Die Rockstimme von Düsseldorf. Vlatko Ilievski starb mit nur 33 Jahren

In Düsseldorf 2011 haben viele ihn live erlebt. „Rusinka“ interpretierte Vlatko Ilievski für Mazedonien in einem stimmungsvollen Ambiente. Nun wurde der junge Künstler im Alter von nur 33 Jahren gestern morgen tot in seinem Auto in Skopje aufgefunden. Vlatko Ilievski zählte schon früh zu den populären Künstlern des Landes und wir wollen ihn und insbesondere seine Beiträge zur Eurovision hier würdigen.

Nachrufe zu schreiben ist normalerweise wie das Verfassen einer Kurzbiographie des Künstlers. Zumeist hat sich der Sänger schon von der Bühne verabschiedet und man blickt auf die beeindruckenden Momente seiner Karriere zurück.

Bei so jungen Interpreten wie Vlatko Ilievski ist das weitaus schwieriger, da ihr Schaffenswerk noch längst nicht abgeschlossen war. Wenn man ihn dann auch noch persönlich vor Ort miterlebt hat wie in Düsseldorf 2011, berührt einen das noch mehr.

Geboren wurde Vlatko am 2. Juli 1985 in Skopje. Schon früh entwickelte er die Leidenschaft für die Musik. Mit neun Jahren brachte er sich das Klavier- und Gitarrespielen bei.

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Schon in jungen Jahren trat er mit seiner Band auf diversen Rockfestivals auf. Dabei wurde er von der Band Moral (Морал) entdeckt. Gerade mal 15 Jahre alt übernahm er die Rolle des Leadsängers in der Band und brachte mit ihr das Album „Koga Patuvam“ heraus. Durch den Erfolg erhielten sie die Ehre sogar als Vorband von Deep Purple aufzutreten.

2007 startete Vlatko Ilievksi dann seine Solokarriere mit dem Titel „Uste si mi ti“. Zwei Alben brachte er heraus und wurde 2009 auf dem Ohrid Fest mit zwei ersten Preisen ausgezeichnet.

Am 5. Juni 2010 gab er vor 10.000 Menschen in der Boris Trajkowsi Halle sein erstes Solokonzert, wo auch Tamara Todevska mit ihm im Duett sang. Nachfolgend die beiden mit „Gusni me“

2005 kam er zum ersten Mal in Berührung mit dem Eurovision Song Contest. Er unterstützte Martin Vučić bei seinem „Make My Day“ in Kiew.

Drei Jahre später wagte er sich selbst in den Ring. Sein Song „So drugi zborovi“ schaffte es jedoch nur auf Platz 13 mit einem Punkt aus dem Televoting.

2009 unternahm er den nächsten Versuch. Mit „Najbogat na svet“ von Vladimir Dojcinovski mußte er das Skopje-Fest eröffnen. Von den 16 Teilnehmern landete er zum Schluß auf Platz 6.

Ein großer Erfolg war wohl der zweite Platz 2010. Mit „Srekja“ ging er als letztes aufs Podium und holte sich den ersten Platz im Televoting ab. Das bedeutete Gleichstand mit Gojko Taneski, der dann nach Oslo fahren durfte, da ihm der erste Platz von der Jury zugesprochen wurde. Damals hätten viele gern schon Vlatko auf der internationalen Bühne gesehen.

2011 holte Vlatko Ilievski dann am 27. Februar den Titel. „Rusinka“ geschrieben von Grigor Koprov, Vladimir Dojcinovski, Jovan Jovanov erhielt sowohl beim Televoting als auch bei der Jury die Höchstwertung von allen 20 Teilnehmern.

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In Düsseldorf startete Vlatko als 11. im zweiten Halbfinale am 12. Mai. Jedoch blieben die Punkte aus. Es gab zwar 10 aus Bosnien-Herzegowina, 8 aus Slowenien sowie 7 aus Weißrussland und der Ukraine, aber insgesamt konnten sich nur 6 Länder für das Lied erwärmen. Damit reichte es für Ilievski nur zu 36 Punkten auf Platz 16 im Halbfinale.

Nach vier aufeinanderfolgenden Halbfinalpleiten entschied sich Mazedonien 2012 für eine interne Auswahl. Erst 2015 wurde für ein Jahr die Vorentscheidung wieder hervorgeholt. Vlatko Ilievski partizipierte zusammen mit Risto Samardžiev abermals am Wettbewerb, jedoch landete sein „Sever-Jug“ geschrieben von Vladimir Dojčinovski und Risto Samardžiev mit null Punkten und sechs weiteren Mitstreitern auf Platz 14.

Auf seiner Facebookseite kann man erkennen, dass er der Musik treu geblieben ist. Seine Freunde nutzen nun die Seite, um an ihn zu erinnern. In den letzten Tagen und Wochen vor seinem Tod hat der Künstler auch noch kräftig gepostet.

Ein Posting stimmte jedoch nachdenklich. Dort schrieb er „Should I Stay Or Should I Go“, was sich wohl auf einen Aufenthalt in einer Reha bezog. Jedoch im Zuge seines plötzlichen Todes bringt einem dieser Satz zum Nachdenken.

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In den Herzen der Fans wird er seinen Platz haben und behalten und die Eurovisionsfans werden sich seine vielen Beiträge, insbesondere an seinen Auftritt mit „Rusinka“ in Düsseldorf, gern anschauen und Vlatko Ilievski so in ihrer Erinnerung seinen Platz geben.