Christer Björkman will vor Mello-Ausstieg noch einmal den ESC gewinnen

Im Umfeld der Veröffentlichung seiner Biografie „Generalen“ (Der General) gibt Christer Björkman fleißig Interviews. Gegenüber der schwedischen Zeitschrift QX äußerte er sich dabei auch über die Musik-Trends bei den Einreichungen zum Melodifestivalen 2018, die aktuellen Trends beim Eurovision Song Contest sowie seine Absicht, diesen noch einmal für Schweden vor 2021 zu gewinnen, dem Jahr seines Abschieds vom Melodifestivalen.

In seiner Biografie, die Christer Björkman mit Petter Karlsson schrieb bzw. von diesem schreiben ließ, schildert der Schwede ausführlich seine Kindheit und Jugend. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Melodifestivalen, das Björkman 1992 gewann und ab 2002 als „der General“ revolutionierte. Aktuell spannender ist allerdings, was er zum diesjährigen Melodifestivalen zu sagen und für seine letzten Jahre als Produzent der Show vorhat. Dazu äußerte er sich im Interview mit der Zeitschrift qx.se.

Das ausgeprägte Ego von Christer Björkman zeigt sich auch am Titel seines Buches: „Der General – nur ich weiß, wer gewinnt“

2021 wird Björkmans letztes Jahr als Mello-General, aktuell ist er aber weiter „super-involviert“. Nach dem nächsten Jahr will er einen Schritt zurücktreten und die Verantwortung für die Show an Karin Gunnarsson übergeben. „So wie es bisher ist, klingt kein Lied aus, ohne dass ich gesagt habe, wie ich es finde.“ Die große Frage sei aber, wie das Melodifestivalen ab 2022 aussieht. „Darüber müssen sie jetzt anfangen nachzudenken – und zwar ohne mich“, so Björkman auf qx.se.

Noch läuft aber Business as usual. In diesem Jahr wurden 2.771 Beiträge zum Melodifestivalen eingereiht. „Wir haben sehr viel modernen Pop erhalten, aber auch eine Anzahl richtig guter Schlagerpop-Lieder“, so Björkman. Letzteres könne daran liegen, dass einige Liedschreiber zuletzt etwas aus dem Rennen gewesen seien. Jetzt würden sie sich umso mehr bemühen, um wieder mit dabei zu sein, und dann seien sie richtig gut. Außerdem gäbe es einige, die jetzt genau den Schlagerpop-Trend bedienen wollen.

Beim ESC waren in den letzten Jahren aber gerade keine Schlagerpop-Nummern erfolgreich, sondern sehr individuelle Nummern wie Jamala und Salvador Sobral. Björkman hält es aber nicht für notwendig, dass man bei der Wahl des Siegers des Melodifestivalens anders agieren müsse als in der Vergangenheit: „Die Entwicklung verläuft wellenförmig und ist nicht dauerhaft, kein Trend ist das beim ESC. Es erinnert an den Ethnotrend in den 90ern. Ich glaube nicht, dass wir einen Abzweig nehmen sollten, um etwas Neues auszuprobieren. Wir sind auf einer guten Fährte, haben eine unglaubliche Erfolgssträhne beim ESC und mittelfristig sollte man auf Hits setzen.“

Auf die Frage, ob Schweden noch einmal vor Björkmans Abschied vom Mello-Zirkus den ESC gewinnen kann, zeigt er sich ambitioniert: „Das ist mein Ziel. Aber das Wohlwollen, das es für einen schwedischen Sieg gab, war schon in Wien dezimiert. Keiner gönnt uns den Erfolg beim ESC mehr so wie früher, aber es ist absolut nicht unmöglich zu gewinnen.“

Soviel Zuversicht und Ambition würde man den deutschen Verantwortlichen auch wünschen. Aber die wollen ja gar nicht mehr gewinnen