Deutschland kommt quotenmäßig in ESC-Stimmung

ESC 2015 Zweites Halbfinale Gewinner

Leider ist es in Deutschland fast schon Tradition die Semis des ESC im Spartenfernsehen zu verstecken. Nicht einmal mehr die dritten Programme ließen sich in diesem Jahr erwärmen, die beiden Auftaktshows des ESC 2015 zu übertragen. Deshalb mussten Phoenix, Einsfestival und Einsplus ran. Während das erste Semi am Dienstag noch relativ überschaubare Quoten einfuhr, scheint Deutschland nun langsam in Eurovisionsstimmung zu kommen. Jedenfalls zogen die Quoten am Donnerstagabend deutlich an.

Das erste Halbfinale sahen am Dienstagabend 560.000 Zuschauer auf Phoenix oder Einsfestival. Phoenix konnte damit einen Marktanteil von 1,4 einfahren (d.h. 1,4% der Fernsehzuschauer, die zu dieser Zeit vor dem Fernseher saßen, haben das ESC-Halbfinale auf Phoenix gesehen), was eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Allerdings sahen in der werberelevanten Zielgruppe der 14-49jährigen nur 1,1% zu, was einen Rückgang um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014 bedeutet.

Umso erfreulicher, dass es am Donnerstag quotentechnisch bergauf ging. Insgesamt sahen 710.000 Zuschauer das zweite Halbfinale auf Phoenix oder Einsfestival, also 150.000 mehr als noch am Dienstagabend. Besonders dürfte man sich bei Phoenix über die gute Quote bei den jungen Zuschauern gefreut haben. In dieser Zielgruppe konnte des Sender nämlich einen für seine Verhältnisse hervorragenden Marktanteil von – genau wie im vergangenen Jahr – 2,5% einfahren – also ein Plus von 1,4 Prozentpunkten im Vergleich zum ersten Semi.

Zum Vergleich: Phoenix hatte im April 2015 einen durchschnittlichen Marktanteil von 1,2%. Beide ESC-Halbfinals lagen also über dem Senderschnitt. Dazu kommen noch die Zuschauer bei EinsFestival und EinsPlus. Diese guten Quoten und die bemerkenswerten Ergebnisse in der werberelevanten Zielgruppe sollten dem NDR und der ARD Mut machen, im kommenden Jahr in Sachen ESC-Halbfinals neue Wege auszuprobieren. Wenn die Shows schon auf den Spartenkanälen solche Quoten einfahren können, sollte man sie nicht weiterhin dort verstecken, sondern die Semis im Ersten oder zumindest in den dritten Programmen ausstrahlen.

Funfact: Golden Boy Times für Phoenix! Kaum fährt der Spartenkanal mit dem ESC 2015 Traumquoten ein, geben ARD und ZDF bekannt, den Phoenix-Etat um jährlich zwei Millionen Euro aufzustocken.