Die ewige ESC-Halbfinalbilanz: Durchbruch für die Problemfälle

San Marino Valentina Monetta 2014 Probe2

Statistisch sind die Chancen für eine Finalqualifikation nicht gleich verteilt, wenn man die Ergebnisse der Vergangenheit betrachtet. Der ESC 2014 hat hier einige bemerkenswerte Ergebnisse erbracht. Erstmals qualifizierten sich Montenegro im sechsten und San Marino im fünften Anlauf für das Finale. Auch andere Underdogs hatten Erfolg. Die sechs „Immerwinner“ behielten indes ihre makellose Semifinalbilanz.

Keiner der Halbfinal-Immerwinner wurde angekratzt: die Ukraine brachte zum neunten Mal ihre Kandidatin durch, Griechenland und Rumänien waren zum achten Mal und Russland zum siebten Mal erfolgreich. Auch Aserbaidschan ist noch nie im Semi gescheitert und schaffte die sechste Finalqualifikation, auch wenn es im Finale einen ungewohnten Absturz auf einen der hintersten Ränge gab. Bosnien-Herzegowina gehört auch zu diesem exklusiven Kreis, war jedoch nicht in Kopenhagen vertreten.

Griechenland Freaky Fortune & RiskyKidd 2014 Probe2Zwangloses Herumhopsen: Es scheint, das ‚Immerwinner‘ entsenden können, was sie wollen… 

San Marino und Montenegro qualifizierten sich erstmals. Auch andere Underdogs wie Polen, die Niederlande, die Schweiz, Österreich und Slowenien besserten ihre magere Bilanz auf. Ungarn qualifizierte sich zum vierten Mal in Folge, auf der anderen Seite blieb Moldawien nach fünf Finalqualifikationen diesmal deutlich hängen.

 Lettland Aarzemnieki 2014 Probe 2Sympathisch, aber wie ihre 5 Vorgänger letztendlich nicht im Finale: die Vertreter aus Lettland (Aarzemnieki)

Das Land mit der längsten derzeit anhaltenden Loser-Serie ist nun neben Bulgarien auch Lettland mit sechs gescheiterten Anläufen nacheinander, auch Israel scheiterte erneut, zum vierten Mal in Folge (den Rekord halten weiterhin die Niederlande mit acht gescheiterten Anläufen nacheinander von 2005 bis 2012). Mazedonien hat in den letzten sieben Jahren sechs Pleiten zu Buche stehen (nur Kaliopi erreichte 2012 das Finale).

Mazedonien Tijana 2014 Probe2„To the final sky“ war das Ziel Mazedoniens – es wurde verfehlt und zwar schon wieder

Hier und hier sind die Ergebnisse der Halbfinals des ESC 2014 in Kopenhagen veröffentlicht.

Und hier die komplette Übersicht:
Grün = verbesserte Quote, rot = verschlechterte Quote, grau = gleichbleibende Quote
Erfolgsquoten (in Prozent): Halbfinale überstanden – im Halbfinale ausgeschieden:

Die Immererfolgreichen:
100 % (9 von 9) Ukraine (2004, 06, 08, 09, 10, 11, 12, 13, 14)
100 % (7 von 7) Bosnien-Herzegowina (2004, 06, 08, 09, 10, 11, 12)
100 % (8 von 8) Griechenland (2004, 08, 09, 10, 11, 12, 13, 14)
100 % (8 von 8) Rumänien (2005, 08, 09, 10, 11, 12, 13, 14)
100 % (7 von 7) Russland (2006, 08, 10, 11, 12, 13, 14)
100 % (6 von 6) Aserbaidschan (2008, 09, 10, 11, 13, 14)

86 % (6 von 7) Türkei (2006, 07, 08, 09, 10, 12 – out: 11)
86 % (6 von 7) Schweden (2006, 08, 09, 11, 12, 14 – out: 2010)
86 % (6 von 7) Armenien (2006, 08, 09, 10, 13, 14 – out: 11)

78 % (7 von 9) Moldawien (2005, 07, 09, 10, 11, 12, 13 – out: 08, 14)
78 % (7 von 9) Dänemark (2005, 08, 09, 10, 11, 12, 13 – out: 04, 07)

75 % (6 von 8) Ungarn (2005, 07, 11, 12, 13, 14 – out: 08, 09)
75 % (6 von 8) Norwegen (2005, 09, 09, 12, 13, 14 – out: 07, 11)

