Die Türkei nimmt auch 2019 nicht am ESC teil

Solange die Türkei am Eurovision Song Contest teilgenommen hat, hat sie den Contest häufig mit hochklassigen Beiträgen bereichert. Nachdem der türkische Beitrag „Love Me Back“ von Can Bonomo in Baku aber einen enttäuschenden 20. Platz im Jury-Voting erreichte, zog sich das Land zurück und hat seitdem nicht mehr am ESC teilgenommen. Das wird sich wohl auch 2019 in Israel nicht ändern.

Das hat zumindest der Generaldirektor des türkischen Senders TRT, Ibrahim Eren, während einer Konferenz gesagt, wie die Kollegen von ESCtoday berichten. Dabei bezog er sich aber nicht nur auf das Votingsystem, an dem die Senderverantwortlichen seit 2012 kritisieren, dass Publikum und Jurys gleichberechtigt abstimmen dürfen.

Herr Eren nannte auch den ESC-Auftritt von Conchita Wurst (Aufmacherbild) als einen Grund, warum TRT eine neuerliche ESC-Teilnahme ausschließe. Als öffentlich-rechtlicher Sender könne man nicht um 21 Uhr, wenn auch noch Kinder wach sind, (Anmerkung des Autors: Der ESC beginnt in der Türkei nicht um 21 Uhr) jemanden wie den bärtigen Österreicher zeigen, der ein Kleid getragen hat, nicht an Geschlechter glaubt und sagt, er sei sowohl Mann als auch Frau. Dabei traut sich Herr Eren nicht einmal, den Namen von Conchita in den Mund zu nehmen.

So schade es ist, dass die Türkei auch im kommenden Jahr nicht beim ESC dabei sein wird, so problematisch wäre es vermutlich aber auch, wenn TRT unter solchen Verantwortlichen an einem Contest teilnehmen würde, der Jahr für Jahr mit Slogans wie „Celebrate Diversity“ wirbt. Hoffen wir, dass sich das in naher Zukunft ändert und wir die Türkei dann endlich wieder zurück in der Eurovisions-Familie begrüßen dürfen.

Vor der Türkei haben schon Bosnien-Herzegowina, die Slowakei, Liechtenstein und Luxemburg eine Teilnahme am ESC 2019 abgesagt.