ESC 2017: Pressekonferenzen mit Robin, Tamara, Lindita, Isaiah, Blanche

Zweiter Durchlauf des ersten Halbfinals und nun gibt es nicht nur ein Meet & Greet mit den Künstlern, sondern richtige Pressekonferenzen. Den Anfang machen die Schweden. Mal schauen, ob es neue Eindrücke gibt.

Schweden – Robin Bengtsson

Robin Bengtsson betritt als erster die Pressekonferenz und es gibt eine Änderung. Es wird zunächst fotografiert und dann gibt es das Interview.

Robin hat mittlerweile etwas von Kiew gesehen. Eine Guided-Tour gab es für ihn. Zudem konnte er das typische ukrainische Essen geniessen.

Er ist überhaupt nicht nervös. Im Gegensatz zu seinem Autorenteam. Er genießt die Zeit hier in der ESC Bubble und der Ukraine.

Für ihn ist es kein Problem als erstes zu starten, da es vom Staging zu seinem Song passt. Außerdem würde es in die Dramaturgie der Show passen, mit einem solchen Song zu beginnen.

Rabin hat es sehr viel bedeutet, am Melodifestivalen teilzunehmen, aber sein Land international zu vertreten, ist etwas ganz Besonderes. Robin würde in ein paar Jahren auch wieder am Melodifestivalen teilnehmen, dafür ist das Event zu bedeutend.

Inspiriert wird er von Ed Sheeran und John Major. Nach der Eurovision will er sich zunächst Prison Break ansehen und dann folgt die Diggi-Loo-Tour.

Stressen kann ihn nur der Autoverkehr in Stockholm, da er ein Spätaufsteher ist.

 

Georgien – Tamara Gachechiladze

Mit Tamara kommt nun eine sehr selbstbewusste Künstlerin in den Presseraum. Sie spricht ein sehr gutes Englisch und hat Kiew bisher nur shoppend erkundet. Dabei wurde sie auch immer wieder wegen Fotos angesprochen.

Ihr Vater hat in Kiew gelebt und als Dirigent des Fernsehorchesters gearbeitet.

Sie ist sehr stolz, dass der Junior Eurovision Song Contest nach Georgien kommt. Es sei eines der ältesten Länder und habe viel zu bieten. Es sei halt nicht Georgia in den USA.

Wenn es um einen Duettpartner gehen würde, lebend oder tot, wäre Michael Jackson derjenige, den sie sich wünschen würde.

In der Pressekonferenz nimmt 2009 natürlich einen großen Stellenwert ein. Das Jahr also, in dem Tamara mit ihrer Band 3G und dem Song „We don’t wanna put it“ dann doch nicht am ESC teilnehmen konnte, weil der Song zu politisch war. Sie waren sehr enttäuscht. Es sei doch nur ein kleiner lustiger Protestsong gewesen. Es hätte nichts mit Putin zu tun gehabt, nur die Assoziation der Wörter „put in“ hätte zur Disqualifikation beigetragen. Nun sei halt Russland in der gleichen Situation. Und Tamara meint dazu nur: Nun hätte Russland auch mal ein Jahr auszusetzen. Auch das Mitgefühl für Yulia Samoylova hält sich in Grenzen. Sie könne ja nächstes Jahr teilnehmen.

Die Formation 3G sei 2009 nur ein Projekt gewesen, nur für die Eurovision. Man sei noch befreundet, aber zusammen singen gehört der Vergangenheit an.

 

Albanien – Lindita

Albanien hat auch heute mit Australien den Probenslot getauscht. Lindita hat sich Kiew auch angesehen und lobt die Kirchen und die Architektur. Sie sei stolz hier als Albanerin auf der Bühne zu stehen. Sie würde zwar im Kosovo leben, aber sie sei Albanerin und könne das Land vertreten. Das würde ihre Anerkennung noch verstärken.

Ihr Selbstvertrauen auf der Bühne hätte sie durch die Gruppe Global Warming (übersetzt) erhalten. Das habe sie sicher gemacht.

Der Auftritt soll eine Verbundenheit der Kulturen und Länder darstellen. Lindita wünscht sich eine Welt ohne Reisepass. Sie selbst ist die letzten Wochen durch Europa getourt und hat viele Eindrücke gesammelt. Die Promo-Tour nach Madrid hat sie wohl am meisten beeindruckt, da hätte sie weinend auf der Bühne gestanden ob der Begeisterung.

