Erster Probentag: The Good, The Bad and The Ugly

So, der erste Probentag ist überstanden. 10 Beiträge haben wir nun gesehen. Ein erstes Resümee kann gezogen werden. Wer hat uns überrascht und welches Land ist auf dem Boden der Tatsachen gelandet und muss die nächsten Tage noch Arbeit investieren?

Im letzten Jahr von unserem Blogpausierer OLiver initiiert, führen wir diese Rubrik gern weiter. An dieser Stelle mal ein Gruß an die Bloggerkollegen, die krankheitsbedingt in Deutschland bleiben mussten oder zur Zeit eine kreative Pause eingelegt haben.

Albanien Eugent Bushpepa 2018 Chorsänger

Wir sind nur zu viert heute, aber natürlich hat so jeder seine Meinung zu den einzelnen Darbietungen und zu den Erlebnissen vom Tage.

BennyBenny

Die beste Probe: Albanien fand ich richtig stark. Mit ein paar kleinen Änderungen könnte Eugent am Ende doch noch der Finaleinzug gelingen. Auch gut: Israel, aber da konnte Netta meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Aber auch das kann noch kommen.

Der schönste Moment: Nach einer sehr kurzen Nacht, einem langen Flug, einem Vormittag im Pressezentrum und einem Marsch mit 18 Kilo Gepäck über Kopfsteinpflaster endlich mein Appartement zu beziehen und meinen Koffer abzustellen. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege…nachher endlich im Bett zu liegen wird wahrscheinlich noch schöner.

Die Enttäuschung des Tages: Dass Lissabon in Sachen ESC-Euphorie bislang doch eher auf Düsseldorfer Niveau anzusiedeln ist. Den angekündigten „Welcome Desk“ am Flughafen hat bislang noch niemand gefunden, die Halle findet man nur mit Hilfe von Google Maps und den Euroclub und das Euro Fan Café gibt es erst ab dem kommenden Wochenende. Aber: Whatever, es ist natürlich richtig toll, hier die ganze ESC-Familie wiederzusehen und wir machen es uns einfach schön, so wie damals in der Düsseldorfer Kneipe „Knoten“, die uns bereitwillig adoptiert und mit ESC-Musik versorgt hat. Trumps, anyone?

Netta Israel 2018

DJ Ohrmeister

Die beste Probe: Israel hat mich heute bühnentechnisch überzeugt, wenn ich auch den Song noch immer grottig finde. Gute Balance zwischen Netta und ihren Tänzerinnen, angenehme Farben, keine Pannen. Litauen folgt für mich knapp dahinter, eine sehr schöne simple Inszenierung.

Der schönste Moment: Viele über die Jahre liebgewonnene Menschen nach einem Jahr wiederzusehen.

Die Enttäuschung des Tages: Keine freie Fahrt mit den ÖPNV in diesem Jahr! Unsere Akkreditierung ist diesbezüglich leider nichts wert und wir müssen nachher erstmal die günstigste Option rausfinden. Und der Shuttle, der bis zum Village (Nähe der Blogger-WG) fahren soll, wird nicht vor Freitag eingesetzt. Doof.

Ari Ólafsson Island 2018

Alekseev Weißrussland 2018

Jan

Die beste Probe: Israel – man hat sich nicht dazu hinreißen lassen, den Act zu überfrachten und albern rüberzukommen. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Der schönste Moment: Zwei Regale voller Winkekatzen auf einer ESC-Bühne. Es gibt doch jedes Jahr wieder etwas Neues!

Die Enttäuschung des Tages: Das Pressezentrum ist klein – sehr klein und wirkt bereits am allerersten Tag proppevoll. Dabei sind noch gar nicht alle Journalisten angereist. Eine Klimaanlage gibt es auch nicht. Es ist deshalb schön warm hier drinnen, aber es müffelt auch etwas nach einer Mischung aus Schweiß, Essen und diversen Mundgerüchen… Inzwischen wurde ja zum Glück darüber informiert, dass in der nächsten Woche eine räumliche Erweiterung stattfinden soll. Aber heute Morgen haben alle erst einmal dumm aus der Wäsche geschaut…

Aisel Aserbaidschan 2018 Rui Andrade

Tjabe

Die beste Probe: Die Zausimaus Ieva aus Litauen konnte eine angenehme Atmosphäre auf die Bühne zaubern und einen auffälligen Tupfer Ruhe ins Programm mischen. Insbesondere der Schlußromantik auf der Brücke begeistern. Schon vor 61 Jahren sorgte ein süßer Kuss beim dänischen Beitrag zu einem dritten Platz.

Der schönste Moment: Eigentlich gehörte der schönste Moment zu einem der wohl größten Fehltritte künstlerischen Schaffens an diesem Sonntag. Es war erfrischend das ganze Pressezentrum schallend lachen zu hören, als Alekseevs Ödipus-Komplex-Darbietung über den Bildschirm flimmerte. So etwas ist auch ein wichtiger und schöner Moment bei Eurovision.

Die Enttäuschung des Tages: Belgien. Der Beitrag konnte mich im Gegensatz zu den Niederlanden im Vorfeld des Contests erreichen und einen Ausgleich zu meiner sonst sehr deutlichen Vorliebe für den niederländischen Nachbarn schaffen. Aber in Lissabon gab es nur ein Grau in Grau und die Künstlerin steht auch noch voll hinter dieser Interpretation. Schade. Hatte mir mehr erhofft.

Sennek Belgien 2018 1

Morgen geht es dann heiter weiter mit der zweiten Hälfte des ersten Halbfinals, wo dann auch unsere südlichen Nachbarn aus Österreich und der Schweiz ins Geschehen eingreifen. Wir werden nun erst mal die Küche des Landes erkunden, um damit gestärkt in den morgigen Tag zu können.

Equinox Bulgarien 2018 1