ESC 2018: Rollblog erste Proben Mazedonien, Kroatien und Griechenland

Tag 2 in Lissabon. Wer wird heute besonders überzeugen, wer wird vielleicht enttäuschen und wer ist besonders unterhaltsam? Die zweite Hälfte des ersten Semifinals steht heute auf dem Programm. Hier unser erster Rollblog von heute. Unsere Nachbarn aus Österreich und der Schweiz sind heute auch dran – beide erhalten natürlich einen eigenen Blogbeitrag!

Mazedonien

Wir hören und sehen bisher noch nichts. Der Probenbeginn scheint sich zu verzögern. Stattdessen flimmern hier hübsche Tourismus-Filmchen über den Bildschirm.

Nach zwanzig Minuten immer noch nichts. Hmmm, vielleicht suchen sie ihren Song noch. Sie könnten es hier im Pressezentrum beim „Lost and found“-Schalter versuchen, vielleicht kann man ihnen dort weiterhelfen. Schließlich macht der Veranstalter mit diesem Angebot auch kostenlos Werbung für das kleine Balkanland.

Vielleicht wird auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit geprobt. Wäre aber höchst ungewöhnlich irgendwie…

Ah jetzt haben wir doch noch einen Durchgang  zu sehen bekommen. Der Anfansg ist sehr gelungen. Close-Up auf Marija, Bojan steht ganz weit hinten. Und dann plötzlich – steht er wieder neben ihr. Lost and found eben…

Marija trägt ein merkwürdiges Kleid. Oben herum sehr hoch aufgeschlossen, unten herum dagegen geradezu anzüglich. Der purpurne Satinstoff wurde dort sogar noch geschlitzt, so dass der Blick frei auf Schlüpfer bzw. Body ist. Sowas könnte man auch beim Eiskunstlauf tragen. Das Kleid ist zudem auch rückenfrei, der ganze Stoff wurde offenbar vor der Brust vernäht.

Die bühne wurde gut ausgenutzt, das gesamte Staging wirkt allerdings auch ein wenig unruhig. Für den letzten Durchgang dieser Probe waren dann doch noch ein paar Baustellen  da. Marija ist überall, Bei Bojan, beim Drummer, bei ihen Tänzerinnen – vielleicht ein bisschen zu viel Gewusel. Am Schluss gibt es noch einen lustigen Moment, wenn alle Beteiligten in einer Art Polonäse auf die linke Bühnenseite marschieren. Mal sehen – die zweit Probe am Donnerstag wird da vielleicht etwas mehr Aufschluss geben können.


DJ Ohrmeister übernimmt kurz.

Kroatien

Überraschenderweise ist Franka mutterseelenallein auf der riesigen Bühne. Sie steht am Mikroständer, das lange lockige Haar offen und in einem dunklen, silbrig-schimmernden spitzenbesetzten Kleid.

Bin überrascht, wie classy dieses Lied plötzlich wirkt. Die Studioversion mit dem lasziven Video hatte mich überhaupt nicht überzeugt. So aber konzentriert man sich vollkommen auf sie, auf ihre tolle Stimme, und das sehr professionelle, unaufgeregte Auftreten. Es gibt richtig guten Applaus im Pressezentrum nach beiden ersten Durchläufen.

Franka spielt zwar angedeutet lasziv mit dem Mikroständer, ohne dabei aber auch nur eine Spur billig zu wirken. Da hat eine ihren Song aber wunderbar im Griff. Meine persönliche bisherige Nr. 39 springt jetzt wohl in meine Top 20. Dabei ist der Song doch derselbe wir das Audio. Wow!

Richtig gute stimmlich Leistung auch im dritten Durchlauf. Die Bühne ist dunkel und durchtränkt von goldenen und orangenen Lichtern. Richtig stimmungsvoll! Die Windmaschine kommt natürlich auch zum Einsatz – dass sie diesen Auftritt völlig solo auf der Bühne stemmt, gibt einen Bonuspunkt. Da könnte jemand für eine richtige Überraschung haben – Franka muss man wohl doch auf dem Zettel für eine Finalqualifikation haben.

Jan übernimmt wieder, aber zunächst wird César aus Österreich proben – BennyBenny macht dazu einen eigenen Blogbeitrag. Stay tuned.

 

Griechenland

Die Bühne ist zunächst in blaues Licht gehüllt, Yianna trägt ein langes weißes Kleid mit langer Schleppe und überlangen Ärmeln. Sie bleibt die gesamte Zeit fast auf dem Fleck stehen, bewegt ihre Arme, schleudert die Ärmel durch die Gegend und wird dabei – insbesondere zum Schluss – ordentlich windumtost. Zeitweise kniet sich Yianna auch hin.

Der Chor bleibt hinter der Bühne. DJ Ohrmeister als Halbgrieche findet das blau-weiß-Thema Griechenlands langsam ein wenig ausgelutscht. Tatsächlich wartet man jeden Moment darauf, dass Yianna das olympische Feuer entzündet. Aber ihr fehlt dafür die Fackel. Vielleicht gibt es auch die am Lost and Found-Schalter? Aber dann müsste sie ja mit den Mazedoniern fraternisieren, das ist dann vielleicht doch ein wenig zu viel verlangt…

Oder man hätte vielleicht doch lieber das Natur-Thema aus dem Video aufgegriffen, so in weiß und blau wirkt das Ganze doch ein wenig unterkühlt.

Gesanglich gibt es keine Besonderheiten zu vermelden, es klingt alles ganz ordentlich. Der dritte und schon letzte Durchgang wird uns nur teilweise gezeigt. Nach etwa einer Minute bricht die Übertragung ab – wir bekommen also leider nicht zu sehen, wie Yianna in Nebel getaucht wird (das war uns zumindest angekündigt worden).

Später am Tag geht es in einem weiteren Rollblog weiter mit den letzten Teilnehmern des ersten Semis. Für die Schweiz gibt es natürlich einen ganz eigenen Blogbeitrag. Stay tuned!!