ESC 2018: Pressekonferenz mit Julia, DoReDos, Waylon, Jessica und Iriao

Bom dia. Wir starten in den sonnigen Samstag in Lissabon (es sind 25 Grad gemeldet) mit einem Fünferblock an Pressekonferenzen. Den Anfang macht Julia Samoylova aus Russland.

Russland

Julia hat ihr gesamtes Team mitgebracht: Head of Delegation, Übersetzer, Backing-Sängerinnen, die beiden Tänzer sowie die Autoren des Songs.

Mit der zweiten Probe ist Julia sehr zufrieden, vor allem optisch habe es ihr gefallen. Sie habe sich beim 3. Durchgang dann schon sehr relaxed gefühlt.

Die Tanzeinlage (Foto oben die beiden Tänzer) bei „I won’t break“ soll sinnbildlich die Einheit von Mensch und Natur darstellen.

Julia sagt, sie sei glücklich und zufrieden, es nun letztendlich zu Eurovision geschafft zu haben. Eine große Unterstützung ist es für sie, dass ihr Ehemann mit ihr in Lissabon ist. Sie haben sich vor 10 Jahren im Internet kennen gelernt. Zuerst war sie nicht beeindruckt, aber er blieb hartnäckig. Vor 3 Jahren haben sie dann geheiratet, nachdem sie bereits 9 Jahre zusammen gelebt haben.

Julia wünscht sich, dass jeder den Song „I won’t break“ für sich selbst individuell interpretiert. Zu ihr passt der Song natürlich perfekt. Sie empfiehlt, dass man auf sein Herz hören soll. Nach jedem Dunkel kommt wieder Licht.

Der Unterschied zwischen Julia 2017 und Julia 2018 beim ESC, wird gefragt. Etwas ironisch sagt sie: Nun ja, sie sei ein Jahr älter, aber ansonsten gebe es keine Unterschiede. Sie will einfach ihr Bestes geben.

 

Moldawien

Team Moldova erscheint inklusive Philipp Kirkorov und den Double-Tänzern.

Mit der 2. Probe waren die DoReDos sehr zufrieden und wollen nur noch kleine Änderungen vornehmen. Mit ihrer Choreografie wollen sie die Botschaft des Songs mit einem Augenzwinkern aufzeigen: Es geht um das Leben und die Privatsphäre. Es gibt aber immer ein offenes Fenster, um einen Blick in das eigentlich verborgene zu erhaschen.

Es passiert das Unvermeidliche. Philipp Kirkorov stiehlt den DoReDos etwas die Show. Die Fans umlagern ihn und wollen fast mehr Autogramme und Selfies mit ihm, als mit den DoReDos.  Er singt seinen 95er ESC Beitrag an: „Kolybelnaja dlja Vulkana“ (‚Schlaflied für einen Vulkan‘).

Kirkorov betont, dass er 1995 beim ESC mit diesem Lied seinen „Lucky Day“ hatte, trotz Platz 17. Er hatte ein Leben vor Eurovision und ein neues Leben danach. Nach seinem ESC-Auftritt war er stärker als je zuvor.

Eine erneute Teilnahme als Solo Artist beim ESC schließt er jedoch kategorisch aus. Das koste ihn zu viel Nerven, und es sollten lieber junge und hübsche Menschen teilnehmen. Mit einem Augenzwinkern ergänzt er, hübsch sei er ja immer noch, das wäre nicht das Problem.

Zum Abschluss dankt Philipp seinem Dream Team, mit dem er seit 15 Jahren gemeinsame Sache macht und das in seinen Augen wieder hervorragend zusammengearbeitet hat. Es ist auch komplett anwesend: Fokas Evangelinos, Dimitris Kontopoulos, Ilias Kokotos, Alex Panayi und John Ballard.

Zum Abschluss der Pressekonferenz gaben die DoReDos einen Tanzkurs in moldawischer Folklore.

