welcher Teilnehmer war so richtig schlimm angezogen auf der Kiewer Bühne?

Das entscheidet die Fan-Community bis kommenden Sonntag auf der Website Songfestival.be, die seit diesem Jahr den Barbara Dex Award ausrichtet. Der Preis wurde 1997 ins Leben gerufen (Guildo Horn erhielt ihn 1998) und von der holländischen Website House of Eurovision vergeben. Nach 2016 gaben die Macher das Projekt ab.

Jetzt läuft eben auf Songfestival.be die Abstimmung – und wir hätten da ein paar heiße Kandidaten. Etwa Miruna, die Sängerin der Schweizer Gruppe Timebelle, die in ihrem Kleid aussah wie ein singender Kanarienvogel.

Miruna, Timebelle (Schweiz)

Gute Chance hat vermutlich Agnese, die Frontfrau der lettischen Band Triana Park. Sie erinnerte mich irgendwie an Nina Hagen….

Agnese (Triana Park, Lettland)

Oder fandet ihr die Glitzerhose von Slavko daneben – oder vielleicht seinen merkwürdigen Rock, den er zunächst trug?

Slavko Kalezić (Montenegro)
Slavko Kalezić (Montenegro)

Aleksander Walmann, Sänger beim norwegischen Act, sah zwar schlicht aus und hatte was Amish-mäßiges durch seinen breitkrempigen Hut – aber den Barbara Dex Award dürfte er damit nicht bekommen. Wäre auch nicht ganz gerechtfertigt.

Aleksander Walmann (Norwegen)

Kritikwürdiger ist da schon, in was man Martina Bárta gesteckt hat: Die Tschechin musste offenbar die goldfarbenen Flüchtlingswärmedecken vom bosnischen Beitrag 2016, etwas umgenäht, auftragen. Was hat sich das Team von ČT nur dabei gedacht?

Martina Bárta (Tschechien)

Bei den Damen fiel mir außerdem noch Kasia Moś auf, deren transparente Gardine „untenrum“ den Blick frei gab auf das, was in mancher Kameraeinstellung fast einen Hauch von Windel hatte:

Kasia Moś (Polen)

Kollege BennyBenny findet daneben noch Valentinas „Mega-Unterbauch-Zipp-Jacke“ erwähnenswert. Auf dem Foto aus einer Probe (unten) sieht man, wie auffällig und merkwürdig sich die Jacke am Bauch nach vorn wölbt – in der Tat eine seltsame Kleiderwahl. Gut, dass Frau Monetta wenigstens die peinliche Kappe, die sie noch in der Probe aufhatte, weggelassen hat.

Valentina Monetta & Jimmie Wilson (San Marino)

Meine Stimme auf Songfestival.be geht jedenfalls an Jacques Houdek: Solche Körperfülle in eine knapp geschnittene Lederjacke zu stecken und dann auch noch den Reißverschluss zuzumachen, das muss man sich wirklich trauen. Kollege OLiver sprach in Kiew liebevoll von einem „Lederwams“…

Jacques Houdek (Kroatien)

Nachtrag: Vom Autor zunächst vergessen, von den Lesern erwähnt: Svala. Die Isländerin trut einen weißen Stofffetzen über einer weißen Leggins und dazu die dicksten Treter von ganz Reykjavik.

Svala (Island)

Über Lucies Goldkleid kann man auch geteilter Meinung sein:

Lucie Jones (UK)

 

Und damit seid ihr an der Reihe: Wem gebt ihr eure Stimme? Wer hat sich von Designern schlecht beraten lassen? Wer wäre euer persönlicher Barbara Dax Award Winner?