Destination Eurovision 2018: Das französische Finale ist komplett

Die sechs Juroren von Destination Eurovision 2018 hatten wieder die Qual der Wahl: Im zweiten Halbfinale heute Abend mussten sie wieder vier von neun Künstlern fürs Finale auswählen. Das Startfeld war etwas weniger hochwertig als die erste Runde. Nach zweieinhalb Stunden stand aber das Quartett fest, das in einer Woche mit um das Ticket für Lissabon kämpfen wird.

Sänger Garou führte wieder durch die zweieinhalbstündige, vorab aufgezeichnete Show. Erneut sollten Amir, Isabelle Boulay und Christophe Willem als nationale Juroren die Künstler nach jedem Auftritt kurz beurteilen und am Ende mit Punkten versehen; dazu kamen wieder drei internationale ESC-Delegationschefs: Christer Björkman aus Schweden, Olga Salamakha aus Weißrussland und Nicola Caligiore aus Italien.

Nächste Woche im live ausgestrahlten Finale wird das internationale Jurypanel noch größer werden – weil dann die nationalen Juroren nichts mehr zu sagen haben. Dazu kommen nächste Woche unter anderem die Delegationschefs aus Island und der Schweiz sowie Iveta Mukuchyan, die Armenien beim ESC 2016 vertrat. Dazu kommt dann das Televoting, das im Finale 50 Prozent der Wertung ausmachen wird.

Wie schon in Runde 1 wurde nicht lange gefackelt: Nach einem kurzen Film über den ESC und darüber, worum es hier heute Abend gehen sollte, ging es schon los mit Startnummer 1. Die neun Teilnehmer wurden vor ihrem Auftritt jeweils mit einem Film vorgestellt. Alle sangen wieder jeweils kurz eine Coverversion, dann war jeweils ihr ESC-Beitrag an der Reihe. Eine France-Gall-Hommage war mit „Poupée de cire, poupée de son“ ebenso dabei wie „Savoir aimer“ von Florent Pagny und „Desenchantée“ von Mylène Farmer. Gecovert wurden aber auch „Superstition“ von Stevie Wonder und Ed Sheerans „Perfect“.

Lucie Vagenheim überzeugte nicht recht, Amir riet ihr nach ihrer Performance von „My world“, noch etwas zu üben – falls es fürs Finale reichen sollte – weil der Gesang beim Tanzen etwas gelitten habe. Der politische Song von Madame Monsieur über ein Flüchtlingskind („je m’appelle Mercy“) gefiel den nationalen Juroren auch wegen der Message. Die blinde Jane Constance sang mit klarer Stimme eine langweilige Kitschballade, die schon beim ESC vor 30 Jahren vermutlich wenig Punkte bekommen hätte. Jane bekam aber großen Applaus im Studio.

Nassi, der mit „La vie est belle“ 2017 schon einen kleinen Hit in Frankreich hatte, wurde entsprechend hoch gehandelt. Das fröhliche „Rêves de gamin“ war mit mehreren Tänzern ganz gut umgesetzt, allerdings saß nicht jeder Ton. Den Gegenpart setzte Igit mit einem großen Koffer, einer Spieluhr und dem eher nachdenklichen „Lisboa Jerusalem“, das mich (und auch Isabelle Boulay) an Chansons von Jacques Brel erinnerte. Sehr französisch! Zu französisch? Der 16-jährige Max Cinnamon, der zum allerersten Mal im Fernsehen war, überzeugte mit seiner Stimme eher bei „Perfect“ als bei seinem eher nichtssagenden Wettbewerbssong „Ailleurs“.

Max Cinnamon – Perfect

Sarah Caillibot hatte ebenfalls ein kaum herausstechendes Lied dabei, machte das aber mit einer interessanten Stimmfärbung zumindest zum Teil wett. Isabelle Boulay mochte „Tu me manques“ aber. Mehmet-Scholl-Double Sweem polarisierte: Die Juroren waren angetan von „Là-haut“, ich fand es (nicht nur wegen des Wechsels zwischen Kopf- und Bruststimme) eher anstrengend. June the Girl schließlich machte auf süßes Girl, ihr „Same“ war aber austauschbar. Auch Amir merkte an, dass das Lied nicht eigenständig genug und damit nicht stark genug für den ESC sei.

Zwischendurch talkte Garou ein wenig mit Christer und Olga. Und Isabelle Boulay machte den Interval Act mit „Le garçon triste“. Schließlich trugen alle 6 Juroren ihre Punkte (2, 4, 6, 8, 10 und 12) vor. Es war wieder spannend… Olga gefiel Madame Monsieur am besten, Nicola gab seine 12 Punkte an Igit, Christer hatte Nassi ganz oben auf dem Zettel. So querbeet verteilten sich die Punkte. Amir hatte ebenfalls Nassi auf Platz 1, Isabelle gab ihre 12 Punkte an Madame Monsieur und Christophe Willem gefiel ebenfalls „Mercy“ am besten.

Am Ende ergab sich daraus dieses Ranking:

1. Madame Monsieur, „Mercy“ – 56 Punkte
2. Max Cinnamon, „Ailleurs“ – 54 Punkte
3. Nassi, „Rêves de gamin“ – 46 Punkte
3. Igit, „Lisboa Jerusalem“ – 46 Punkte
5. Sweem, „Là-haut“ – 26 Punkte
6. Jane Constance, „Un jour j’ai rêvé“ – 8 Punkte
6. Sarah Caillibot, „Tu me manques“ – 8 Punkte
6. June the Girl, „Same“ – 8 Punkte
– Lucie Vagenheim, „My World“ – 0 Punkte

 

Madame Monsieur – Mercy

Max Cinnamon – Ailleurs

Nassi – Rêves de gamin

Igit – Lisboa Jerusalem

 

Die Top4 gesellen sich zu Lisandro Cuxi, Emmy Liyana, Malo‘ und Louka, die im ersten Halbfinale die meisten Jurypunkte bekommen hatten.

 

Lisandro Cuxi – Eva

Emmy Liyana – OK ou KO

Malo‘ – Ciao

Louka – Mamma mia

 

Das Finale von Destination Eurovision 2018 findet am kommenden Samstag, 27. Januar, ab 20:55 Uhr statt.

Wir begleiten die Show dann mit einem Liveblog. Stay tuned!

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