ESC 2018: Rollblog erste Proben Georgien, Polen, Malta und Ungarn

Bom día am Tag 4 aus Lissabon. Heute bin ich der Erste im Pressezentrum, Benny trifft demnächst ein. In der Blogger-WG habe ich einen schön gedeckten Frühstückstisch für Tjabe und Jan hinterlassen, so dass die beiden später frisch gestärkt hier einsteigen können.

Georgien

Pünktlich geht es los, ich hing aber leider auch im Blog fest, ohne Bilder, ohne Speichermöglichkeit. Jetzt also der zweite Versuch. Kurz zusammengefasst: Sehr klassisch, ohne große Überraschungen. Keine Gimmicks am Start – zum Glück!

Die drei Sänger von Iriao in der Mitte, die nacheinander ins Bild und in den Gesang einsteigen, links der E-Gitarrist und rechts der am Keyboard. Sehr unaufgeregt, toll gesungen und eine Wohltat zwischen den ganzen Monsters, Fuegos und Toys.2018 Georgien Iriao (1)Die Grundfarbe ist zunächst Blau, dazu Bodennebel, dann kommt ein rot-schwarzer Hintergrund dazu. Blaue Scheinwerfer überlagern dann passend zum getragenen Rhythmus das Bild mit kreisenden Bewegungen. Eine schöne Stimmung und Dynamik, die durch zwei Elemente gegen Ende noch bereichert wird: Im Stück kommt die Bridge mit dem leicht stadiongesanghaften Mitsingteil, und im letzten Durchlauf gibt es noch einen RunningScared-Gedächtnis-Goldregen. Der wirkt allerdings nur in der Totalen und nicht bei den Close-ups, wo nur ein paar versprengte Funken umeinanderfliegen.2018 Georgien Iriao (2)2018 Georgien Iriao (3)Fazit: Alle vier Durchläufe waren quasi identisch, keine Unruhe bei der Kameraführung, keine Unklarheiten bei unseren Drei Tenören. Es ist so wie es ist gut, und fertig. Eigentlich darf nur der Goldregen nicht aussetzen, dann braucht man hier nichts mehr dran tun.

Ein schöner Einstieg in den Tag. Jetzt freue ich mich aber auf Malta, und vor allem auf Ungarn. Zunächst aber noch die Polen.

 

Polen

Oooohhh… das tut in den Ohren weh. Lukas Meijer hat heute nicht seinen optimalen Tag erwischt. Drei Minuten singt er beharrlich, aber sicher an der eigentlichen Melodie vorbei. Optisch wie musikalisch ist der Act ja sehr nah an Norwegen im letzten Jahr (violett, blau, dunkel, Podest, DJ…). Es gibt drei Backings rechts, die man aber wenig hört.

Markenzeichen dieses Jahr sind die schwarzen Hüte, und eine (meine ich) neu eingeführte Handbewegung: Gromee dreht sich bei den Instrumental-Parts in die Kamera und vollführt mit den Händen eine wabernde Wellenbewegung. Das sieht für mich nicht nach ALL ABOARD, sondern eher nach MAN OVERBOARD aus… Genau wie dieser Beitrag, sorry guys! Der erste Durchlauf war nüscht.2018 Polen Gromee (1)Wir sitzen heute im neu eröffneten Zusatzraum im Press Centre, wo die Luft frischer ist. Und um uns herum sitzen lauter Polen, die sich die Ohren und Gesichter zuhalten. Happy sind die nicht…

Der zweite Durchlauf ist ein bisschen besser, aber seine Stimme trägt einfach nicht in den Höhen. Es gibt kleine Pyrobäumchen rund um die Bühne, die Backings bewegen sich gut im Takt, Gromee wellt schön mit den Händen, aber Lukas winselt mir weiterhin zuviel in den Höhen. Und das alles ist förmlich ertränkt in diesem fiesen Blau/Violett. OVERBOARD eben.2018 Polen Gromee (2)2018 Polen Gromee (3)Im letzten Durchlauf wird jetzt „full Pyro“ angekündigt. Noch mehr? Auweia. Es gibt eineTotale mit zwei fetten Pyrokränzen. Unter dem Strich bleibt ein großer Bonus (die chartstaugliche Instrumentierung) und ein großer Malus (sein Gesang). Das wird ne 50/50-Sache am Donnerstag im Semi 2. Next please!

