Direktnominierung: Georgien schickt IRIAO zum ESC 2018 nach Lissabon

Georgien veranstaltete im vergangenen Jahr einen Mega-Vorentscheid, um sich für den Junior Eurovision Song Contest im vergangenen November zu positionieren. Dabei ist der eigentliche ESC vielleicht etwas aus dem Blickfeld geraten, denn Tamara Gachechiladze scheiterte mit „Keep the Faith“ im ersten Halbfinale von Kiew. Der georgische Sender GPB greift deshalb nun auf die bewährte Methode Direktnominierung zurück und hat bekanntgegeben, dass die Band IRIAO das Land in Lissabon vertreten soll.

IRIAO sind eine Jazz-Ethno-Band rund um Frontmann David Malazonia. Ihr Stil bewegt sich zwischen sperrigem Jazz und melodischen Balkan-Melodien. Das erinnert in guten Momenten an die Erfolge von Balkan-Balladen wie „Lane Moje“, in schlechten Momenten an den letzten Jazz-Versuch von Georgien beim ESC 2014, als das Land mit „Three Minutes to Earth“ von The Shin & Mariko im zweiten Halbfinale auf dem letzten Platz landete. IRIAO werden damit in Lissabon auf jeden Fall aus der breiten Masse herausstechen, nun liegt es am Song – über den bislang nichts bekannt ist – , ob dieses Alleinstellungsmerkmal positiv genutzt wird.

 IRIAO – Varskvlavi (Star)

 

Problematisch ist, dass die Band aus sieben Bandmitgliedern besteht, in Lissabon aber natürlich auch wieder die Regel gilt, dass höchstens sechs Personen auf der Bühne stehen dürfen. Einer der Herren muss also zu Hause bleiben oder den Auftritt vom Green Room aus verfolgen.

Georgien setzte zuletzt 2016 auf eine Direktnominierung und ist damit gut gefahren, denn Nika Koscharow & Young Georgian Lolitaz qualifizierten sich in Stockholm – für viele überraschend – für das Finale und landeten dort mit dem Indie-Rock-Song „Midnight Gold“ auf dem 20. Platz. Damals konnten den georgischen TV-Zuschauer sowie eine internationale Jury darüber entscheiden, mit welchem von fünf Songs Nika und die Lolitaz nach Schweden fahren. Lassen wir uns überraschen, ob ein ähnliches Verfahren in diesem Jahr ebenfalls zum Einsatz kommt.