EBU annulliert georgische Jurywertung wegen Betrugsverdacht

Voting Georgien 2014 Finale

Aufgrund eines Betrugsverdachts bei der georgischen Jury wurde diese Wertung von der EBU disqualifiziert. Das Gesamtergebnis des Eurovision Song Contest vom Samstag sei davon jedoch nicht betroffen. Offen ist die Frage, ob Georgien jetzt ein dreijähriger Ausschluss vom Wettbewerb droht.

Wie die offizielle Webseite des dänischen Fernsehens meldet, wurden die georgischen Jurystimmen nicht in das Ergebnis des ESC-Finales mit einberechnet. Es hatte sich gezeigt, dass alle fünf georgischen Jurymitglieder die exakt gleichen acht Top-Beiträge in der gleichen Reihenfolge gewertet hatten. Dass eine solche Wertung zu Stande kommt, ist statistisch höchst unwahrscheinlich. „Alle Juroren sollen individuell abstimmen, und das haben sie nicht getan“, sagte dazu Sietse Bakker von der EBU.

Gleichzeitig bemühte sich die EBU klarzustellen, dass das Ergebnis der drei Erstplatzierten vom Samstagabend, also Österreich, die Niederlande und Schweden, nicht durch die georgischen Jurystimmen beeinflusst worden sein.

Die EBU hatte aufgrund von vermuteten Betrugsversuchen bei der Jurywertung (aber natürlich auch beim Telefonvoting) in diesem Jahr zum ersten Mal eine neue Transparanzrichtlinie angewandt. Dadurch wurden nicht nur alle fünf nationalen Juroren offiziell benannt, sondern auch deren konkrete Stimmabgabe.

Gleichzeitig will die EBU Länder bzw. deren teilnehmende Rundfunkanstalt für drei Jahre vom ESC ausschließen, wenn Unregelmäßigkeiten und Betrugsversuche bei der Stimmabgabe vorliegen. Ob diese Regelung nun bereits auf Georgien angewendet wird, bleibt abzuwarten.

Gleichzeitig dürften sich die EBU-Verantwortlichen auch die Wertungen anderer Länder anschauen. Interessant ist etwa das aserbaidschanische Jury-Voting. Dort ist zunächst zu konstatieren, dass man Armenien (5 mal letzter Platz bei der Jury und beim Telefonvoting) noch mehr verabscheut als eine Transe mit Bart (5 mal vorletzter Platz bei der Jury).

Aber auch bei den Jury-Plätzen 10 bis 25 gibt es auffällige Ähnlichkeiten (siehe Bild unten). Es sind zwar nicht exakt die gleichen Wertungen. Bei einer statistischen Korrelationsprüfung dürfte das aber schon für ein signfikantes Ergebnis reichen. Ob die EBU das auch prüft?

Möglicherweise ist die ganze Diskussion im ESC-Jahr 2015 dann aber ohnehin hinfällig. Wenn Conchitas Wink mit dem Zaunpfahl, dass sie gern den ESC moderieren möchte, umgesetzt wird, ist ein Fernbleiben etwa Aserbaidschans vom Grand Prix im nächsten Jahr vergleichsweise wahrscheinlich.

Juryvoting Aserbaidschan ESC 2014 FInale