ESC 2017: Zweite Proben – Mazedonien, Malta und Rumänien

Nun folgte der zweite Probendurchgang von Mazedonien, Malta und Rumänien. Die Jodler verzichteten weiterhin auf Kanonenschläge, Jana Burčeska sah im schwarzen Outfit besser aus als im grünen von der ersten Probe und auch Claudia Faniello machte heute mehr her.

Mazedonien – Jana Burčeska – Dance Alone

Jana hat gegenüber der erste Probe ihr Kleid gewechselt. Jetzt trägt sie ein schwarzes, glitzerndes Kleid mit Fransen, ähnlich kurz wie das grüne – aber das neue steht ihr erheblich besser. Das Outfit passt auch besser zum New York City Staging, das sich die Mazedonier für die ESC-Bühne ausgedacht haben.


Nachteil: Janas Haare hängen ihr die ganze Zeit ins Gesicht, das sieht nicht so doll aus. Irritierend auch, dass man bei den Kamerafahrten um sie herum das Mikrofon-Kabel am Rücken sehr deutlich sieht. Das sollte man doch etwas besser verstecken können heutzutage…

Gesanglich konnte ich jetzt erst mal nichts aussetzen beim ersten Durchgang. DJ Ohrmeister neben mir meint dennoch: „Sie wird auch nach dem Semi allein tanzen müssen.“ Das Lied ist ja durchaus ein kleiner Fan-Favorit, aber schwer haben wird es Frau Burčeska sicher.

Bei den Totalen-Kamerafahrten verschwindet angesichts der vielen Schirme auf dem Backdrop und den vielen Farben Jana fast nahezu. Bei den Totalen denkt man kurz, da ist gar niemand auf der Bühne. Sie füllt allein die große Bühne eben nicht aus. Vielleicht soll das ja so wirken („Dance alone“ eben), aber so hat man eher etwas Mitleid mit ihr.


Die gewollten Sexy-Bewegungen sind immer noch die gleichen wie am Dienstag. Hetero-Männer fahren vielleicht drauf ab, ich finde die Moves eher affig. Vielleicht hätte man ihr doch noch zwei Tänzer mit auf die Bühne stellen sollen – die hätten dann ja jeweils alone dancen können…. Ich fürchte, das wird nichts mit dem Traum vom Finale.

 

 

Malta – Claudia Faniello – Breathlessly

Auch Frau Faniello hat ihr Dress getauscht: Nach dem hochgeschlossenen am Dienstag probiert sie nun ein erneut weißes Kleid, aber mit Ausschnitt aus. Die ondulierten Haare sehen auch besser aus als bei den ersten Proben. Dass sie immer noch zehn Jahre älter aussieht als sie ist, daran ändern auch Frisur und Kleid nichts.


Die beliebte Blau-Weiß-Melange auf der Bühne ist geblieben. Und der „Breastlessly“-Moment (siehe Bild oben) wirkt leider unfreiwillig komisch.

Ich persönlich bin kein großer Fan von diesen Backdrops, die den Künstler noch mal in Groß zeigen (wie auch etwa bei Isaiah und Jacques Houdek) – das hat etwas Selbstverliebtes. Der Vorteil ist natürlich, dass auch bei Totalen der Künstler weiter zu sehen ist (halt als Bild), anders als vorhin Jana.

Das ruhige dunkle Staging passt zu dem Lied, und gesanglich ist es 1a, zumindest was man hier im Pressezentrum hören kann. Daran hat man bei Claudia im Grunde auch keinen Zweifel.

Noch ein Durchgang. Die Windmaschine bläst durch Claudias Haare. Ich frage mich gerade, warum viele der Damen in diesem Jahr so aussehen, als würden sie nach ihrem Auftritt direkt zum Standesamt fahren. Weiß ist Trumpf. Und das Symbol für Reinheit. Aber in dieser Fülle sieht man sich an solchen Kleidern halt schnell satt. Ob Malta ins Finale kommt? Der Zuschauer könnte sich bei der Nummer leicht langweilen.

 

 

Rumänien – Ilinca feat. Alex Florea – Yodel It!

Ilinca bricht schon nach wenigen Sekunden den ersten Durchgang ab: „Ich höre nichts auf meinen In-Ears!“ Die Musik wird gestoppt. Nach 2 Minuten geht’s weiter. Der farbenfrohe Backdrop gefällt mir zu dem Lied sehr gut. Erst sieht man gezeichnete Trommler, dann erscheinen bunte Wolken, Noten, im Refrain ein „Yodel it“ Hübsch.


Ilinca in einem kussmundroten kurzen, keck geschlitzten Kleid, Alex allerdings brav frisiert (gegelt nach hinten) und brav gekleidet (Marc: „Der hat so schöne Hosen!“). Schade, denn er kann durchaus auch wilder aussehen, was eigentlich ein schönerer Kontrast zu Ilinca wäre. So hat er halt nur ein fleischfarbenes T-Shirt mit kurzen Ärmeln unter einer schwarzen Weste, dunkle Hosen und Stiefel.

Am Ende kommen wieder die Kanonen – mir gefällt die Kameraführung da immer noch nicht so gut, wie Alex die Kanone von hinten nach vorn auf die Bühne schiebt. Diesmal klappt auch Alex‘ Sprung auf die Kanone fehlerfrei. Noch kommt nichts aus der Dicken Berta, aber das kann sich ja noch ändern.



Der zweite Durchgang läuft auch problemlos, inklusive Sprung auf die Kanone. Der Sonnenkranz auf dem Backdrop erinnert mich ein bisschen an Litauen 2015 („This Time“ von Monika Linkytė and Vaidas Baumila).


Auch bei der letzten Probe kommt nichts aus den Kanonen. Ich bezweifle inzwischen aber fast, dass das was rauskommen könnte. Die letzte Kameraeinstellung zu dem Zeitpunkt, zu dem der Kanonenschlag zu erwarten wäre, ist eine Totale, also so weit weg von der Bühne, dass da schon ein ordentlicher Konfettiregen o.ä. kommen müsste, um es überhaupt richtig zu sehen. Und direkt danach folgt noch ein Close-Up nur der Gesichter von Alex und Ilinca, da würde man dann das Ergebnis des Kanonenschlags gar nicht sehen.

 

 

Damit endeten für heute die Semifinalisten-Proben. Nach einer Pause von 45 Minuten geht es mit Gastgeber Ukraine weiter, ab 15:05 Uhr (14:05 Uhr deutscher Zeit). Darum wird sich dann gleich Marc kümmern.