 

Malta

Die Umkleide/Spiegel/Trick-Kabine für Christabelle wird vorab eingerichtet. Es erscheint eine Projektion eines glühenden, matschigen Klumpens – ist das ein Herz? Ich kann doch kein Blut sehen… Soll das nachher auch noch pumpen? Irgendwie seltsam im Lichte von Salvadors letztjähriger Herz-OP. Wir sind gespannt.2018 Malta Christabelle (1)2018 Malta Christabelle (3)Christabelle steht in einem Mini-Stonehenge aus vier Spiegelwänden, auf denen außen wie innen diverse Projektionen stattfinden, die teilweise sogar miteinander verwoben sind: außen Menschen von vorne, auf der Innenseite die Menschen von hinten. Den ersten Teil steht sie innerhalb dieses offenen Würfels, im zweiten Teil tritt sie davor und eine Tänzerin auf Speed übernimmt ihren Platz.

Größtes Manko leider auch hier: Ihr wackliger Gesang. Die Show dagegen ist prima und holt alles aus dem Song raus. Mir persönlich wieder zuviel knallrot, violett und knallblau, aber dass sie selber noch Gestik spielen lässt, von außen wieder Kontakt zum Würfel aufnimmt mit Armebewegungen, gute Mimik dazu – das gefällt mir gut. Die Projektionen lehnen sich ein wenig an den Videoclip an. Message: Lasst uns nicht durchdrehen und uns die Köpfe einschlagen.2018 Malta Christabelle (2)Im letzten Durchlauf kommen noch Flammen dazu. Glücklicherweise werden sie nicht allzu heftig eingesetzt. Und: Das Herz kommt nicht allzu lange vor.

Guter Beitrag. Kleine Extrasession mit dem Vocal Coach, dann klappt das auch mit dem Finale. Ich würde es ihr so wünschen!

 

Ungarn

Auch hier erwarten wir ähnlich wie bei Georgien eigentlich keine Extra-Gimmicks. Und so rocken sich AWS routiniert durch ihr „Viszlát nyár“. Farblich kühles Blau in den Strophen, warmes Goldgelb im Chorus. Sänger Örs headbangt sich zum zweiten Refrain einen Wolf und steht auf der kleinen Brücke links, auf der Anfang der Woche die Litauerin Ieva ihren Freund/Mann zur innigen Umarmung traf.2018 Ungarn AWS (1)Superbeitrag – ein Hardrockschlager mit Key Change und sogar Stagediving des Gitarristen. Zum Glück standen da schon ein halbes Dutzend Menschen an der richtigen Stelle in der sonst leeren Halle, sonst wäre das schmerzhaft verlaufen. Noch eine Bandscheibengeschichte brauchen wir nicht dieses Jahr.2018 Ungarn AWS (2)2018 Ungarn AWS (4)Örs rennt auch einmal quer über die ganze Vorbühne, hier macht es aber auch Sinn, da er eh völlig verstrubbelt ist vom Headbanging. Der Gesang, auch im Zusammenspiel mit dem Rest der Band ist on point. Hier hat man das eher ungewöhnliche Genre Hardrock gut eingepasst in die Familienshow ESC. Jetzt sollen noch final Pyros dazukommen.

 

Damit geht der Vormittag auf der Bühne zu Ende. Zur Überbrückung der Mittagspause darf ich Euch auf BennyBennys Neuigkeiten zu Mikolas hinweisen.