71 % (5 von 7) Georgien (2007, 08, 10, 11, 13 – out: 12, 14)
71 % (5 von 7) Serbien (2004, 07, 10, 11, 12 – out: 2009, 13)

70 % (7 von 10) Island (2008, 09, 10, 11, 12, 13, 14 – out: 05, 06, 07)

60 % (6 von 10) Finnland (2006, 08 , 09, 11, 13, 14 – out: 04, 05, 10, 12)

56 % (5 von 9) Irland (2006, 10, 11, 12, 13 – out: 05, 08, 09, 14)
56 % (5 von 9) Malta (2004, 09, 12, 13, 14 – out: 07, 08, 10, 11)

50 % (5 von 10) Litauen (2006, 09, 11, 12, 13 – out: 04, 05, 08, 10, 14)
50 % (5 von 10) Albanien (2004, 08, 09, 10, 12 – out: 06, 07, 11, 13, 14)

45 % (5 von 11) Mazedonien (2004, 05, 06, 07, 12 – out: 08, 09, 10, 11, 13, 14)

44 % (4 von 9) Kroatien (2004, 05, 08, 09 – out: 07, 10, 11, 12, 13)

40 % (4 von 10) Israel (2005, 08, 09, 10 – out: 04, 07, 11, 12, 13, 14)

36 % (4 von 11) Estland (2009, 11, 12, 13 – out: 04, 05, 06, 07, 08, 10, 14)
36 % (4 von 11) Weißrussland (2007, 10, 13, 14 – out: 04, 05, 06, 08, 09, 11, 12)

33 % (2 von 6) Österreich (2011, 14 – out: 05, 07, 12, 13)
33 % (3 von 9) Zypern (2004, 10, 12 – out: 06, 07, 08, 09, 11, 13)

30 % (3 von 10) Portugal (2008, 09, 10 – out: 04, 05, 06, 07, 11, 12, 14)
30 % (3 von 10) Lettland (2008, 07, 05 – out: 04, 09, 10, 11, 12, 13, 14)
30 % (3 von 10) Schweiz (2005, 11, 14 – out: 04, 07, 08, 09, 10, 12, 13

27 % (3 von 11) Niederlande (2004, 13, 14 – out: 05, 06, 07, 08, 09, 10, 11, 12)
27 % (3 von 11) Slowenien (2007, 11, 14 – out: 04, 05, 06, 08, 09, 10, 12, 13)

25 % (2 von 8) Polen (2008, 14 – out: 05, 06, 07, 09, 10, 11)

20 % (2 von 10) Belgien (2010, 13 – out: 05, 06, 07, 08, 09, 11, 12, 14)
20 % (1 von 5) San Marino (2014 – out: 2008, 11, 12, 13)

17 % (1 von 6) Montenegro (2014 – out: 2007, 08, 09, 12, 13)

11 % (1 von 9) Bulgarien (2007 – out: 05, 06, 08, 09, 10, 11, 12, 13)

0 % (0 von 3) Monaco (out: 2004, 05, 06)
0 % (0 von 3) Tschechien (out: 2007, 08, 09)
0 % (0 von 4) Slowakei (out: 2009, 10, 11, 12)
0 % (0 von 6) Andorra (out: 2004, 05, 06, 07, 08, 09)

Nicht in dieser Liste stehen naturgemäß diejenigen Länder, die sich aufgrund ihrer finanziellen Beteiligung am ESC nicht erst für das ESC-Finale qualifizieren müssen. Aus den ehemaligen “Big 4″ mit Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland wurde durch das Comeback Italiens 2011 die “Big 5″.

Hintergrund: Zu berücksichtigen ist, dass es in den Jahren 2004 bis 2007 nur ein Halbfinale gab; jeweils zehn Titel qualifizierten sich für das Finale, für das neben dem Vorjahressieger und den damaligen Big 4 auch weitere 10 beste Länder des Vorjahres gesetzt waren.

Seit Belgrad 2008 gibt es zwei Halbfinals, in denen alle Teilnehmer abgesehen von den Big 4 und dem Vorjahressieger antreten müssen. Insgesamt 20 Finalplätze werden über die beiden Halbfinals vergeben. Seit 2010 entscheidet eine Fachjury neben dem Televoting zu 50 Prozent über die Qualifikation, in den Jahren 2008 und 2009 wurde jeweils ein Titel pro Halbfinale durch die Fachjury für das Finale bestimmt.