ESC 2017: Erste Proben – Ukraine, Italien und Spanien

Es wird spannend: Endlich greifen die Big 5 Länder aktiv in das Geschehen in Kiew ein. Den Anfang macht Gastgeber Ukraine mit O.Torvald, danach folgt Topfavorit Francesco Gabbani für Italien und komplettiert wird der Dreierpack mit einer Brise Sommerfeeling und Manel für Spanien.

Da es sich um die erste Probe der großen Geldgeber (Big5-Länder) handelt, darf die Presse wie bei allen ersten Proben nicht in die Halle. Wir verfolgen das Geschehen für euch im Pressezentrum und bekommen Schnipsel aus der Probe auf dem Bildschirm gezeigt.

Ukraine – O.Torvald mit „Time“

Die Outfits: Sänger Jewhen Halytsch trägt eine schwarz-weiß gemusterte Jacke. Die anderen Bandmitglieder sind überwiegend in dunklen Farben gekleidet. Alle haben auch passende schwarz-weiße E-Gitarren dazu. Insgesamt wirken die Outfits in meinen Augen für eine Rockband einen Tick zu brav – vielleicht sind es ja noch nicht die endgültigen Auftrittsklamotten. Nicht mehr dabei ist übrigens der Countdown auf der Brust der Bandmitglieder.

Die Bühne: Das Setting ist in dunklem blau gehalten. O.Torvald haben einen riesengroßen Kopf mittig auf der Bühne platziert, der aussieht wie eine Computeranimation. Marc fühlt sich an das Intro bei „The Voice“ erinnert und BennyBenny an den ‚Zauberer von Oz‘. Sänger Jewhen steht genau vor dem riesen Kopf, sodass die Augen der Computerfigur links und rechts von Jewhens Gesicht ins Leere blicken. Den Kopf sehen wir in Silber und später fleischfarben. In der Schlusseinstellung erscheint es durch eine Projektion auf dem Hallenboden fast wie ein Oberkörper.

Die Show: Der dominante Countdown im Backdrop, den wir noch beim ukrainischen Vorentscheid hatten, hat es ebenfalls nicht auf die ESC Bühne nach Kiew geschafft. Das Geschehen ist voll auf den Kopf fokussiert. Zum Instrumentalteil mit den Gitarrenriffs wird es zunächst dunkel, dann sehen wir viele Lichtblitze. Auch beginnen die Augen des Kopfes dann effektvoll zu leuchten. Wir sehen viele schnelle Kamerashots die dem Song zusätzlich Dynamik verleihen.

Fazit: Als einziger Rocksong hat „Time“ eh schon ein Alleinstellungsmerkmal. Der computeranimierte Kopf ist eine gute Idee, die der Show von O.Torvald Pfiff verleiht. Allerdings fand ich den Countdown etwas passender zum Songtitel „Time“.

 

Italien – Francesco Gabbani mit „Occidentali’s Karma“

Attenzione – ein Raunen geht durchs Pressezentrum. Ein erstes Bild flackert auf…. ein Gorilla ist noch nicht in Sicht. Die Italiener erscheinen ja gerne mal etwas unvorbereitet auf der ESC Bühne – auch 2017?

Das Outfit: Francesco hat sich für einen schicken dunklen Anzug mit weißem Hemd entschieden. Dieser lässt ihm genug Bewegungsspielraum, obwohl der Anzug, wie es sich für einen modebewussten Italiener gehört, körperbetont geschnitten ist. er hat 3 Backing-Sänger dabei: seinen Bruder in orangenem Pulli, eine Sängerin in gelbem Pulli (das trägt etwas auf) und zwei weitere Sängerinnen in rot und blau.

Die Bühne: Auf der LED-Wand sehen wir einen San Remo-ähnlichen Backdrop. Bunte fernöstliche Muster wechseln mit bunten Affen und fliegenden Regenschirmen. Interessant sind auch zwei Hände, die das „Om“-Zeichen formen zusammengeführt werden. Oliver sah darin sich küssende Seeungeheuer (Nessi aus dem Gardasee).

Die Show: Italien setzt das auf das Bewährte. Der Auftritt ist sehr an San Remo angelegt. Die Backing-Sänger tanzen zum Refrain mit und es ist viel Bewegung auf der Bühne und es geht kunterbunt zu. Dann kommt er, der tanzende Gorilla. Zu „Namasté alé“ wird immer wieder das Publikum in der Halle eingeblendet, was bereits voll mitgeht.

Was könnte verbessert werden? Sowohl Francesco als auch der Gorilla wirken übermotiviert. Man hat fast Angst, dass der Kameramann mit einem von beiden kollidiert, so wild wird da auf der Bühne herumgewirbelt.

Fazit: Gut, dass man auf Experimente verzichtet. Es ist etwas bunter als beim Sieger-Auftritt in San Remo. Sechs von acht PrinzBloggern glauben, dass wir soeben den ESC Siegerauftritt 2017 von Kiew gesehen haben. Zwei Blogger sind noch skeptisch. Das erste Mal heute gibt es ordentlich Applaus im Pressezentrum.

 

Spanien – Manel mit „Do it for your Lover“

Das Outfit: Manel hat eine Band mitgebracht. Alle tragen bunte Hawaii-Hemdchen. In Runde 1 verheddert sich Manels Hemd an seiner Gitarre und wir erleben ein Nippel-Gate bei Manel. Die weiteren Durchgänge präsentiert er sich dann zugeknöpfter.

Die Bühne: Wir sehen im Hintergrund eine Strandlandschaft mit Meer, Palmen, Sonnenschirmen, Surfbrettern und dazu einen VW-Bus. hier ist alles sehr bunt und an der Grenze zum Kitsch, aber es kommt durchaus Sommerfeeling auf.

Die Show: Manel und seine Kumpels beginnen wie Ann Sophie mit dem Rücken zum Publikum und lehnen aneinander. Die Strandlandschaft ist zunächst schwarz-weiß und mit Weltkugel im Hintergrund. Dann wird es Tag und die Bandmitglieder nehmen ihre Positionen ein. Im Mittelteil werden Surfbretter auf den Boden projeziert. Manel und seine Band surfen nun übers Meer. Dann wird es Nacht und die Weltkugel erscheint wieder.

Fazit: Der Song rauscht locker flockig an einem vorbei. Es ist ein schöner Farbtupfer im ESC Teilnehmerfeld 2017 und das Sommerfeeling wird auch gut auf die Bühne transportiert. Durch die Band wirkt Manel nicht alleine oder verloren auf der Bühne. Die vielen bunten Bilder und die Tag/Nachtwechsel lenken etwas davon ab, dass der Song doch etwas repetitiv geraten ist. Ein paar Punkte beim Televoting könnten aber dafür zusammen kommen.