ESC 2017: Pressekonferenz mit Levina

Nach einer erneut stimmigen Probe in edlem Mercedes-Benz-Silber kam Levina kurz nach 12 Uhr mittag zum Pressemeeting. Und zog dabei, in welcher Hälfte des Finales am kommenden Samstag sie starten wird.

Levina startet im Finale in der zweiten Hälfte.

Levina darf also in der zweiten Hälfte auftreten (Foto). Das ist natürlich gut, vor allem bei den „normalen“ Zuschauern, die vielleicht erst um 22 Uhr einschalten und dann sicherlich nicht für eines der Lieder anrufen werden, die bis dahin schon liefen (auch trotz Schnelldurchlauf am Ende). Entscheidend ist natürlich auch trotzdem, wer vor und nach Levina kommt. Ein Kontrast vor ihr – zum Beispiel O. Torvald oder die rumänischen Jodler, falls die ins Finale kommen – wäre gut.

Erneut absolvierte Levina einen souveränen Presseauftritt, sympathisch, stylisch und locker. Zunächst erzählte sie ein wenig von ihrer gestrigen Stadttour durch Kiew, von der wir in Kürze hier auch berichten werden. „Es war echt schön, Kiew ist eine beeindruckende Stadt.“ Auch das landestypische Essen habe sie schon genossen: „Wir hatten eine Platte mit verschiedenen Sachen. Viel Kartoffeln, Dill… echt lecker. Wir wollten einfach mal alles ausprobieren und waren am Ende echt satt.“

Mit der zweiten Probe war Levina zufrieden. „Aber ehrlich gesagt: Je näher man dem Finale kommt, desto nervenaufreibender wird es auch. Das mag jetzt seltsam klingen, denn man fühlt sich beim zweiten Mal ja sicherer auf der Bühne, aber zugleich steigt die Nervosität. Man denkt ja: Diesmal muss die Probe noch besser aussehen als beim ersten Mal.“

Levinas Dress, aus weichen Seidenstoff, stammt vom Londoner Designer Dimitrios Kasimos. „Den habe ich schon vor einiger Zeit in London getroffen. Ich war übrigens sein Model für das Dress, er hat es an mir gemacht.“ Das perfekte Kleid fürs perfekte Leben?, fragte die Moderatorin der PK: Da nickte Levina nur lächelnd.

Es kam eine kritische Frage zum Staging: Das Lied strahle doch Fröhlichkeit aus, es gehe um das perfekte Leben – warum da die Bühne nur so silbern sei und keine Farben habe? „Ja, das mag ein gewisser Kontast sein, aber ein spannender, finde ich. ‚Perfect life‘ ist ein sehr positiver Song, und ich bin ein positiv denkender Mensch. Und trotzdem passt das Staging zu mir als Person“, sagte Levina. „Ich selber trage nie knallbunte Klamotten, sondern immer eher Dezentes. Für mich als Künstlerin funktioniert dieses Staging sehr gut. Ich fühle, das bin ich. Die positive Energie drückt sich eher durch das Lied, durch den Text aus. Aber ich finde, das wirkt sehr gut.“ Und die Botschaft des Liedes sei ohnehin: Jeder muss für sich selbst herausfinden, was für einen das perfekte Leben ist. Da gebe es keine Schablone, sondern das ist für jeden individuell.

Levina erzählte von ihrer Ausbildung an der Musikschule in Chemnitz, wo sie aufgewachsen ist. „Die klassische Ausbildung ist eigentlich perfekt, um sich Wissen über Musik allgemein anzueignen und die Stimme zu trainieren. Aber ich habe immer auch Popmusik geliebt und Interesse daran gehabt.“ Es sei also nicht so, dass da eine Art Bruch gewesen wäre.

Was ihr der ESC für ihre musikalische Karriere bedeute, will JP von Radio International wissen. „Der Song Contest ist eine riesige Chancen für Künstler, sich und die Musik, die man macht, zu präsentieren. Da schauen ja so viele Leute zu, die man erreichen kann. Und man sammelt so viele tolle Erfahrungen“, sagte Levina. „Es ist die perfekte Bühne, um zu lernen, wie ‚groß geht‘ – um ‚groß zu denken‘. Und ich hoffe, dass die Leute mögen, was sie bei mir hören.“

Ob sie ihren Stil, den sie hier auf der Bühne habe, auch künftig beibehalten werde, will Co-Blogger Salman wissen. Da weicht Levina etwas aus: „Ach, das kann ich jetzt nicht so genau sagen. Ich probiere gern Sachen aus. Das Styling hier gefällt mir sehr gut, das steht mir total. Ich freue mich total, dass es am Bildschirm super aussieht. Wie ich in ein paar Monaten aussehe…. keine Ahnung.“

Außerdem sang Levina mit ihrem Gitarristen Oleg „Perfect Life“ als acoustic version. Dafür gab es viel Applaus im Presserund.

Und schließlich war Zeit für die Auslosung der Starthälfte.