Der ESC in Lissabon vom Spielfeldrand (1)

„Mögen die Spiele beginnen!“ schreibt es Leser „deutscheland“ soooo treffend. Das erste Halbfinale – seit gestern gerne „Fuego und der Rest“ genannt – steht vor der Tür und für den PRINZ ESC Blog ist das ein willkommener Anlaß, einmal wieder die „Newcomer“-Perspektive auf den Blog zu holen. Jochen aus Frankfurt, der als Mitglied des deutschen Eurovisionspanels die Auwahl des deutschen Songs (mit) zu verantworten hat, wird ab heute einmal täglich als Gastblogger von seinem allerersten tiefen Eintauchen in die Bubble berichten.

Werth, Jochen

Jochen aus Frankfurt war beim deutschen Vorentscheid 2018 Mitglied des Eurovision-Panels, deren hundert Mitglieder den Musikgeschmack der internationalen Fernsehzuschauer bestmöglich repräsentieren sollen. Logisch also, dass er sich neben Schlagern und Balladen auch für Rock, Punk, Hiphop, klassische Musik und mehr begeistern kann. In diesem Jahr ist er erstmalig mit Akkreditierung beim ESC vor Ort und hat sich vorgenommen, die „Eurovision Bubble“ mit nüchternem Blick – quasi vom Spielfeldrand aus – zu erleben und zu kommentieren. Seine Erfahrungen und Gedanken teilt er exklusiv mit uns.

Hier sein Einführungsbeitrag:

Der Eurovision Song Contest – das ist diese eine verrückte Woche im Jahr. Dachte ich früher. Dabei startet das Spektakel schon lange, bevor die zweihundert Millionen Zuschauer einschalten. Und genau dies erlebe ich in dieser Eurovision-Saison ganz nah mit. Lasst mich kurz erklären, wie es dazu kam – ich mache es auch kurz.

Kaum war das neue Auswahlverfahren im Herbst vergangenen Jahres auf einer Roadshow vorgestellt, stolperte ich in den sozialen Netzwerken über den Fragebogen. Darin galt es, Teilnehmer aus vergangenen Jahren zu bewerten und zu ranken. Eine Leichtigkeit, hat doch jeder von uns seine Favoriten.

Einige Runden und wenige Wochen später war ich als Panelist ausgewählt und sollte erneut Songs und Künstler bewerten und ranken. Dieses Mal aber keine ESC-Teilnehmer, sondern solche, die es werden könnten. Fast alle waren mir unbekannt, und auch der Gedankengang war ein anderer: „Welche Interpreten haben das Potential, in Lissabon herauszustechen, zu polarisieren, zu begeistern?“

Die Entscheidungsrunden gipfelten letztlich im deutschen Vorentscheid, bei dem Michael Schulte einstimmig von Zuschauern, internationaler Jury und Europa-Panel zum Kandidat gekürt wurde. Die Hoffnung auf eine bessere Platzierung als in vergangenen Jahren – vielleicht sogar in der oberen Hälfte des Tableaus – lebt.

Nachdem ich mich seither wieder ausgeklinkt habe, es hinter den Kulissen aber fleißig weiter ging, starte auch ich nun in die entscheidende letzte Woche. Es geht nach Lissabon – eine Stadt, die mich schon bei meinem ersten Besuch vor einigen Monaten begeisterte. Kein Wunder also, dass die Vorfreude groß ist.

Noch größer wurde die Vorfreude, als klar war, dass ich in diesem Jahr mit Presse-Akkreditierung auch hinter die Kulissen schauen kann. Ich bin sehr gespannt, wie ich als Eurovision-Outsider in der Eurovision Bubble zurecht kommen werde. Als Gast-Blogger werde ich auf dieser Seite regelmäßig über meine ganz subjektiven Eindrücke aus der Eurovision Bubble berichten.

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Viermal sicher weiter. Wer schafft es außerdem noch ins Finale?