ESC 2018: Pressekonferenz mit Benjamin, Vanja, Lea und Mélovin

Die letzten PKs des zweiten Halbfinales sind mit Schweden, Montenegro, Slowenien und Ukraine. Den Anfang macht Benjamin Ingrosso.

Schweden

Benjamin kommt in einem legeren Look mit einer roten Umhängetasche. Er erzählt, dass er sich auf der Bühne heute sehr wohl gefühlt hat. Mittlerweile hat er schon einiges von der Stadt gesehen und liebt Lissabon. Gestern hat er eine Tour gemacht, bei der er auch Käse herstellen durfte. Schon im Meet & Greet sagte Benjamin, dass er ein großer Essensliebhaber ist, auch auf Instagram sind sehr oft Essensfotos von ihm zu sehen. Benjamin kocht am liebsten Pasta und hat im von Wiwibloggs organisierten Pastaduell gegen Lukas Meijer aus Polen gewonnen.

Benjamin wird auch auf das Wiwibloggs-Video angesprochen, in dem er mehrere Contestants beleidigt hatte. In der letzten Woche wurde darüber heftig im Netz diskutiert. Benjamin sagt, dass er die Kommentare nie böswillig gemeint habe. Er sagt, es waren nur Spontanreaktionen, und entschuldigt sich nochmal ausdrücklich bei den Künstlern. Es gibt Beifall.

Benjamin erzählt, dass seine Tante Charlotte Perrelli auch nach Lissabon kommen wird, um ihn zu unterstützen. Sie freue sich schon wahnsinnig, die ESC Community wiederzusehen.

Am Ende nimmt sich Benjamin viel Zeit für Fotos und Selfies. Man sieht, dass er etwas wiedergutmachen will und eigentlich ein ganz sympathischer Typ ist.

Jan übernimmt jetzt. Die Stadtrundfahrt mit Michael Schulte, über die wir noch berichten, hat etwas länger gedauert als geplant.

Montenegro

Vanja ist ein wenig erkältet heute und konnte heute nicht richtig singen. Bei der ersten Probe sei er der beste gewesen, diesmal der schlechteste. Die Chorsängerinnen hätten sich extrem verbessert. Wieder dieser komische Humor, er nimmt damit Bezug auf seine „Kritik“ an den Damen aus dem ersten Meet and Greet.

Sein Song sei eine Kopie eines griechischen Songs, das hätte bisher nur niemand gemerkt. Es sei so einfach heutzutage, auf Youtube Musik zu stehlen. Jeder liebe schließlich das schnelle Geld. Er könne von heute auf morgen einen Welthit zusammenklauen, gar kein Problem…

Und in diesem Stil geht es auch weiter in dieser Pressekonferenz. Keiner wagt mehr, eine Frage zu stellen aus Angst vor der Antwort. Ach doch, auf Alistair aus Australien ist Verlass. Es geht um das Staging, das aussehen soll wie in einem Märchen. Zur Abwechslung antwortet Vanja auch mal seriös… Ach nein, doch nicht. Er empfiehlt, als Vorbild für das Staging das offizielle Video zum Song anzusehen. Allerdings ohne Ton, der Song sei zu schlecht.

Zum ESC fällt ihm das Stichwort „Gehirn“ ein. Weshalb, wisse er nicht. Mit Lissabon verbindet er den starken Wind.  Er wohne in einem Hotel, das in einer zugigen Straße liege und eigentlich besser nach Rumänien oder Bulgarien passe…

Und dann waren wir auch erlöst. Mal den einen oder anderen Joke zu machen, ist ja o.k., aber eine ganze Pressekonferenz zum Slapstick werden zu lassen, kann einem Zuschauer schon auf die Nerven gehen. Das ist schon ein ganz schön schräger Vogel!

Slowenien

Und weiter geht es mit Lea aus Slowenien. Sie erzählt, dass man insbesondere an den Gesichtsausdrücken gearbeitet habe. Das sei ja ziemlich wichtig im TV und schließlich werde ihr Song in der Mitte etwas langweilig, dagegen müsse man ja etwas tun. Jetzt fängt die auch noch an mit dieser Ironie…

Nein, zurück zur Seriösität. Viermal hat sie schon bei der EMA mitgemacht. Aber sie hatte dunkle Haare, war dick geworden nach zwei Geburten und kann bis heute nicht begreifen, wie sie das nationale Finale gewinnen konnte. Den Song hätte sie schließlich in 10 Minuten fertig geschrieben. Kein Wunder, er bestehe ja nur aus einer Note – großer Lacher!!

Moderator Pedro outet sich als Riesenfan von „Hvala, ne!“ und lässt seine Neutralität mal eben beiseite. Er hofft, dass Lea gewinnt und weiß sogar ziemlich viel aus ihrer früheren Karriere. Na na na, da ist aber einer ein bisschen „in love“….

Ihre beiden Kinder hat Lea mit nach Portugal gebracht. Ihr Mann kümmert sich um die beiden. In Slowenien sei sie ständig unterwegs und habe deshalb auch manchmal ein schlechtes Gewissen. Aber sie ist happy, ihre Kinder sind happy, ihr Mann ist nicht so happy – alles ist gut. Lea ist wirklich witzig.

Demnächst wird auch ein Elektro-Album von ihr erscheinen. Sie habe jetzt endlich ihren Style gefunden und auch, wenn irgendwelche Plattenfirmen oder Musikmanager sie in eine andere Reichtung drängen wollten und immer noch wollen, bleibe sie standhaft.

Ukraine

Mélovin wird noch einmal nach dem Staging gefragt. Er hat den selben Choreographen wie Jamala vor 2 Jahren und hofft natürlich auf einen ähnlichen Erfolg.

Und dann gab es eine wirklich sehr lustige Überraschung. Es wurde ein Video von Verka Serduchka eingeblendet, in welchem sie und ihre Mutter (ukrainische Gay-Ikone mit aufgeklebtem Glasauge) Mélovin alles Gute mit den Worten : „F***ing burn them all!!!“

Die Tausende von Fanbriefe, die Mélovin inzwischen erreicht haben, werden alle von seiner Mutter daheim in Odessa bearbeitet. Sie ist unglaublich stolz auf ihn, das ist ja auch kein Wunder bei einem solchen nationalen Erfolg.

Hat die Teilnahme an Castingshows ihm etwas gebracht, das er hier in Lissabon anwenden oder gut gebrauchen kann? Ja natürlich. Jeder Wettbewerb bringt einen weiter im Leben, egal, ob man gewinnt oder verliert. Solche Fragen liebe ich ja…

Nochmal eine Frage von Alistair zum Staging des Songs. Laut Mélovin ist die Idee, die hinter dem Piano steckt, das er aus der Musik heraus geboren wird und später sein persönliches inneres Feuer auf die Bühne bringt. Ein Auftritt voller Symbolik also – aha…

Zum Schluss gibt es eine Frage eines russischen Journalisten bezüglich irgendeiner Kontroverse mit Svetlana Loboda und Ani Lorak. Mélovins Antwort ist sehr vage. Er liebe die Ukraine und würde solche Kontroversen sicher nicht riskieren. Außer den zwei Personen scheint niemand im Raum zu wissen, worum es geht.

So geht dieser Tag im Pressezelt mit einem großen Fragezeichen vorbei. Aber das macht nichts. Mélovin ist in meinen Augen ein ziemlich reflektierter Typ mit guten Ansichten.

Morgen geht es nochmal weiter mit den Proben und Pressekonferenzen der Big 5 und Portugal.