Bildstory: Lukullische Abenteuer in Baku

Während schon viel über musikalische und politische Herausforderungen des Eurovision Song Contests berichtet wurde, hat sich noch kaum jemand mit einem anderen wesentlichen Aspekt befasst: den lukullischen Gegebenheiten vor Ort. In Vorbereitung auf die ESC-Wochen verbrachten die Hamburger Blogger daher einen denkwürdigen Abend im einzigen aserbaidschanischen Spezialitätenrestaurant der Hansestadt.


Das Restaurant „Baku“ liegt im Grindelviertel unweit der Universität im Erdgeschoss eines der berüchtigten, weil von Mietspekulanten zeitweise böse vernachlässigten Grindel-Hochhäuser. Von außen eher schmucklos…

…ist es drinnen überraschend farbenfroh und gemütlich.

Freitagabend steht auch Livemusik auf der Karte (Zuschlag 1 Euro pro Person), zunächst beschallte uns dieser junge Mann mit appetitanregenden russischen Weisen.

Der Eurovision Song Contest darf auf der Speisekarte natürlich nicht fehlen. Blogger Jan war begeistert.

Der Wirt Eltchin Aliev ist anders als das russischsprachige Personal ein echter Azeri und nahm nicht nur unsere Bestellung auf, sondern lehrte uns auch das aserbaidschanische Wort für Danke: Sag olun!

Los gings mit einem kleinen gemischten Salat und…

…dem aserbaidschanischen Feuer – quasi das diesjährige ESC-Motto in Suppenform (Geschmacksrichtung Tomate)

WM hatte sichtlich großen Hunger und entschied sich für einen mit Hack gefüllten Pfannkuchen.

Am Nebentisch feierte ein Pärchen, das uns an Aysel & Arash erinnerte, Geburtstag (das strahlende Geburtstagskind ist rechts zu sehen). Wie wir außerdem am beschwingten Nachbartisch erfuhren, soll in Kürze geheiratet werden (der zukünftige Bräutigam ist links vorne zu sehen).

OLiver war etwas enttäuscht, weil weder gekochter Schafskopf noch irgendwas mit Pansen auf der Karte stand und entschied sich dann notgedrungen für Boeuf Stroganoff.

Bestes Gericht: Schaschlikspieße aus Lamm mit ausgezeichneten Pommes und einer pikanten roten Sauce.

Zum Runterspülen der eher deftigen Küche entschied sich Peter für georgischen Wein aus Kachetien, einer an Aserbaidschan grenzenden Region. Saglığına!

Douze Points beim stilvollen Abnagen eines Rippchens.

Und zwischendurch als Stimmungsverstärker immer mal wieder ein klarer Wodka.

Während die aserbaidschanische Küche aufgefahren wurde, intonierte der musikalische Conférencier einen russischen Hit nach dem anderen. Zwei „Westschlager“ hat er eingestreut – live gesungen: HOW DEEP IS YOUR LOVE (ursprünglich von den Bee Gees) und I JUST CALLED TO SAY I LOVE YOU (im Original von Stevie Wonder).

Tonspur-Fazit: Er hätte beim russischen Songprogramm bleiben können. Kulinarisches Fazit: Kleinere Aussetzer bei gewöhnungsbedürftigen Vorspeisen/Beilagen, superleckere Pommes, jede Menge gut gewürztes gegrilltes Fleisch und viel eingelegtes Gemüse, was durchaus mundete.

Peter schloss Freundschaft mit von uns fälschlicherweise als Schwedin identifizierten Servierkraft Inga – dabei kommt sie aus dem Beautiful-Song-Land Lettland und war erstaunlich ESC-kundig.

Jan und WM spielten Quartett mit den Flyern zur Eurovision Dance Nite (am 28. April in Hamburg), die in diesem Jahr besonders formschön gerieten:

Auch der Nachbartisch wurde von uns großflächig mit dem weitgehend textilfreien Alex-Vorobyov-Motiv versorgt, was zu einem großen Hallo führte.

Als russische Discofox-Schlager gespielt wurden (die dann als CD-Konserven), hielt es den Nebentisch nicht mehr auf den Stühlen. Lebensfreude pur schwappte durch das „Baku“. Auch diesmal gab es einen „Westschlager“ zwischendurch: BROTHER LOUIE von Modern Talking. (Faszinierend, wie Klischees immer wieder zutreffen.)

Zwischendurch die Newslage gecheckt und entdeckt, dass ESC-Veteranin Kikki Danielsson nun doch nicht wegen Drogenschmuggels in den Knast muss (mehr zu kriminellen ESC-Vertretern hier). Sie hatte nicht etwa verbotene Diätpillen im Darm geschmuggelt, sondern online in Indien verschreibungspflichtige Stimmungsaufheller in rauen Mengen geordert und war vom Zoll erwischt worden… aber das ist eine andere Geschichte.

Wie ging noch mal die Choreographie zu „Always on my mind“? Und man achte auf das stilechte Kaminfeuer auf dem Flat-TV.

Gut satt geworden und nun bestens für die lukullischen Herausforderungen im Kaukasus gerüstet: PRINZ-Blogger OLiver, Douze Points, Special Guest Harald, Tjabe, Jan und WM.