ESC 2017: Erste Probe Deutschland – Moderne Eleganz in grau

Kiew, 5. Mai, 16.50 Uhr Ortszeit – Deutschlands ESC-Hoffnung Levina betritt die Bühne zu ihrer ersten Probe. Was erwartet uns? Eine geniale Bühnenshow? Öde Hausmannskost? Oder etwas dazwischen? Die Blogger sind schon seit Stunden gespannt wie Flitzebögen!

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So, los geht’s! Levina trägt einen langen Rock in silbergrau und ein langärmeliges Oberteil mit Unterbrechung im Schulterbereich – es sieht aus wie hellbeige oder hellgrau. „Endlich mal jemand ohne Hochzeitskleid“, stellt Fotograf Volli fest, der beim Fotografieren in der Halle inzwischen offenbar eine Ehephobie entwickelt hat…

Tolle erste Einstellung. Levina liegt auf dem Boden, die Kamera fährt gleichsam wie durch einen Tunnel auf sie herunter. Die erste Strophe singt sie fast komplett im Liegen, zum Refrain geht es dann hoch auf die langen Beine. Die sind aber durch den knöchellangen Rock verborgen. Sie bleibt auch allein auf der Bühne, auch der deutsche Chor steht im Off, klingt aber gut und unterstützt Levina prima.

Hervorragend ist die ruhige Kameraführung, die Levina voll in den Mittelpunkt stellt, sie schaut zweitweise 10-15 Sekunden lang am Stück in die Kamera. Negativ wird hier in der Bloggerrunde angemerkt dass der Auftritt ein wenig mehr Farbe vertragen könnte, denn eigentlich ist der gesamte Farbeindruck ein wenig grau in grau. Auch die Farbe auf der LED-Wand ist sehr in grauen und beigen Farben gehalten, geometrische Figuren, Ringe und Röhren wechseln sich ab.

Zweiter Durchgang: Levinas Haare sind hochgesteckt und sie strahlt und strahlt. Wir sehen jetzt, dass ihr Oberteil rückenfrei ist, sie wirkt dadurch sowohl ein wenig sexy, aber noch mehr elegant – eine richtige Abendgarderobe, die sie da trägt. Den letzten Ton vor der Bridge zieht sie hoch und lang, zum letzten Refrain geht sie nach vorn und hält einfach nicht mehr auf in die Kamera zu schauen – man hat das Gefühl, sie hat ihr Leben lang nichts anderes gemacht – ausgesprochen professionell und authentisch!

Durchgang drei, man hat mehr und mehr Möglichkeiten, Details zu erkennen. Gerade kommt ein Kollege aus der Schweiz am Tisch vorbei und ist hingerissen. „Levina ist wunderschön, das Bühnenkonzept ist fantastisch“. Das hört man gern…

Levina liegt in einer Art Kristallfeld, es sieht aus, als schwebe sie. Im „Aufstehmoment“ geht die Kamera in die Totale – jetzt sehen wir auch, dass Levina gar keine Schuhe trägt und barfuß singt. Zum letzten Refrain kommt diesmal Goldregen hinzu, während an der LED-Wand tausende Sterne und Lichter aufsteigen.

Das ist alles sehr, sehr stimmig. Die graue Grundfarbe kann zwischen den ganzen farbigen und bunten Auftritten auch erholsam wirken und ist bei diesem ESC ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal. Levina ist präsent und füllt die Bühne aus. Sie braucht keine Anker, wie z.B. Chorsänger, mit denen sie interagieren müsste. Die Kamera zeigt ganz, ganz oft ihr Gesicht im Close-Up. Natürlich gibt es hier auch Kritik, die z.B. von „biederer Auftritt“ spricht. Aber eigentlich kann ich das nicht nachvollziehen, denn man kann diesen Song ganz sicher nicht so bunt und aufgedreht inszenieren, wie z.B. das Gejodele aus Rumänien.

Die deutsche Delegation hat sich richtig entschieden, den Fokus voll und ganz auf Levina zu legen – und sie hält den Erwartungen absolut Stand!

Das war jetzt erst einmal „nur“ die erste Probe. Wir müssen mal abwarten, ob man zufrieden war und gegebenfalls auch noch Änderungen vornimmt – die nächste Probe ist Sonntag Vormittag um 10.15 Uhr deutscher Zeit. Stay tuned!

 

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