Einschaltquotendesaster: Immer mehr Zuschauer laufen „Unser Star für Baku“ davon

Bei „Unser Star für Baku“ hat nicht nur das Mikro von Baku-Roman versagt. Das grössere Problem ist: Die Show wollen immer weniger Musikbegeisterte sehen. Bald sind wir unter uns. Der fünfte Ausgabe von „Unser Star für Baku“ schmiert erneut dramatisch ab in der Zuschauergunst.

Die gestrige (erste und einzige) Montagsfolge sahen 1,13 Mio. Zuschauer. Am Donnerstag vorher waren es noch 1,62 Mio. Zuschauer – und das war bereits ein Tiefststand in der dreijährigen Zusammenarbeit von Pro7 und der ARD.

Einschneidender für Pro7 dürfte es sei, dass der Marktanteil bei den werberelevanten 14-49Jährigen inzwischen mit 6,5% weit unter Senderschnitt gerutscht ist – mit entsprechenden wirtschaftlichen Konsequenzen. (Nur noch) 820.000 Zuschauer in der Zielgruppe dürften weit weniger sein als den Werbekunden versprochen wurde.

Hier ein Vergleich der ersten fünf Folgen von USFO (Oslo-Lena) gegenüber dem diesjährigen USFB (Baku-Roman) – und zwar im Gesamtpublikum:

Folge 1: USFB 2012 = 2,44 Mio. (USFO 2010 = 2,61 Mio.)

Folge 2: USFB 2012 = 1,71 Mio. (USFO 2010 = 2,22 Mio.)

Folge 3: USFB 2012 = 1,73 Mio. (USFO 2010 = 2,17 Mio.)

Folge 4: USFB 2012 = 1,62 Mio. (USFO 2010 = 1,88 Mio.)

Folge 5: USFB 2012 = 1,13 Mio. (USFO 2010 = 2,16 Mio.)

Im direkten Zweijahres-Vergleich hat sich bei Folge 5 das Zuschauervolumen inzwischen annähernd halbiert. „Der ARD, die am kommenden Donnerstag mit dem Viertelfinale dran ist, dürfte gerade angst und bange werden.“ schreibt dazu der Mediendienst kress report.

Vor allem aber steuert das Finale am 16. Februar 2012 auf das geringste Zuschauerinteresse zu, dass ein deutscher Vorentscheid in den letzten zwanzig Jahren erlebt hatte.

Das ist so traurig, das lässt einen mitheulen. Die Gründe haben wir schon vielfältig analysiert (hier und hier und hier und hier). Trost spendet uns die ESC Euphorie in anderen europäischen Ländern. Die erste Ausgabe des Melodifestivalens in Schweden hat mit 3,38 Mio. soviele Zuschauer erreicht wie es eine Auftaktrunde noch nie zuvor erlebt hat. Proportional umgerechnet auf den deutschen Markt wären das hierzulande 33,47 Mio. Zuschauer. Soviel erreicht in Deutschland nicht einmal ein Fußball-WM-Endspiel mit deutscher Beteiligung.

Und das war „nur“ das Mello 1. Die Quoten in Schweden werden weiter steigen, denn es fehlen noch die ganz großen Namen wie z.B. Molly Molly, Danny und vor allem sie:

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P.S.: Apropos Promo-Trailer: Heute hat die ARD mit der Ausstrahlung des Spots für die USFB Donnerstagsshow begonnen. Aufbau, Dramaturgie und Design unterscheiden sich diametral von der bisherigen Pro7 Kampagne. Von Show-CI (senderübergreifendem wiedererkennbaren Erscheinungsbild) keine Spur.