Christer Björkman feiert seinen 60. Geburtstag: Mello Mani in Malmö

Das dritte Jahr in Folge machten sich am Wochenende zwei Prinz-ESC-Blogger mit einem Freund aus kulturellen Gründen auf nach Schweden: Die Oscarsrevy mit Sanna Nielsen und das große Mello Mani-Konzert zu Ehren von Christer Björkman in Malmö standen auf dem Programm. Dazu gab’s wie immer in diesem Melodifestival-verrückten Land jede Menge weiterer Anknüpfungspunkte zum nationalen Vorentscheid.

Wenn im November in Deutschland die Tage immer kürzer und das Wetter immer unwirtlicher wird, ist es höchste Zeit für einen Ausflug nach … Schweden. Das dritte Mal machten sich die Blogger Peter und Douze Points zusammen mit dem schwedophilen Freund Norman auf den Weg nach Norden, um ein Wochenende das populärkulturelle Leben des skandinavischen Landes zu genießen. Der Hauptanlass war in diesem Jahr natürlich das Fest in Malmö zu Ehren von Christer Björkman. Wir kombinierten das mit einem Abstecher nach Göteborg.

Dort gastiert in der aktuellen Saison die Oscarsrevyn im Lorensbergs Teater. Entwickelt wurde die Revue für das Oscarteater in Stockholm, das im letzten Jahr seinen 100. Geburtstag feierte. Nach einjähriger Laufzeit und aufgrund des großen Erfolgs wird es aktuell von Donnerstag bis Samstag in Göteborg gespielt. Natürlich inhaltlich angepasst an die Gefühlslage der Westküstler und mit Gags aus dem Jahr 2017.

Unter den fünf Hauptakteuren ragen Sanna Nielsen (Bild oben mit den blonden langen Haaren) und die Komiker Robert Gustafsson sowie Anders Jansson (Melodifestivalen-Moderator 2014) hervor. Die sehr professionelle Show überzeugte mit hohem Tempo und begnadeten Künstlern, war aber oft auch sehr volksnah (lies: einfach gestrickter Humor). Natürlich ging es nach der Show noch in die Bee Bar und zum Feiern in den Club Gretas (Foto unten), der dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Beide Lokalitäten stimmten uns musikalisch bereits bestens auf das Mello-Highlight am nächsten Tag ein.

Im herrlichsten Sonnenschein fuhren wir im Schnellzug nach Malmö (Bild oben: Bahnhof von Göteborg). Die 300.000 Einwohner zählende Stadt strotzt vor Dynamik und Zuversicht. Bereits beim ESC war das zu erkennen. Mittlerweile ist mit dem Veranstaltungs- und Hotelkomplex Malmö Live in direkter Bahnhofsnähe ein weiterer architektonischer Meilenstein eröffnet worden, der in einer Stadt vergleichbarer Größe in Deutschland als Größenwahn angesehen werden würde (Foto unten).

Bereits in der Hotel-Lobby, die gleichzeitig der Zugang zu den Konzertsälen ist, wurden wir von Musik der Mello-Künstler begrüßt, die abends bei der Show auftreten würden. Das I-huvudet-på-Christer-Programm (Im Kopf von Christer), das bereits am Vortag begonnen hatte, war auch sonst überall präsent. Ein ambitioniertes Projekt, das offensichtlich mit viel Liebe und großer Professionalität umgesetzt wurde. Das galt natürlich auch für das Highlight: das abendliche Mello-Mani-Konzert.

Blick aus der 15. Etage auf die Öresundsbrücke

Gustav Adolfs torg in Malmö: hier trat 2013 auf der EuroVillage-Bühne auch Cassata auf

Gustav Adolfs torg in Malmö: in diesem Hotel wohnte 2013 nicht nur unser Reisebegleiter Norman, sondern auch Emelie de Forrest 

Malmö Live by night

Das Reise-Trio auf dem roten Teppich

Mit der Moderatorin Petra Mede und Christer Björkman als Sidekick sowie einem Manuskript von Edvard af Sillén, der auch die ESC-Moderationen 2013 und 2016 verantwortete, war die inhaltliche Linie klar vorgegeben. Zwei Stunden lang wurde die buntgemischte, ca. 1.700 Personen zählende Gästeschar von Anekdoten aus Christers Leben, herzlich-bösartigen Stichelein des Moderatorenpaares und den Auftritten der zwölf Musiker/Gruppen bestens unterhalten.

