Erstes Halbfinale in Portugal: Yola Dinis, Leonor Andrade und Gonçalo Tavares im Finale

Yola Dinis Portugal 2015

Während in Hannover die Bloggerkollegen bei den Proben zur deutschen Vorentscheidung schwitzten, stellten sich im Estúdio 1 des portugiesischen Fernsehens RTP in Lissabon 6 Künstler dem Votum der Zuschauer. Drei davon sollten n die begehrte Fahrkarte ins Finale am Samstag gewinnen.Die Rückkehr von Sara Tavares und Adelaide Ferreira zum Festival RTP da Canção war mit zu erleben. Jedoch drei andere Namen machten das Rennen, unter anderem Yola Dinis (Foto Facebook). Es sollte zwar keinen LiveBlog geben, aber das Geschehen wurde dann doch direkt mitverfolgt und ist hier nachzulesen.

Im Telejornal gab es schon die ersten Bilder. Die Portugiesen sind halt stolz auf ihr Festival. Zum 50. Mal findet der Wettbewerb statt und nur 2002 und 2013 gab es kein Festival RTP da Canção. Im Jahr 1 nach Suzy zieht sich das Land ob es Mißerfolgs nicht zurück, sondern kreiert gleich zwei Halbfinals mit jeweils 6 Teilnehmern. Es war ja auch nur ein Punkt, der Suzy vom Finale trennte und Valentina Monetta aus San Marino glücklich machte. Für Suzy blieben nur die zahlreichen Fanclubtreffen.

Portugal nimmt zum 48. Mal am Eurovision Song Contest teil. Seit 1964 stellen sich die Künstler der internationalen Wahl, jedoch mehr als ein sechster Platz sprang nicht heraus. Lúcia Moniz war 1996 mit „O Meu Coração Não Tem Cor“. Portugal ist das Land, das am längsten auf einen Sieg wartet, selbst die Österreicher haben es mittlerweile wieder geschafft.

Moderiert wird das Ganze heute von Joana Teles und Jorge Gabriel. Jorge Gabriel stand schon 2006 als Präsentator des Festivals auf der Bühne, während Joana bisher nur im Greenroom stehen durfte.

Nun geht es los und die Begrüßung aus dem allerersten Festival des Jahres 1964. Und es kommen die beiden Vertreter des Landes, die in Kopenhagen auf der Bühne standen und begrüßen das Publikum: 1964 António Calvário und 2014 Suzy. Sie heißen auch die beiden Moderatoren willkommen.

Es wird wohl ein sehr traditionelles Festival werden . Der Greenroom wurde nach dem ersten Moderator des Festivals Henrique Mendes benannt.

Festival da cancao 2015

RTP lud 12 Komponisten zum Festival ein. Diese konnten ihre Autoren und Interpreten aussuchen. Jorge Gabriel stellt im Green Room die Komponisten und Autoren der Beiträge vor. Von den Zuschauern werden zwei Beiträge ausgewählt und die Komponisten wählen den dritten Beitrag fürs Finale.

Wir werden die einzelnen Beiträge und ihre Autoren während der Beiträge vorstellen.. Angerufen werden darf schon von Anfang an.

Nun geht es los.

1. Rita Seidi – Lisboa, Lisboa (Sara Tavares/ Sara Tavares,Kalaf Epalanga)

Sara Tavares nahm 1994 für Portugal mit „Chamar A Música“ am Wettbewerb teil. Sie erhielt damals von den 22 nationalen Juries jeweils die Höchstwertung. In Dublin waren es dann nur 73 Punkte auf Platz 8. Sie wurde scheinbar nie wieder gefragt, ob sie nicht nochmals am Contest teilnehmen möchte. Rita Seidi singt ihre Liebeserklärung über Lissabon im typischen Sara Tavares Stil, der sich eher am Gospel und Blues orientiert. Von 10 Punkten vergebe ich nur 5

2. Leonor Andrade – Há um mar que nos separa (Miguel Gameiro)

„Da ist ein Meer, dass uns trennt“ singt Leonor Andrade, die 2014 an der Casting Show The Voice of Portugal teilnahm und in der vorletzten Sendung strauchelte. Ihr Komponist Miguel Gameiro nahm auch schon einmal am Festival teil. Das Lied ist ein rockig angehauchter Popsong mit guter Stimme. Da gebe ich gern mal 7 Punkte.

3. Filipa Baptista – A Noite Inteira (Augusto Madureira)

Die 29-jährige Filipa singt von einer ganzen Nacht. Sie nahm 2012 an „The Voice“ teil. Damals noch A voz de Portugal. Sehr rhythmisch und sehr wechselhaft im Aufbau. Augusto Madureira nahm 2010 mit Filipa Azevedo und ihrem „Há Dias Assim“ in Oslo teil und wurde nach einem vierten Platz im Halbfinale 18. im Finale. Auch hier mal 7 Punkte. Sie wurde 2009 mit „O teu lugar“ national Vierte.

