Edward af Sillén soll Melodifestivalen retten 

In diesem Jahr hatte der schwedische ESC-Vorentscheid zum ersten Mal seit 2011 durchgängig bei allen sechs Shows weniger als drei Millionen Zuschauer. Ein großer Misserfolg. Auch von den Fans gab es Kritik am Format – wegen der Songs, aber auch wegen der Unterhaltungsbestandteile. Zumindest Letzteres soll nun durch Edward af Sillén korrigiert werden. 

Drei Millionen Zuschauer sind für Schweden ein extrem starker Wert, den kaum eine TV-Sendung erreicht. Für das Melodifestivalen sind das aber vergleichsweise schlechte Zahlen. Deshalb hat der Sender nun Edward af Sillén für die neue Saison zurückgeholt, um die Show zu retten. 

Wie Aftonbladet berichtet, soll er als Berater aktiv werden, die Projektverantwortlichen und Produzenten unterstützen und letztlich die Qualität des Inhalts der Sendungen erhöhen. So soll er laut Aussage der Projektleiterin Anette Hellenius verschiedene Nummern und Sketche schreiben. Dabei käme ihm seine langjährige Erfahrung mit dem Melodifestivalen zupass. Dafür wird er auch eng mit der kreativen Gruppe mit Christer Björkman und Henric von Zweigbergk an der Spitze zusammenarbeiten. 

Af Sillén hat sich auch selbst bereits zur neuen Aufgabe geäußert. „Ich werde in die Inhalte-Gruppe beraten und bei den Vorarbeiten im Hintergrund dabei sein, wenn es um die Moderation und die Auswahl von Pausenakten geht. Das fühlt sich natürlich und lustig an. Vielleicht schreibe ich auch einzelne Nummern, das werden wir sehen.“ 

Der 35-jährige ist für ESC-Fans kein unbekannter. So war er für das Drehbuch und teilweise die Regie beim Melodifestivalen 2009, 2010, 2012 (damals schuf er die EBU-Vertreterin Lynda Woodruff), 2013 und 2016 zuständig. Dasselbe gilt auch für den Eurovision Song Contest 2013, bei dem er außerdem die Pausenakte „Love, love, peace, peace“ und „The Story of Eurovision“ kreierte. 

Im Mai 2018 kommentierte Edward af Sillén zussammen mit Sanna Nielsen den Eurovision Song Contest aus Lissabon für das schwedische Fernsehen

Jenseits des Melodifestivalen hat Edward af Sillén in den letzten Jahren diverse Live-Shows entwickelt und für diese das Drehbuch geschrieben. Gerade hat er die Arbeit als Regisseur an seinem ersten Langfilm „En del av mitt hjärta“ (Ein Teil meines Herzens) abgeschlossen, das auf dem Leben von Tomas Ledin (ESC 1980) und seiner Musik (ein Hit von ihm heißt wie der Filmtitel) beruht. 

Vielleicht wäre so eine solche Person ja auch ein Möglichkeit, den ebenfalls für seine mäßigen Unterhaltsakte kritisierte deutschen Vorentscheid aufzupeppen.