Programmheft 

Es waren übrigens nicht nur die üblichen tragisch-veranlagten Männer anwesend, sondern auch viele Frauen sowie viele Paare, auch höheren Alters (was zumindest beim Auftritt von Ace Wilder dann zu einem herrlichen Clash of Cultures führte).

Den Auftakt der Auftritte bildete 72-jährige Claes-Göran Hederström, der beim Melodifestivalen 1968 Christers Liebe zur Veranstaltung weckte. Für seinen Auftritt gab es die ersten Standing Ovations.

Claes-Göran Hederström: Det börjar verkar kärlek, banne mej

Anschließend war gleich Christer selbst dran (Foto unten), der 1992 mit „Imorgon är en annan dag“ das Melodifestivalen gewann, um dann beim ESC in Malmö allerdings nur Vorletzter zu werden.

Die damalige Mello-Zweite, Lizette Pålsson, folgte gleich danach und präsentierte ihren damaligen Beitrag „Som om himlen brann“. Eine schöne Geste.

Das Publikum war ab Lied drei völlig aus dem Häuschen, sang und tanzte mit und feierte jeden Act.

Und da waren einige große Namen dabei. Anfangs wurde meist nur ein Hit eines Künstlers präsentiert, später dann meist zwei. Lediglich Magnus Carlsson, der ja acht Mal beim Mello dabei war, durfte dreimal ran.

Magnus Carlsson durfte zweimal auftreten: Einmal mit „Världen utanför“ und dann noch einmal mit „Live Forever“ und „Möt mig i Gamla Stan“ (Foto unten)

Vielen Künstlern war es wichtig, noch einen persönlichen Dank an Christer zu richten – oft verbunden mit einer schönen Anekdote. Was für eine Anerkennung!

Brandsta City Släckers: Kom och ta mig

Andreas Johnson: „A Little Bit of Love“ und „Sing For Me“

Zwei Auftritt, zwei Kleider: Sarah Dawn Finer sang „I Remember Love“ und „I’m Moving On“

Oscar Zia mit „Human“

Björn Ranelid mit „Mirakel“

Ann-Christine Bärnsten fragte „Ska vi plocka körsbär i min trädgård?“

Anne-Lie Rydé sang erst ihren Mello-Song „Säg att du har ångrat dig“ und anschließend ein fantastische Version von „Alla har glömt“

Shirley Clamp sang ihre Kracher „Att älska dig“ und „Min kärlek“

Ace Wilder war mit „Wild Child“ und „Busy Doin‘ Nothin'“ vielen doch etwas zu modern

Charlotte Perrelli im Super-Outfit sang „Hero“ und „Take Me To Your Heaven“

Den Abschluss bildete der Mello-Klassiker „La dolce vita“, den Christer wieder selbst vortrug. Dazu holte er auch den Mello-„Hauschor“ mit auf die Bühne, zu dem auch sein Ehemann gehört.

Die drei Deutschen in der Photo-Box

Natürlich muss nach einem solchen Spektakel gefeiert werden. Dazu war ein weiterer riesiger Raum zum „Klubb Euphoria“ umgewidmet worden, der zunächst an überdimensionierte Euroclubs erinnerte, sich dann aber doch gut füllte. In anderthalb Stunden langen Sets legten u. a. Matthias Holmgren (Mello 2003 und 2005, Foto unten) und Ronny Larsson & Ken Olausson (Zeitschrift QX) auf.

Und natürlich ließen sich dabei auch Christer, Petra und einige der Künstler blicken und feierten mit. Wenn man als Produzent eines nationalen ESC-Vorentscheids schon so ein Festwochenende als Anerkennung erhält, dann ist das allerdings auch eine Selbstverständlichkeit.