Ein Seufzer aus Sofia. Bulgarien ist in Israel 2019 nicht dabei

Mit „Beautiful Mess“ sang Kristían Kostov sein Land 2017 auf den zweiten Platz. Doch jetzt ist den Bulgaren das Singen vergangen, denn das liebe Geld macht einen Strich durch die Teilnahme beim 64. Eurovision Song Contest. Trotz der erfolgreichen Teilnahme durch Equinox (Foto) in Lissabon in diesem Jahr muss man nach 2014 und 2015 nun auch 2019 zu Hause bleiben.

2005 debütierte Bulgarien erst beim Eurovision Song Contest, auch wenn schon viele Jahre zuvor immer mal prognostiziert wurde, dass das Land zum internationalen Contest antreten würde. Die ersten 9 Jahre waren hart für das Land. Nur ein einziges Mal gelangte Bulgarien ins Finale. Elitsa Todorova & Stoyan Yankulov ersangen sich mit „Water“ 2007 im Halbfinale Platz 6 und im Finale rückten sie sogar noch auf Platz 5 vor.

Alle anderen blieben auf der Strecke, auch wenn man es mit interessanten Beiträgen und oftmals großen Querelen immer wieder versuchte (Sofi Marinova „Love Unlimited“ 2012).

2014 war dann zum ersten Mal Pause für Bulgarien. Das liebe Geld wurde damals auch als Grund genannt, aber viele meinten, dass die schlechten Ergebnisse zur Entscheidung beigetragen hätten.

2016 startete das südeurpäische Land wieder voll durch und überraschte mit einem vierten Platz von Poli Genova und „If Love Was A Crime“. Ein Jahr später musste Kristian Kostov nur Salvador Sobral an sich vorbei ziehen lassen, was ihm zum Weinen brachte. Und 2018 komplettierten Equinox mit „Bones“ und einem 14. Platz im Finale die phänomenale Bilanz des Landes.

Für 2019 hatte Bulgarien sich schon angemeldet, aber noch vor der endgültigen Deadline zog man die Reissleine, um keine Strafzahlung zu riskieren.

Man hatte schon in den letzten Tagen befürchtet, dass dieses passieren könnte, denn der kreative Kopf des BNT Deyan Yordanov, der für die Erfolge der letzten Jahre zuständig war, gab seinen Abschied vom Sender voller Emotionen in den sozialen Netzwerken bekannt.

Die Kosten für eine Teilnahme am Song Contest übersteigen das Budget des Senders BNT, so dass die Erfolgsgeschichte des Landes erst einmal gestoppt ist.

ESC 2016 Bulgarien Poli Genova 2.Probe

Die Finanzkrise hat im neuen Jahrtausend schon einige Länder von einer Teilnahme am Eurovision Song Contest absehen lassen. Bosnien-Herzegowina pausiert mit einer Unterbrechung seit 2013, Andorra nahm aus Kostengründen zuletzt 2009 teil und in den Jahren 2014 und 2015 sagten gleich mehrere Länder ihre Teilnahme ab. Neben den Bulgaren blieben auch Kroatien, Serbien und Zypern ein bis drei Jahre zu Hause.

Auch den letztjährigen Gastgeber Portugal machten 2013 die Finanzen zu schaffen, so dass der Sender des Landes aus Respekt vor der Bevölkerung eine Teilnahme in Malmö absagte.

Hier gibt es noch weitere Beispiele für die enge Verbindung des Geldes mit der bunten Welt der Eurovision.

Hoffen wir, dass es Bulgarien schnell gelingt, die Probleme wieder in den Griff zu kriegen, damit sie 2020 den Eurovision Song Contest mit interessantem Liedgut wieder bereichern können.