Ein Spanien-Klassiker gewinnt den Spree Grand Prix 2017

Am Samstag Abend fand in Berlin der 3. Spree Grand Prix statt. 24 ESC-Beiträge aus verschiedenen Jahrzehnten traten gegeneinander an – und nach zwei aktuellen Songs, die 2015 und 2016 den SGP gewannen, war diesmal ein Oldie Favorit. Mit klarem Vorsprung.

Voll war der Sonntags-Club im Prenzlauer Berg mal wieder geworden: Rund 50 Gäste waren gekommen, um den Spree Grand Prix 2017 zu feiern: 24 Länderpaten, die in den vergangenen Wochen ein ESC-Teilnehmerland zugelost bekommen und daraus einen ESC-Beitrag ausgewählt hatten, sowie Freunde und weitere Gäste. Gegen 20:40 Uhr starteten wir in den bunten Abend, mit dem Te-Deum-Opening (natürlich), dem Siegerbeitrag des Spree Grand Prix 2016 („Calm after the storm“) und dann einer Kurzpräsentation der 24 Länder in der Startreihenfolge.

Danach ging es auch schon los mit den ersten vier Beiträgen: Deutschland war mit dem Beitrag von 1972 (Mary Roos) auf Startposition 1 gelost worden, danach sprangen wir wild über den Kontinent – von Kroatien nach Norwegen und Dänemark, von den Niederlanden nach Island und zurück in den Süden nach Italien usw. usw. Nach den 24 Liedern, die wir uns mit Clips der jeweiligen Original-ESC-Auftritte auf der Großbildleinwand zu Gemüte führten, half uns ein etwa 15-minütiger Schnelldurchlauf, die schwere Qual der Wahl etwas erträglicher zu machen. Die 24 Länderpaten hatten illustre Beiträge, darunter mehrere ESC-Siegersongs, eingereicht, und die Entscheidung fiel schwer, denn 14 Lieder mussten bei jedem ja unbepunktet bleiben.

Danach gab es rund 30 Minuten Pause mit „Interval Act“ auf der Leinwand (ESC-Songs im Muppet-Design und eine Reihe deutscher Vorentscheidungs-Klassiker wie „Die Glocken von Rom“, „Geh die Straße“ und „Engel“) – die Überbrückung wurde benötigt, um die Stimmen der Gäste auszuzählen. Denn es stimmen beim Spree Grand Prix nicht nur die 24 Länderpaten ab (jeweils für ihr Land) sowie die Theken-Mannschaft, sondern auch alle Gäste bekommen einen Stimmzettel und können 1-12 Punkte an ihre zehn Favoriten vergeben und so das Ergebnis beeinflussen. Der Song mit den meisten Gästepunkten bekommt dann in der Gäste-Wertung 12 Punkte, der Song mit den zweitmeisten Gästepunkten erhält 10 Punkte usw.

Gute Unterhaltung mit Cindy und Bert

Gegen 23:20 Uhr war es dann soweit: May we have your vote, please? Mit der bewährten Punktetafel auf der Leinwand galt es nun, den beliebtesten Song des Abends im Saal herauszufinden. Und schnell kristallisierte sich ein Favorit heraus – der dann auch seinen Vorsprung etwas ausbaute und bis zum Schluss nicht mehr abgab.

So stand schon – anders als beim spannenden Voting im vergangenen Jahr – vor der letzten Wertung fest, wer der Sieger des Spree Grand Prix 2017 sein würde: der spanische ESC-Beitrag von 1973, „Eres tú“ von Mocedades. Er siegte mit klarem Abstand vor „Kuula“ (Ott Lepland, Estland 2012) und dem Kopenhagener Siegertitel „Rise like a phoenix“ von Conchita Wurst (Österreich 2014).

Mocedades – Eres tú

Insgesamt war es ein starkes Teilnehmerfeld – von einigen hörte man, das sei der bisher stärkste Spree Grand Prix gewesen. Auf ein Neues dann 2018!

Endergebnis Spree Grand Prix 2017:

  1. Spanien 1973: Mocedades, „Eres tú“ (160 Punkte)
  2. Estland 2012: Ott Lepland, „Kuula“ (140)
  3. Österreich 2014: Conchita Wurst, „Rise like a phoenix“ (112)
  4. Island 2013: Eythor Ingi, „Ég á líf“ (107)
  5. Deutschland 1972: Mary Roos, „Nur die Liebe lässt uns leben“ (106)
  6. Israel 2010: Harel Skaat, „Milim“ (94)
  7. Frankreich 1969: Frida Boccara, „Un jour, un enfant“ (93)
  8. Türkei 2003: Sertab Erener, „Everyway that I can“ (81)
  9. Kroatien 1999: Doris, „Marija Magdalena“ (72)
  10. Portugal 1996: Lúcia Moniz, „O meu coração não tém cor“ (67)
  11. Irland 1987: Johnny Logan, „Hold me now“ (65)
  12. Griechenland 1991: Sophia Vossou, „I anixi“ (54)
  13. Bosnien-Herzegowina 2006: Hari Mata Hari, „Leyla“ (50)
  14. Weißrussland 2007: Koldun, „Work your magic“ (44)
  15. Dänemark 2001: Rollo & King, „Never ever let you go“ (41)
  16. Italien 1973: Massimo Ranieri, „Chi sarà con te“ (38)
  17. Malta 1992: Mary Spiteri, „Little child“ (38)
  18. Großbritannien 1996: Gina G, „Ooh… aah… just a little bit“ (36)
  19. Aserbaidschan 2010: Safura, „Drip drop“ (34)
  20. Tschechien 2015: Marta Jandová & Václav Noid Bárta, „Hope never dies“ (33)
  21. Schweden 1963: Monica Zetterlund, „En gång i Stockholm“ (15)
  22. Niederlande 2012: Joan Franka, „You and me“ (13)
  23. Slowenien 1998: Vili Resnik, „Naj bogovi slišijo“ (12)
  24. Norwegen 1968: Odd Børre, „Stress“ (3)

Odd Børre – Stress

Das Ergebnis des SGP 2016

Das Ergebnis des SGP 2015