Auf die Frage, ob das Festivali i Këngës, das sehr traditionell ist, mal überarbeitet würde, meinte der Delegationsleiter, dass es kontiunierlich überarbeitet würde, um mehr Anhänger, auch auf internationaler Ebene, zu gewinnen. Nach der Eurovision sei vor dem Festivali i Këngës.

 

Australien – Isaiah

Relaxt kommt Isaiah auf die Bühne der Pressekonferenz. Er hat schon das Golden Gate in Kiew gesehen und eine Schule besucht, wo er begeistert von den Kindern empfangen wurde. In seinen jungen Jahren wird er von seiner Familie tatkräftig unterstützt. Da darf das Lernen auch mal warten und die Musik zuerst kommen. Er durfte innerhalb der Familie auch eine Band formieren.

Die Reaktionen auf seine Teilnahme seien sehr positiv gewesen. Vor allem Dami Ims glorreiches Ergebnis wurde dabei gern zitiert. Inspiriert wurde er von Jessica Mauboy, deren Intervall-Auftritt 2014 sein erstes Eurovisionserlebnis gewesen sei. Seitdem wollte Isaiah immer teilnehmen.

Den Inhalt des Songs reduziert Isaiah nicht nur auf die zwischenmenschliche Ebene, sondern bezieht ihn auch auf die Musikindustrie. Er selbst würde noch von seinem ehemaligen X-Factor-Team unterstützt.

Diese Pressekonferenz gehört zu den nicht so ernsten Angelegenheiten. So wurden Vergleiche zu Polens Teilnehmer Ivan (2005) gezogen, der ihm wohl ähnlich sieht. Zudem wurde gefragt, ob Australien damit leben könnte, dass auch Neuseeland teilnehmen würde. Isaiah beantwortete das ganz lässig: Neuseeland solle doch erstmal den Contest übertragen, dann dürften sie auch gern mitmachen. Australien bedankt sich sehr ausgiebig bei der Ukraine für die Teilnahme.

 

Belgien – Blanche

Eher schüchtern kommt Blanche auf die Bühne. Sie wird zunächst für ihr Bühnenoutfit gelobt. Entworfen wurde das Kleid von der belgischen Designerin Johanne Riss und würde einem Brautkleid gleichen. Den Künstlernamen Blanche wählte die Sängerin, da so ihr Zweitname sei und er französischer klingen würde.

Ihre Musik jedoch sei eher Englisch geprägt, aber sie würde einen passenden französischen Song nicht ablehnen. Mit ihrer guten tiefen Stimme, die nicht durchs Rauchen kommen würde, zählt sie zu den Favoriten. Blanche selbst aber sieht so viele gute Songs in ihrem Halbfinale, dass sie erstmal nur hofft, sich qualifizieren zu können.

Bei dem Titel „City lights“ denkt Blanche zunächst an Brüssel, dass eine tolle nächtliche Atmosphäre besitzen würde. Der Komponist Pierre Dumoulin hatte zunächst die Melodie und erst später sei der Text entstanden. Die Zeile „All alone in the danger zone“ sei als erstes da gewesen.

Durch das gute Ergebnis von Loïc Nottet von vor zwei Jahren würde einiger Druck auf sie lasten, den sie aber positiv für ihren Auftritt nutzen will. Von Loïc hatte sie den Tipp erhalten sich vollends auf das Projekt zu konzentrieren und die Zuschauer beim Auftritt zu vergessen.

Die Auswahl der wallonischen Lieder beschränkt sich momentan auf The Voice. Die Delegationsleiterin sagte, wenn man schon so ein Format hat, warum sollte man das nicht nutzen. Bei der Teilnahme von Roberto Bellarosa wollte man unbedingt den Sieger von The Voice, bei Loïc Nottet wollte man unbedingt ihn und bei Blanche gab es zunächst das Lied und dann wurde die passende Stimme dazu gesucht.

Damit endet die erste Reihe von Pressekonferenzen. Nachher übernimmt Bloggerkollege DJ Ohrmeister die Teilnehmer aus Montenegro, Finnland, Aserbaidschan, Portugal und Griechenland. Und hier geht es zu den Proben der ersten fünf Länder