Boa Sorte Salvador Sobral e Portugal: Mit der Liebe der Fans ins Finale

Noch nie wurde ein portugiesischer Beitrag so hoch gehandelt wie 2017. Zum ersten Mal ist Portugal dem Traum unter den Top 3 zu landen so nah. Salvador Sobral macht hier mit „Amar pelos dois (Lieben für zwei)“ in Kiew einen grandiosen Eindruck und veranlasst das Pressezentrum bei seinem Vortrag zu schweigen. Heute is nun der Tag der Wahrheit und es wird sich zeigen, ob der Hype das hält, der in den letzten Wochen entstanden ist. Als Einstieg in das heutige Halbfinale blicken wir zurück auf einige persönliche Höhepunkte der portugiesischen Eurovisionsgeschichte.

In der Blogger WG hier in Kiew warten wir gespannt auf den heutigen Abend. Portugal mit „Amar pelos dois“ von Salvador Sobral muss sich beweisen. Bislang führten die Beiträge des Landes zu wenig Gesprächsstoff bei den Bloggern. 2017 ist das anders und nicht nur einer ist begeistert von Salvador und seinem Lied.

Somit haben sich die Blogger Matthias, Jan und Tjabe zusammengesetzt, um einmal in der Vergangenheit zu kramen, welche Songs aus Portugal ihnen aus dem Stegreif einfallen.

Hier die Auswahl vom Bloggerkollegen Jan:

Zunächst gehen wir ins Jahr 1989. Da Vinci vertraten damals mit dem poppigen Titel „Conquistador“ das Land und wurden mit 39 Punkten 16.. Das Duo Da Vinci gibt es noch heute. Pedro Luís Neves und Iei-Or sind mittlerweile miteinander verheiratet.

Ein Jahr später sang eine ambitionierte Nucha ihr „Há sempre alguém“, aber ob es die schwarzen Outfits mit den Noten waren, die zum 20. Platz mit 9 Punkten führten, das weiß man leider nicht. Das Ergebnis war so katastrophal, so dass Portugal beabsichtigte auszusteigen. Aber auch Nucha mischt immer noch im Geschäft mit und war bei der nationalen Vorentscheidung 2017 als Gast zu sehen.

Als Punktegeberin war auch die nächste Interpretin dabei: Vânia Fernandes. Sie sang sich 2008 sensationell auf Platz 2 im Halbfinale, um im Finale auf Platz 13 mit 69 Punkten abzurutschen. Die Madeirenserin ist auch noch immer eine gefragte Künstlerin in Portugal.

Vom Bloggerkollegen Matthias wurde zunächst die Gruppe Alma Lusa aus dem Jahr 1998 genannt. Ein Projekt des großen José Cid, das eine junge Künstlerin namens Inês Santos hervorbrachte. Das fröhliche „Se eu te pudesse abracar“ kam zwar nur auf Platz 12, war aber lange Zeit die beste Platzierung Portugals.

1992 vertrat mit Dina eine lesbische Sängerin ihr Land. Ondina Maria Farias Veloso, besser bekannt als Dina. Ein Liedermachersong „Amor d`agua fresca“ vertrat das Land und wurde mit 26 Punkten 17.. Auch Dina kann man bis heute in der Musikwelt des Landes wiederfinden.

Die große Favoritin für Matthias bleibt aber Rita Guerra. Als sie 2003 teilnahm, war sie schon seit jahren eine gestandene Musikgröße in Portugal. Sie trat in den großen Casinosälen von Cascais auf und brachte viele Lieder heraus. „Deixa-me sonhar (só mais uma vez)“ lieferte nur Platz 22 mit 13 Punkten, aber für Rita Guerra ging das Leben weiter und 2017 stand sie mit anderen etablierten Künstler als Interval-Act auf der Bühne, um an die musikalischen Highlights des Landes zu erinnern.

Der Schreiber dieses Artikels hat sich drei Beiträge ausgesucht, die einen speziellen Moment in der portugiesischen Eurovisionsgeschichte haben. Zum einem Dulce Pontes, die mit „Lusitana paixão“ 1991 die Ehre Portugals wiederherstellte, indem sie einen achten Platz mit 62 Punkten holte. Eine unvergleichliche Karriere schloss sich an und heute zählt sie musikalisch zu einem der Exportartikel des Landes, die sich im Bereich Fado unentbehrlich gemacht hat.

Der 26. August 1988 wurde zu einem schwarzen Tag für die Musikszene des Landes. Carlos Paião starb bei einem tragischen Autounfall. Bis dahin hatte er schon viele unvergessene Werke geschaffen, die anschließend zu wahren Kultsongs wurden. Der Beifall zu seinem Bild anlässlich des Rückblicks 2014 war bezeichnend für die Beliebtheit dieses Künstlers.

Zum Abschluss noch das unbeliebteste Eurovisionslied aller Zeiten für die Portugiesen. Gemini mit „Dai-li-dou“ holten 1978 nur Platz 17 mit 5 Punkten, jedoch für Blogger Tjabe bleibt es das portugiesische Lied schlechthin, da er den Song damals schon gut fand und erst Jahre später herausfand, welches Land es vertreten hatte. Die Gruppe fand sich zum Teil in der Formation Doce oder wurde Dirigent einiger portugiesischer Beiträge wieder. Tozé Brito wurde 2017 im Rahmen der Vorentscheidung, in der er auch Juror war, geehrt, aber Dai-li-dou fand keine große Erwähnung.

Hier ein Recap aller portugiesischen Beiträge bis 2015.

Nun ist es an Salvador Sobral, die Herzen Europas zum Schmelzen zu bringen. Noch nie lag ein Erfolg so nah. Aber heute muss er erst einmal das Halbfinale überstehen. Vom Prinz-Blog sagen wir: Boa Sorte. Viel Glück Salvador Sobral.