4. Yola Dinis – Outra Vez Primavera (Nuno Feist, Nuno Marques da Silva)
Die Fadosängerin Yola Dinis kommt aus Coimbra und singt gern im Café Luso im legendären Bairro Alto von Lissabon. Noch einmal Frühling heißt der Song, den Nuno Feist komponierte. Genau vor 30 Jahren nahm er zum ersten Mal am Festival teil. Zusammen mit Henrique, der im letzten Jahr das Pausenprogramm bestritt, konnte er Adelaide nicht schlagen. Yola Dinis wagt die Intrepretation eines Fados. Es gibt sogar Zwischenapplaus. Also das gefällt mir. 9 von 10 Punkten

5. Gonçalo Tavares – Tu tens uma mágica (Gonçalo Tavares e José Cid)

Der Neffe von José Cid, der 1980, also vor 35 Jahren, Siebter mit „Um grande grande amor“ wurde und zu den großen Künstler des Landes zählt und deshalb schon mal fast hüllenlos in den Klatschzeitungen stand, schrieb mit dem Onkel den Text zu seiner Komposition. „Du besitzt eine Magie“ zeigt deutlich die Handschrift eines José Cid. Mit der Gruppe Tribom nahm er 1984 schon mal national teil und wurde mit „A padeirinha de aljubarrota“ Dritter. 2010 wurde er mit „Rios“ nochmals Zwölfter. 6 Punkte vergebe ich.

6. Adelaide Ferreira – Paz (Adelaide Ferreira)

Vor dreißig Jahren gewann Adelaide das Festival. Sie gehört zu den ganz großen Sängerinnen des Landes. Im Bereich Musicaltheaters feierte sie große Erfolge. 1985 reichte ihr „Penso em ti, eu sei“ nur zu 9 Punkte und Platz 18 in Göteborg. Klagend wie damals singt ihr Friedenslied. Auch wenn ich meinem Blogger-Kollege OLiver weh tue, aber das ist nicht so ganz meins. 6,5 Punkte aber für die großartige Künstlerin. Letztes Jahr sang sie mit Dora in einem Medley zu Ehren des unvergessenen José Carlos Ary dos Santos.

Nun geht es ans Abstimmen. Für mich würden Yola Dinis, Filipa Baptista und Leonor Andrade weiterkommen. Aber die Bekanntheit von Sara Tavares und Adelaide Ferreira ist nicht zu unterschätzen.

Nun darf Suzy an den Start und nochmals ihr „Quero ser tua“ singen. Na sie kann es immer noch. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, sie im Finale zu haben.

Am Donnerstag kommt das zweite Halbfinale mit weiteren 6 Teilnehmern. Unter anderem Simone de Oliveira, die Lys Assia des Wettbewerbs, die aber einen besseren Ruf im Lande genießt.

Verantwortlich für die Auswahl der Komponisten waren übrigens unter anderem Fernando Martins und Ramon Galarza, der selbst auch schon einiges abgeliefert hat.

Nun erinnern die sechs Teilnehmer an die Teilnehmer der letzten 50 Jahren beim Eurovision Song Contest. So was wäre doch in Deutschland auch mal schön. So erklingen die Songs aus den Jahren 1964, 1974, 1982, 1993, 1996, 2008 und 1989 unter anderem.

Nun sind wieder die Komponisten im Gespräch. Sie erhalten einen hohen Stellenwert.

Nun kommt die Entscheidung. Und Leonor Andrade darf als erstes ins Finale mit „Há um mar que nos separa“. Und die zweite, die durchs Publikum weitergewählt wird ist Yola Dinis mit „Outra vez Primavera“. Grandios.

Nun kommt die Entscheidung der Komponisten für den Dritten im Finale. Und es ist der Neffe von José Cid Gonçalo Tavares mit „Tu tens uma mágica“.

Damit gibt es schon drei gute Lieder fürs Finale. Donnerstag geht es weiter. Wir werden versuchen, auch die Entscheidung live zu verfolgen, auch wenn alle nach Hannover schauen.

Dabei werden dann sein:

1. Rubi Machado – Quando a Lua voltar a passar (Sebastião Antunes)
2. José Freitas – Mal Menor (Ninguém me guia à razão) (Diogo Churky)
3. Teresa Radamanto – Um Fado em Viena (Fernando Abrantes, Jorge Mangorrinha)
4. Simone de Oliveira – À espera das canções (Renato Júnior, Tiago Torres da Silva)
5. Filipe Gonçalves – Dança Joana (Héber Marques)
6. Diana Piedade – Maldito Tempo (Carlos Massa)

Allen eine „Boa Noite“ bis zum Donnerstag.