Benjamin im PRINZ-Blog-Interview: „Ich wollte was Großes machen, aber doch minimalistisch“


Heute morgen haben wir den schwedischen Song gecheckt, jetzt haben wir noch die passenden O-Töne dazu. Bei Eurovision in Concert 2018 in Amsterdam nahm sich Benjamin Ingrosso für den PRINZ-Blog Zeit und verriet uns, was seine Mutter von seinem Ausflug nach Lissabon hält, und was emotional hinter „Dance you off“ steckt.

 

PRINZ-Blog: Hi Benjamin! Du hast dieses Jahr beim Melodifestivalen erst zum zweiten Mal mitgemacht – und Du hast gewonnen…

Benjamin: …ja, verrückt, oder?…

Andere brauchen Jahre, um das zu erreichen. Wie denkst Du darüber?

Ich fühle mich geehrt und happy und dankbar. Es war eine tolle Reise, jetzt bin ich glücklich hier zu sein beim ESC. Es ist der Wahnsinn.

Ich habe gehört, bei Deiner zweiten Teilnahme warst Du gar nicht mehr so nervös wie bei “Good lovin‘“ – wie kommt das?

Ich denke, es ist einfach, weil es mein zweites Mal war, also wusste ich schon wie das ist. Ich fühlte mich wohler auf der Bühne, mit meinem Song und meinem Gesang. Das fühlte sich alles sicherer an. Und ich wollte einfach Spaß haben und nicht nervös sein…

Wann hast Du zum ersten Mal tatsächlich dran gedacht, beim Melfest teilzunehmen?

Letztes Jahr mit „Good lovin‘“. Am Tag vor Ende der Einreichungsfrist.

Du hast das also selbst kurz davor entschieden? Und wolltest nicht schon als Kid, als Du das Lilla MGP gewannst, auch den großen Pott holen?

Nein, so „Ich habe den kleinen Wettbewerb gewonnen, ich muss den großen nicht machen?“ Nein – und ich bin froh drum.

Hast Du das auch mit Deiner Mutter besprochen, so bei einem Kaffee zuhause in der Küche?

Ja, sie ist immer stolz auf mich, egal was ich mache. Und sie war total happy, dass ich Melfest machen würde, logisch. Weil sie dort meinen Vater kennengelernt hat – es ist irgendwie eine große Sache für sie, vielleicht größer als für mich sogar manchmal…

Sie muss ja komplett over the moon sein jetzt…

…ja, sie ist so megastolz, so aufgeregt wie ich selber auch.

Sehen wir sie denn in Lissabon?

Ich denke nicht, bin mir nicht ganz sicher, denn sie hat da einen Gig in Stockholm.

Zu Deinem Auftritt: Wer kam auf diese sehr reduzierte, aber sehr eindrucksvolle Idee?

Ja, ich selber und mein toller Choreograph Zain und mein Stylist Dennis. Wir drei zusammen haben uns die ganze Nummer ausgedacht mit dem Tanz, den Lichtsäbeln, wie ich sie nenne. Bin sehr stolz auf diese Nummer. Ich wollte was Großes machen, aber doch minimalistisch: gerade so wie der Song – der ist auch nicht so groß, aber minimalistisch.

Aber der Text ist so traurig, fühlt sich an als wärst Du sehr verletzt worden. Hast Du das selber erlebt?

Oh ja, ich war heartbroken… Das Lied ist über meine Freundin, wir waren nicht mehr zusammen, als ich es schrieb. Wir hatten uns grade getrennt. Wir sind jetzt wieder zusammen, was mich echt glücklich macht. Zu der Zeit war ich echt am Boden zerstört, war in L.A., wollte Songs für mein nächstes Album schreiben.

Es ist also wichtig für Dich, dass der Text eines Liedes eine Geschichte erzählt?

Ja, weil ich das auch meinen muss, worüber ich singe. Ich muss es nicht unbedingt selber erlebt haben, ich muss es einfach fühlen können.

Bist Du denn mehr der Textschreiber oder eher der Komponist?

Ich bin eher der melody guy… ich bin für die Melodien und die Produktion, mische überall mit im Studio, mit Tausenden von Melodien und Ideen und so.

Und dann bringst Du die zu Papier und jemand schreibt den Text dazu…

… ja, und spiele Akkorde auf dem Klavier und sage dem Produzenten, wie ich mir den Beat vorstelle.

Wer hat den Text zu diesem Lied geschrieben?

K Nita war in dem Fall die Hauptautorin, sie kam dazu, als wir am Songschreiben waren. Das Lied war also schon fertig, ohne Text, einfach die Melodie und die Produktion. Und ich saß mit ihr, vielleicht so eine Stunde, und sprach darüber, wie ich mich fühlte. Und sie meinte: „Ja, vielleicht willst Du sie einfach ‚wegtanzen‘…?“ Und ich so: „yeh… just want to dance, dance, dance you off…“

Und das war’s dann…

Genauso.

Deine Inspirationen kommen größtenteils von Leuten aus den 70ern und 80ern. Du bist grade mal 20.

Ja, das sind meine Idole. Ich bin aufgewachsen mit diesen Legenden, weil meine Eltern diese Künstler immer hörten, etwa Toni Braxton, George Michael, Neil Sedaka, Barry Manilow, Hall & Oates – ja, ich bin ein großer Fan dieser Leute.

Wie Deban von wiwibloggs in London gesagt hat: „That‘s my playlist!“…es ist auch meine!

(lacht)… ja, immer wenn ich Songs schreibe, habe ich Einflüsse von den 70ern. So wie in „Dance you off“ – da hatte ich Julio Iglesias im Kopf… und ich gab ihm noch einen frühen 90er-Vibe dazu.

Danke sehr dafür, Benjamin, wir wünschen Dir einen großartigen Abend und bis Lissabon!


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