Bringen sich Laing für „Unser Lied für Jerusalem“ in Stellung?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, „Unser Lied für Jerusalem“ ist natürlich noch nicht der offizielle Titel für die nächste ESC-Vorentscheidung, aber da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass wir 2019 nach Jerusalem fahren, und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der NDR neben dem Erfolgskonzept auch den Erfolgsnamen beibehält, ist dieser Titel wohl nicht zu gewagt. Warum es außerdem wahrscheinlich ist, dass wir Laing im Laufe des kommenden Vorentscheidungsprozesses wiedersehen werden, steht in diesem Beitrag.

Laing können wir getrost als Blog-Lieblinge bezeichnen, sozusagen eine glatte 10 auf der Ryk-Skala. Als Kandidatinnen für den ESC haben wir sie erstmals 2013 ins Spiel gebracht. 2015 hat die Band mit „Wechselt die Beleuchtung“ haushoch unseren PRINZ ESC Second Chance Contest gewonnen, nachdem sie bei der deutschen Vorentscheidung „Unser Song für Österreich“ mit „Zeig deine Muskeln“ in die zweite Runde einziehen konnte. Im letzten Jahr waren Laing dann auch noch bei unserem Voting zur Serie „Auf nach Lissabon!“ erfolgreich. Mehr geht eigentlich nicht.

Doch nicht nur die Fans wollen Laing wieder beim ESC oder zumindest beim Vorentscheid sehen. Die Gerüchteküche sagt, dass auch Laing selbst einer erneuten Teilnahme an der deutschen Vorentscheidung nicht abgeneigt wären. Niemand geringeres als NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber hat in der letzten Saison unter einem Beitrag kommentiert, dass Laing aus „guten Gründen“ nicht bei den Eurovision-Workshops dabei waren. Das kann natürlich viel bedeuten, aber etliche Leser deuteten es zum einen so, als wären Laing von der Eurovisions-Jury gut bewertet worden und zum anderen so, als hätten die Mädels unter Umständen auch wieder Lust auf das Abenteuer ESC.

Nun veröffentlichen Laing ihr neues Album „Fotogena“ ausgerechnet am 7. September – also am frühestmöglichen Freitagstermin nach dem offiziellen Stichtag, ab dem Songs veröffentlicht sein dürfen, die beim ESC 2019 antreten. Kann das Zufall sein? Oder ist der potenzielle ESC-Beitrag der Ladies auf dieser Platte zu finden? Auffällig ist es jedenfalls schon, dass die Band schon Anfang des Jahres kurz vor Veröffentlichung des neuen Albums stand und den Veröffentlichungstermin nun ausgerechnet bis in den frühen September hinausgezögert hat.

Sicher ist jedenfalls, dass die potenziellen Vorentscheidungsbeiträge nicht „Nieselregen“ oder „Du bist dir nicht mehr sicher“ heißen werden, denn so heißen schon die beiden bereits veröffentlichten Songs des Albums, die damit gegen die EBU-Regularien verstoßen würden. Das verrückte „Nieselregen“ zeigt einmal mehr die Experimentiertfreudigkeit von Laing, denn die Stimme von Frontfrau Nicola ist so runtergepitcht worden, dass sie sich anhört wie ein Mann.

„Du bist dir nicht mehr sicher“ dagegen ist ein typischer Laing-Song mit Ohrwurmcharakter, der die Vorfreude auf das kommende Album schürt. Vielleicht wäre der Song auch noch nicht besonders genug für den ESC, aber wenn die Band wirklich einen Plan verfolgt, tut sie ja gut daran, den absoluten Überhit noch nicht vor dem 1. September zu veröffentlichen.

Lassen wir uns also überraschen, was wir ab dem 7. September auf die Ohren bekommen und ob der nächste deutsche ESC-Beitrag dabei sein wird.

Übrigens: Auch Michael Schultes BFF und Trauzeuge Max Giesinger veröffentlicht sein neues Album „Die Reise“ erst am 23. November. Ob er auch ESC-Ambitionen hat, ist bislang nicht überliefert, aber wenn Kollege Douze Points ihn schon verpflichtet hat, was soll dann noch schiefgehen?

Ob sich Laing und Max Giesinger eine (erneute) Teilnahme an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest vorstellen können, ist bislang nur Spekulation. Sicher wissen wir nur, dass Drangsal seinen Hut in den Ring geworfen hat.