Deutsche Punktefee 2015: Barbara folgt auf Helene

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Nun darf sie auch als „German Spokesperson“ selbst ran. Barbara Schöneberger moderiert nicht nur das Wildcard Konzert und das deutsche Finale 2015, nicht nur den Echo und die Reeperbahn-Show vor der ESC-Übertragung auf Wien, sie darf sich jetzt auch Europa als die deutsche Punkte-Überbringerin vorstellen.

Barbara Schöneberger DER FEINSCHMECKER Wine Awards 2015„And finally 12 points from Germany go to Sweden!“ Wird so nicht kommen, aber wäre schön. Oder Österreich. Oder Italien. Oder Australien. Oder Whatever. Welchen Ländern Deutschland im ESC-Finale 8, 10 und 12 Punkte gibt, darf in 2015 Barbara Schöneberger verkünden. Seit mehreren Jahren hat sie Deutschland schon von der Hamburger Reeperbahn aus auf die ESC-Übertragung vorbereitet, musste das Punkteverlesen aber bisher anderen prominenten Botschafterinnen überlassen, Anke Engelke in 2012 (mit sehr intelligenten Begleitworten an Aserbaidschan),  Lena in 2013 (mit einem legendären Versprecher) und Helene Fischer (hier auf dem Blog gerne JÜBLOF genannt) in 2014.

Good luck on your journey Aserbaidschan, Europe is watching you.“ Jurysprecherin Anke Engelke sorgt für einen besonderen und besonders bedeutenden Moment in der ESC Geschichte.

Hauptsache Skandinavien. Lena gibt die 10 an Norwegen statt an Dänemark (was zutreffend gewesen wäre), wirkt aber supersympathisch, als sie ihren Versprecher bemerkt. (Ganz abgesehen davon, dass wir die 10 auch gerne an Margret Berger gegeben hätten.)

Helene hatte in 2014 weder eine politische Botschaft noch einen Versprecher zu bieten (aber immerhin die 12 für die frischgebackenen Echo-Preisträger Common Linnets), deshalb statt ihrer Wertung hier ihre aktuellste große ESC-Verbeugung, eine Interpretation des Siegertitels Merci Cheri, die Udo Jürgens zu Tränen rührte.

Barbara Schöneberger reiht sich also in eine prominente Damenriege ein. Die Allzweck-Moderationswaffe der ARD (und nicht nur von der ARD) hat jetzt ebenfalls die Chance, auch außerhalb des deutschen Sprachraums an Popularität zu gewinnen. Eine gleichermaßen sympathische wie effiziente und budgetschonende Entscheidung des NDR. Denn wie gehabt führt Barbara Schöneberger am 23. Mai 2015 durch den „Countdown für Wien“.

Nach der Direktübertragung aus der österreichischen Hauptstadt geht es ab 0.35 Uhr live weiter mit der „Grand Prix Party“ (was für ein schönes Wort kompatibel zur ARD-Kernzielgruppe). Auf der Open-Air-Bühne auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli werden (wie schon ausführlicher vermeldet) unter anderem Sarah Connor, Lukas Graham, Mark Forster, Ferris MC und Revolverheld für ihre aktuellen Produktionen trommeln dürfen. Nicht unbedingt ein ESC-affiner LineUp.

Peter Urban mit Barbara Schöneberger und Janine Reinhard Photocall USFDDas ARD/NDR-ESC-Personal: Barbara Schöneberger, Peter Urban, Janin „hottest boyfriend in town“ Reinhardt.

Kommentator der ESC  ist zum inzwischen 18. (!) Mal Peter Urban. (Ein PRINZ Blog Interview gibt es hier.) Andere spannende Personalien wird der NDR EBU-Regelwerk-konform erst am 1. Mai 2015 bekanntgeben, nämlich die Mitglieder der diesjährigen deutschen ESC-Jury. Ein erster Indikator zur Jurybesetzung ist möglicherweise der bislang angekündigte LineUp für die Reeperbahn-Pre-Show. In der Vergangenheit stellten deutsche Jurymitglieder vor dem ARD-Samstagabend-Primetime-Millionenpublikum auch schon mal gerne neues Material vor (ein Dankeschön des NDR für´s anstrengende Voting).

Im vergangenen Jahr war die deutsche Jury durch ihre Vorliebe für den schlichten aber sehr populären Tittenschlager als Polen und durch das Abwerten von Conchita verhaltensauffällig geworden. Wir erinnern uns an eine der kontroversesten Diskussionen des ESC Jahres 2014 (hier bei uns und anderswo): Conchita hatte das deutsche  Televoting gewonnen, wurde von der deutschen Jury aber nur mit Rang 11 bedacht, was zu insgesamt noch sieben Punkten führte, was sogar den ORF zu einer süffisanten Kommentierung mit Verweis auf Jurymitglied Sido veranlasste.

Deutsche Punkte Eurovision Song Contest 2014So wie in dieser Übersicht dargestellt ermittelten sich die deutschen Punkte gleichberechtigt aus Televoting und Juryabstimmung in 2014. Die oberen drei Zeilen der grünen Skala wurden von der Hamburger Reeperbahn aus von der Königin verlesen.

Zugabe (inspiriert durch Manboy und Jorge): das grandiose legendäre Voting 2006 der Niederlande (in besagtem Jahr wurde beschlossen, die ersten sieben Punkte nicht mehr zu verlesen)