 

Niederlande

Nach den gut besuchten PKs von Russland und Moldau lichten sich etwas die Reihen im Pressezentrum. Waylon kommt alleine auf die PK-Bühne und agiert lässig und cool auf die Fragen des Moderators und der Fan-Journalisten.

Ob seine zweite Probe aus seiner Sicht perfekt war, wird Waylon gefragt. Er kontert: „Perfekt ist langweilig.“ Waylon erzählt, dass er On The Road im Tourbus nach Lissabon gereist ist und fängt verschmitzt an zu singen: „On the Road again“ von Willie Nelson.

Waylon beklagt sich, dass Country-Musik von den Europäern nicht richtig verstanden werde. Es sei seine Mission, das Genre hier zu etablieren. Europäer würden oft vieles aus den USA imitieren oder lieben, aber ausgerechnet die Leidenschaft für Country-Musik habe es nicht über den großen Teich geschafft.

Der Moderator fragt Waylon in Anspielung auf seinen Liedtitel, was an ihm gesetzlos sei. Waylon sagt, er selbst. Von Zeit zu Zeit müsse man aufstehen und für das kämpfen, woran man glaubt. Auch wenn es mal weh tut.

Hinweis: Unter Outlaw in der Country-Musik versteht man auch die Rebellion einiger Country-Musiker gegen das Nashviller Establishment. Seine Idole sind: Waylon Jennings, Willie Nelson, Chris Tableton, Mariana Lambert, Johnny Cash.

Dann gibt es eine Frage an die afro-amerikanischen Krumping-Dancers. Wie fühle es sich an, zu einem Country Song zu tanzen? Sie fühlen sich sehr gut dabei.

Der Grund, warum Waylon die Krumping-Tänzer ausgewählt hat, ist die Textzeile „I’m not gonna be your clown any more“. Er hat aber wahrgenommen, dass dies sehr polarisiert und es viele Comments dazu gibt.

Nun gibt es keinen fliegenden Holländer, sondern einen fliegenden Wechsel und Konstantin übernimmt die nächsten beiden PKs.

 

Australien

Jessica Mauboy und ihre Delegation sind superzufrieden mit den Proben. Ihr Song, sagt sie, habe richtige „Momente“, die sie mit dem Staging gut umgesetzt sehe.

 

Sie erzählt von ihrer Promo-Kampagne #wegotlove. Der HoD ergänzt ein paar Dinge zum Staging mit den Schwingen, die Jessicas Energie rüberbringen soll. „Jessica’s super power is the ability to connect with the audience“.

Natürlich wird auch heute die Frage nicht konkret beantwortet, wo genau der ESC stattfinden würde, falls Australien gewinnen sollte.

Sie singt zum Schluß mit ihrem Chor eine fantastische Version von „We got love“. Tolle Harmonien.

 

Georgien

Alle fünf sind da – der Bassist, der Schlagzeuger und die drei Sänger, die sich kurz vorstellen. Pedro macht ihnen das Kompliment, dass das Lied ihm immer ein Lächeln ins Gesicht zaubere.

Die Gruppe macht einen sehr eingespielten Eindruck. Die beider Musiker spielen zusammen seit ihrer Kindheit, die Gruppe kam aber so erst in 2013 zusammen. Sie nennen ihr Repertoire Ethno Fusion, verbinden traditionelle georgische Klänge mit Jazz und anderen modernen Richtungen. Als Überraschung tragen sie eine verspielte Version von „Amar pelos dois“ vor, die sie sich auf Spickzetteln mitgebracht haben.

Es gibt nur gute Schwingungen hier im Raum, es wird mit Ruhe und bedacht gesprochen und sie sprechen über ihre Lieder und über ihre Muttersprache.

Sie haben in Straßburg beim Europäischen Parlament gesungen, und sind auch international viel unterwegs, z.B. auf Jazzfestivals oder in Indonesien.

In Kürze geht es mit der Pressekonferenz der Polen weiter.